Wirtschaft

Israel-Tourismus erholt sich langsam

Französische Touristen in der Jerusalemer Altstadt Foto: Flash 90

Israels Tourismusbranche erholt sich langsam, aber sicher. Während das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und der darauffolgende Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen den internationalen Reiseverkehr nahezu zum Erliegen brachte, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr ein Bild vorsichtiger Erholung: Rund 1,3 Millionen Touristen reisten 2025 nach Israel – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr mit rund 960.000 Besuchern.

Dennoch ist man noch weit von der Normalität vor dem Krieg entfernt und erreicht nur einen Bruchteil des Rekords von 4,6 Millionen Besuchern aus dem Jahr 2019. In den vergangenen zwei Jahren spiegelte der Tourismus weitgehend die allgemeine Stimmung im Land wider: zurückhaltend, widerstandsfähig und stark von persönlichen Bindungen geprägt. Angaben aus dem Tourismusministerium zufolge sei der Hauptgrund für einen Israelbesuch weiterhin die persönliche Verbindung.

Fast 45 Prozent kamen, um Verwandte und Freunde zu besuchen

Fast 45 Prozent der Touristen kamen, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Dies unterstreicht, wie sehr familiäre Bindungen und Verbindungen zur Diaspora das Reisen auch in Zeiten der Unsicherheit ermöglicht haben. Dieser Anteil ist trotz des Krieges und seiner Folgen bemerkenswert stabil geblieben.

Die USA, Frankreich und Großbritannien bildeten weiterhin das Rückgrat des ankommenden Tourismus und stellten zusammen etwa 55 Prozent aller Besucher. Aus den USA kamen 2025 rund 400.000 Touristen, gefolgt von Frankreich mit 159.000 und Großbritannien mit 95.000. Weitere wichtige Länder, aus denen Besucher kamen, waren Russland, Deutschland, die Ukraine, Kanada und Rumänien.

Gleichzeitig verändert sich das Profil der Besucher. Eine Umfrage des Ministeriums aus dem ersten Halbjahr 2025 zeigte, dass der Anteil jüdischer Touristen mit 51 Prozent etwas zurückging, während sich die Zahl christlicher Pilger mit neun Prozent fast verdoppelte. Letzteres ist ein Zeichen dafür, dass der religiöse Tourismus nach monatelangen Unterbrechungen langsam wieder anläuft. Die vergangenen Weihnachtstage haben dabei den Auftakt gemacht.

Minister Haim Katz: »Es gibt Grund für Optimismus.«

Auch erfuhr das Ministerium, dass die anreisenden Touristen mehr Geld in Israel lassen: Die durchschnittlichen Ausgaben von Individualreisenden, ohne Flüge, stiegen auf etwa 1.388 Euro, verglichen mit 1.221 Euro im Vorjahr. Branchenvertreter sehen darin einen Ausdruck längerer Aufenthalte, einer aufgestauten Nachfrage und des Wunsches, die lokale Wirtschaft zu unterstützen, die sich noch immer von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges erholt.

In den letzten zwei Jahren habe vor allem der Inlandstourismus eine entscheidende stabilisierende Rolle gepielt, erklärt das Ministerium in Jerusalem. Bis Ende des dritten Quartals 2025 hatten Israelis landesweit über 13 Millionen Hotelübernachtungen gebucht. Um diesen Trend zu fördern, rief Minister Haim Katz im November den »israelischen Tourismusmonat« ins Leben und bot Hunderte von Touren und Aktivitäten zum symbolischen Preis von 18 Schekel an (umgerechnet knapp fünf Euro). Rund 85.000 Israelis nahmen teil. Das Programm soll 2026 fortgesetzt werden.

Tourismusminister Haim Katz sieht durch die steigenden Zahlen und ausgebauten Flugrouten »Grund für Optimismus«. Über 47 Millionen Euro wurden als Zuschüsse für den Bau von mehr als 2000 neuen Hotelzimmern bewilligt. Darüber hinaus fördert das Ministerium technologische Innovationen, unter anderem den Einsatz künstlicher Intelligenz, um das Besuchererlebnis zu modernisieren.

Sechsmal am Tag Israel - Abu Dhabi

Auch am Himmel sind Anzeichen der Erholung sichtbar. Internationale Fluggesellschaften bauen ihre Präsenz am Flughafen Ben Gurion aus. Etihad Airways führt diese Entwicklung an und erhöht die Anzahl der Flüge zwischen Tel Aviv und Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab Mitte Juni auf sechs tägliche Verbindungen.

Azerbaijan Airlines plant aufgrund der gestiegenen Nachfrage eine deutliche Aufstockung der Flüge ab Baku, während TAP Air Portugal ab Frühjahr 2026 wieder fünf wöchentliche Flüge ab Lissabon aufnehmen will. Diese Verbindungen öffnen Israel über die bedeutenden Flughafen-Drehkreuze auch weiter für Asien, Europa und Amerika.

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