Tel Aviv

Israels Generalstabschef kündigt neue Phase des Krieges gegen Iran an

Israels Generalstabschef Eyal Zamir Foto: copyright (c) Flash90 2025

Israels Generalstabschef Eyal Zamir hat eine Ausweitung der militärischen Operation gegen den Iran angekündigt. Nach seinen Angaben geht der Einsatz in eine neue Phase.

Gleichzeitig stellte er klar, dass Israel auch an der Grenze zum Libanon weiterhin entschlossen gegen die vom iranischen Regime unterstützte Terrororganisation Hisbollah vorgehen werde.

In einer Lagebesprechung erklärte Zamir laut lokalen Medien, nach sechs Tagen der Angriffe auf Ziele des iranischen Regimes würden die Streitkräfte (IDF) zugleich weiter daran arbeiten, Bedrohungen aus dem Libanon zu beseitigen. Auch das Ziel, die Hisbollah zu entwaffnen, bleibe bestehen.

Der Armeechef sagte, tausende Angehörige der Streitkräfte hätten den Angriff auf den Iran im Vorfeld über längere Zeit im Geheimen vorbereitet. Dabei habe es eine enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gegeben. Der Ablauf der Operation folge einem zuvor festgelegten Plan.

6000 Präzisionswaffen eingesetzt

Den Angaben zufolge begann der Einsatz mit einem massiven Luftschlag am Samstagmorgen. Mehrere Dutzend Bomben seien gleichzeitig auf drei Ziele abgeworfen worden. Dabei seien innerhalb weniger Sekunden zahlreiche hochrangige Vertreter des iranischen Regimes getötet worden. Auch der Oberste Führer Ali Chamenei war dabei umgekommen.

Lesen Sie auch

Nach Darstellung Zamirs hat die israelische Luftwaffe bislang rund 2500 Angriffe geflogen und dabei mehr als 6000 Präzisionswaffen eingesetzt. Piloten hätten »innerhalb von 24 Stunden den Weg nach Teheran freigeräumt«.

Gleichzeitig seien etwa 80 Prozent der iranischen Luftabwehrsysteme zerstört worden. Dadurch habe Israel eine »nahezu vollständige Luftherrschaft« über dem Iran erreicht.

Diese militärische Überlegenheit ermögliche es, gezielt gegen iranische Raketenstellungen vorzugehen. Mehr als 60 Prozent der Abschussrampen für ballistische Raketen seien bereits zerstört worden, sagte Zamir. Dennoch bleibe die Bedrohung bestehen. »Jede Rakete ist tödlich und stellt eine Gefahr dar.«

»Schulter an Schulter«

Der Generalstabschef erklärte, mit der Sicherung der Luftherrschaft und der Schwächung des iranischen Raketenarsenals sei die erste Phase der Operation abgeschlossen. Nun gehe es darum, die iranische Führung und ihre militärischen Fähigkeiten noch stärker als bislang ins Visier zu nehmen.

Weitere Maßnahmen seien bereits geplant, würden aber nicht öffentlich gemacht. »Wir werden unsere Feinde verfolgen – alle – und wir werden sie erreichen.«

Zamir betonte außerdem die enge Kooperation mit den Vereinigten Staaten. Beide Streitkräfte kämpften »Schulter an Schulter« auf Grundlage gemeinsamer Interessen und Werte.

Mit Blick auf die Kämpfe im Libanon sagte der Generalstabschef, die Hisbollah habe einen »strategischen Fehler« begangen, als sie sich dem Krieg anschloss. Israel greife sowohl an der Frontlinie als auch tief im libanesischen Hinterland an.

Er habe die Truppen außerdem angewiesen, ihre Positionen entlang der Grenze weiter auszubauen und strategisch wichtige Punkte im Süden des Libanon zu besetzen. im

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Israel

Dafür stehen die arabischen Parteien in Israel

Die arabisch geprägten Parteien in Israel haben bei der Parlamentswahl überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Wofür setzen sie sich ein, was sind ihre Ziele?

 28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026