Türkei

Israelische Helfer retten Zehnjährigen nach mehr als 100 Stunden unter Trümmern

In der türkischen Ortschaft Kahramanmaraş sind israelische Helfer dabei, nach Überlebenden zu suchen. Foto: picture alliance / AA

Vier Tage nach den heftigen Erdstößen, bei denen mehr als 20.000 Menschen starben, sind nationale und internationale Helfer weiterhin dabei, nach Überlebenden zu suchen, die unter zerstörten Gebäuden verschüttet sind. Vier Tage nach den Erdbeben schwindet die Hoffnung in der Türkei zusehends. Erfolge werden jedoch weiterhin gemeldet.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Israelische Helfer hatten zu den ersten ausländischen Teams gehört, die in der Katastrophenregion eintrafen. In Kahramanmaraş, einer Stadt mit gut 650.000 Einwohnern, gelang es ihnen Freitagfrüh, einen zehnjährigen Jungen aus den Trümmern zu ziehen. 100 Stunden soll er eingeschlossen gewesen sein. Seine Rettung grenzt auch daher an ein Wunder.

Einsturzgefahr In einem weiteren Fall retteten die Israelis vor Ort ein Kind, das ebenfalls im Schutt eines teilweise eingestürzten Mietshaus gefangen gewesen war, indem sie ein Loch durch die Decke einer intakten Wohnung bohrten. Ein von den israelischen Streitkräften (IDF) verbreiteter Videoclip zeigt dieses Unterfangen, das aufgrund der bestehenden Einsturzgefahr vieler Gebäude auch für die Retter ein Risiko darstellte.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

In Kahramanmaraş kooperierten Mitglieder eines israelischen Rettungsteams mit türkischen Helfern. Fotos zeigen die eingeflogenen Soldaten mit Davidsternen auf ihren Militär-Overalls neben türkischen Sanitätern, wie sie eine weitere Person aus dem Schutt holten. Israelischen Medienberichten zufolge retteten Freiwillige aus dem jüdischen Staat bisher 18 Menschen.

Reservisten Dienstagfrüh, einen Tag nach den Erdbeben, hatten das Außen- und das Verteidigungsministerium in Jerusalem eine 150-köpfige Mannschaft zusammengestellt und in die Erdbebenregion geflogen. Mit dabei sind sowohl aktive Soldaten als auch Reservisten. Weitere Mitglieder, darunter auch Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter, folgten. Das israelische Team wuchs so schnell auf 380 Personen an.

Zu den Personen, die von den Israelis in der Süd-Türkei gerettet wurden, gehört auch ein siebenjähriges Mädchen aus Kahramanmaraş. Drei Tage lang war es unter Gebäudetrümmern begraben gewesen. Der Onkel des Kindes schenkte den Helfern laut IDF eine Münze, als Dank.

Feldhospital In der Nähe von Kahramanmaraş bauten Mitglieder des israelischen Hilfsteams ein Feldhospital in einem leeren Gebäude auf, das einst als medizinisches Zentrum diente. Frühere Operationsräume wurden nach IDF-Angaben wieder aktiviert. Bei den Beben verletzte Menschen können so behandelt werden.

Die Hilfe beschränkt sich nicht auf die Rettung von Menschen vor Ort. Auch materielle Unterstützung wurde in Israel angekündigt. Im Außenministerium in Jerusalem sagte der Beamte David Saranga, eine große Hilfslieferung mit tausenden Decken, Schlafsäcken und Mänteln werde losgeschickt. Hinzu kommen Wasserreinigungssysteme, die tausende Bewohner mit Trinkwasser versorgen können.

Israelische Katastrophenhilfe hat Tradition. In den vergangenen Jahrzehnten entsandte das Land freiwillige Helfer und materielle Hilfe in zahlreiche Katastrophenregionen in aller Welt.

Nachrichten

Philosophie, Iran, Tourismus

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  14.01.2026

Medien

Berichte: Haaretz-Kolumnist hat mehrere hunderttausend Dollar von Katar erhalten

Die Hintergründe

von Sabine Brandes  14.01.2026

Wirtschaft

Israel hofft auf mehr Touristen

Kriege und Konflikte in der Region haben den Israel-Tourismus einbrechen lassen. Nun hofft das staatliche Tourismusbüro auf steigende Nachfrage. Es wertet aktuelle Zahlen als positiven Trend

 13.01.2026

Verkehr

Eine Stadt tritt auf die Bremse

Im Kampf gegen Staus führt Tel Aviv die 30er-Zone fast im gesamten Stadtgebiet ein

von Sabine Brandes  13.01.2026

Ehemalige Geiseln

»Es war ganz und gar unmenschlich«

David Cunio wusste zwei Jahre lang nicht, ob seine Brüder noch leben. In einem Interview erzählt er jetzt ausführlich über den Horror in Gaza

von Sabine Brandes  13.01.2026

Meinung

Die Hamas muss sich entscheiden: Deal or no deal?

Die Terrororganisation hält sich nicht an das Waffenstillstandsabkommen mit Israel und verzögert so dessen Umsetzung. Der Druck auf die Hamas muss nun unbedingt erhöht werden

von Sarah Cohen-Fantl  13.01.2026

Jerusalem

Ehemalige Geisel warnt: Die Hamas gibt nicht auf

»Sie sind regelrecht besessen von uns – das ist der Sinn ihres Lebens«, sagt Eitan Mor

 13.01.2026

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026