Nach der teilweisen Wiederöffnung des israelischen Luftraums hat El Al am Donnerstag die ersten Rückholflüge für im Ausland gestrandete Israelis durchgeführt.
Rund 3500 Staatsbürger wurden am ersten Tag von Flügen aus europäischen Städten wie Athen, Batumi, Larnaca, London, München, Rom und Zürich nach Tel Aviv zurückgebracht. Israelische Medien berichteten.
Der Ablauf der Flüge war angesichts der aktuellen Sicherheitslage herausfordernd: Ein El Al-Flug aus Tiflis musste kurz vor der Landung in Ben-Gurion wegen eines Raketenangriffs aus dem Iran durchstarten, landete aber nach 20 Minuten sicher, wie ein Passagier berichtete.
»Wir waren in Madrid auf der Suche nach einer Möglichkeit, nach Israel zurückzukehren, und entschieden uns, über Rom zu fliegen. Der gesamte Rückweg dauerte 24 Stunden – spannend, aber auch beängstigend«, sagte eine Passagierin aus Herzliya der »Times of Israel«.
Deutliche Ausweitung
El Al und ihre Partnerfluggesellschaften Arkia und Israir planen, die Rückholflüge in den kommenden Tagen deutlich auszuweiten. Am Freitag sollen unter anderem 17 El Al-Flüge aus New York, Los Angeles, Bangkok sowie großen europäischen Städten in Tel Aviv landen. Arkia wird acht Flüge, Israir zwölf Flüge aus europäischen Städten durchführen.
Für die ausgehenden Flüge vom Ben-Gurion-Flughafen ist ein sehr eingeschränkter Betrieb geplant. Zunächst dürfen nur maximal 50 Passagiere pro Abflug reisen. Die Starts sollen an die Zahl der ankommenden Rückholflüge gekoppelt werden.
Passagiere müssen frühzeitig online einchecken und mindestens anderthalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Die begrenzte Wiederaufnahme der Abflüge ist für Sonntag geplant, unter Berücksichtigung der Sicherheitslage.
Auch dieser Aspekt dürfte bei Passagieren für ein Aufatmen sorgen. Während mehr als 100.000 Israelis weiterhin im Ausland feststecken und nur nach und nach nach Hause geflogen werden können, gilt dies auch für Tausende Ausländer in Israel und anderen direkt oder indirekt vom Krieg betroffenen Staaten im Nahen Osten.
Medizinische Fälle
Bei den Rückflügen nach Israel erhalten in besonderem Maße medizinische und humanitäre Fälle Priorität. Der Verkauf von Tickets an die Öffentlichkeit wird erst wiederaufgenommen, nachdem alle Kunden mit bestehenden Flugtickets wieder in Israel angekommen sind.
Seit der Schließung des Luftraums am Samstag, nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf das Regime des Iran, sind bereits mehr als 20.000 Israelis über Landgrenzen und Seewege nach Israel zurückgekehrt. Allein über den Grenzübergang bei Taba gelangten laut Einwanderungsbehörde rund 15.000 Israelis in ihren Heimatstaat.
Westliche Fluglinien fliegen weiterhin nicht nach Israel und andere Staaten in der Region. Die Lufthansa will morgen ihre Verbindungen nach und von Zypern wieder aufnehmen.
Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam in Saudi-Arabien wurden zunächst bis zum 10. März gestrichen. Ab dem 15. März fliegen Linien der Lufthansa Group wieder nach Amman und Erbil, am 22. März erstmals wieder zum Ben-Gurion-Flughafen zwischen Tel Aviv und Lod, falls die Maßnahme nicht zuvor verlängert werden muss.
Beirut steht bei Lufthansa ab dem 28. März wieder auf dem Flugplan. Flüge nach Teheran sollen vor Ende April nicht mehr abheben. im