Geiseln

Israelische Armee birgt Leichname von Gadi und Judy Haggai

Judy Weinstein-Haggai mit ihrem Ehemann Gadi Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Gadi Haggai und Judy Weinstein-Haggai sind zu Hause. Ihre Leichen wurden in der Nacht zum Donnerstag von der israelischen Armee im Gazastreifen gefunden und nach Israel überführt. Beide waren amerikanisch-israelische Doppelstaatsbürger und lebten im Kibbuz Nir Oz. Die Hamas hatte sie bei dem Massaker am 7. Oktober 2023 ermordet und sie dann in den Gazastreifen verschleppt.

Gadi, 73, und Judy, 70, wurden am 7. Oktober 2023 bei einem Spaziergang durch den Kibbuz ermordet. Judy gelang es, ein Mitglied des Sicherheitsteams anzurufen, um Hilfe zu rufen und zu sagen, dass sie von Terroristen im Gesicht verletzt und in den Arm, Gadi in den Kopf geschossen worden sei.

Auf Grundlage von Geheimdienstinformationen

Ihre Leichen wurden aus Khan Younis im Süden des Gazastreifens geborgen, wie die IDF bekanntgab. Es habe sich um eine Gemeinschaftsaktion von Militär und Inlandsgeheimdienst Schin Bet gehandelt, die »auf Grundlage präziser Geheimdienstinformationen« durchgeführt worden sei.

Forensische Untersuchungen hätten bestätigt, dass es sich bei den zurückgebrachten Leichen um Geiseln Gadi Haggai und Judy Weinstein-Haggai handele, bestätigte die Armee am Donnerstagmorgen und sprach den Angehörigen »ihr tiefstes Beileid« aus.

Das Paar befand sich in Gefangenschaft der Mudschaheddin-Brigaden, einer im Vergleich zur Hamas und zum Islamischen Dschihad kleinen Terrorgruppe im Gazastreifen, die auch für die Entführung und Ermordung von Shiri Bibas und ihren beiden kleinen Söhnen Ariel und Kfir verantwortlich ist.

Familie: »Unsere Herzen sind erst dann wieder ganz, wenn alle zwölf Geiseln aus Nir Oz und alle weiteren 56 verschleppten Menschen wieder zu Hause sind.«

Das Paar hinterlässt vier Kinder und Enkelkinder. Gadi arbeitete als Koch im Speisesaal des Kibbuz, und Judy war Englischlehrerin und Achtsamkeitstrainerin.

Die Familie begrüßte die Überführung der Leichname und die ordnungsgemäße Bestattung in ihrer Heimat Israel. In der Erklärung hieß es weiter: »Aber unsere Herzen sind erst dann wieder ganz, wenn alle zwölf Geiseln aus Nir Oz und alle weiteren 56 verschleppten Menschen wieder zu Hause sind.«

Die Hamas in Gaza hält noch immer 56 Geiseln fest, darunter 55 der 251 Geiseln, die am 7. Oktober von Terroristen aus Israel entführt wurden. Dazu gehören die Leichen von mindestens 33 von der israelischen Armee bestätigten Toten. Weitere 20 verschleppte Menschen sollen noch am Leben sein, während um das Leben drei weiterer große Sorge bestehe.

Die Hamas zerstörte ihre Welt

Gadi wurde 1950 im Kibbuz Ein HaSchofet im Norden des Landes geboren. Seit seiner Kindheit machte er Musik, spielte Flöte und Querflöte und wurde ins Blasorchester der Armee aufgenommen. Nach seinem Militärdienst reiste er durch die USA. Dort entdeckte er seine Liebe zur Jazzmusik und begann, Saxophon zu spielen.

Nach einigen Jahren kehrte Gadi nach Israel zurück und lernte Judy kennen, die aus den USA stammte, und sich ehrenamtlich im Kibbuz Ein HaSchofet engagierte. Die beiden heirateten und bekamen vier Kinder. 1985 wurde ihre Tochter Iris geboren, drei Jahre später Sohn Al. Es folgten der Sohn Ra’am und die jüngste Tochter Zohar. 1994 zogen Gadi und Judy mit ihren Kindern in den Kibbuz Nir Oz im Süden Israels. Dort lebten sie, bis die Hamas ein Blutbad in Israel anrichtete und ihre Welt zerstörte.

»Die Rückkehr von Judy und Gadi ist schmerzhaft und bricht unsere Herzen. Doch gleichzeitig bringt es das Ende der Ungewissheit«, schrieb das Familienforum für Geiseln nach der Bekanntgabe. »Ihre Rückkehr erinnert uns einmal mehr daran, dass es die Verpflichtung des Staates ist, alle nach Hause zu bringen, damit wir, die Familien - zusammen mit allen Bürgern Israels - den Prozess der Heilung beginnen können.«

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