Iran

Israelische Experten rechnen mit Fortsetzung der Proteste

Ein Demonstrant in der Schweiz verbrennt ein Bild des Ajatollahs Foto: picture alliance/KEYSTONE

Israelische Experten rechnen damit, dass die Proteste im Iran trotz der massiven Gegenmaßnahmen der Staatsführung weitergehen werden. Der persisch-israelische Journalist Menasche Amir sagte dem israelischen Kan-Sender, er habe weiterhin »Erwartungen und Hoffnung«. Zwar sei es in den vergangenen Tagen zu einem »Massenmord« mit Tausenden von Toten gekommen, was die Demonstrationen nahezu zum Erliegen gebracht habe.

Tief verwurzelte Ursachen des Protests

Dennoch gebe es für ihn keinen Zweifel daran, dass die Proteste weitergehen würden. »Die Gründe für die Demonstrationen sind tief verwurzelt«, sagte Amir. Die Führung in Teheran sei außerstande, grundlegende Probleme zu lösen – sei es in der Wirtschaft, bei der systematischen Unterdrückung, beim Diebstahl des nationalen Reichtums, bei der Weiterleitung enormer Geldsummen an Terrororganisationen und iranische Stellvertreter oder bei seinem Beharren auf der Zerstörung Israels.

Sturz der Führung nur eine Frage der Zeit?

All dies bedeute, dass sich die Probleme nicht nur nicht lösen ließen, sondern sich weiter verschärfen würden. Für ihn stehe außer Frage, »dass dieses Regime fallen wird«. Offen sei lediglich der Zeitpunkt. »Die Krise wird ihren Höhepunkt erreichen, und der Führung wird keine andere Wahl bleiben, als aus dem Iran zu fliehen.«

Enge Zeitfenster für äußere Einflussnahme

Der israelische Iran-Experte Raz Zimmt schrieb unterdessen in einem Beitrag auf der Plattform X, ein Sturz der iranischen Führung mit externer Hilfe sei grundsätzlich nur in einer Situation denkbar, »in der bereits Millionen Iraner auf den Straßen sind«. In einem Staat wie dem Iran, der bereit sei, brutale Gewalt zur Niederschlagung von Protesten einzusetzen, sei das Zeitfenster dafür jedoch meist sehr eng und schließe sich, sobald es dem Staat gelinge, Demonstrationen gewaltsam aufzulösen. Derzeit deute vieles darauf hin, dass genau dies geschehen sei.

Anzeichen für zivilen Ungehorsam

Hoffnungslos sei die Lage dennoch nicht, betonte Zimmt. Keines der Probleme, die die Protestwelle ausgelöst hätten, sei gelöst worden, und die Situation der Führung habe sich durch die brutale Repression weiter verschlechtert. Zudem könnte der Iran am Beginn einer Phase zivilen Ungehorsams stehen – einer »langanhaltenden revolutionären Situation«, die sich in sporadischen Ausbrüchen äußere, etwa im Umfeld von Beerdigungen und Gedenkfeiern für die Tausenden Getöteten. dpa

Jerusalem

Ein Diplomat für die christliche Welt

George Deek soll als Sondergesandter Schadensbegrenzung betreiben und »die Beziehungen weltweit vertiefen«

von Sabine Brandes  23.04.2026

Untersuchungskommission

Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal

Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  23.04.2026

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026