Nahost

Israel lässt weitere Hilfe nach Gaza

Humanitäre Hilfsgüter für Gaza Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool

Die Einfuhr von Hilfsgütern nach Gaza läuft wieder an. 100 Lastwagen mit Hilfsgütern wie Mehl, Babynahrung und medizinischen Produkten seien über den Grenzübergang Kerem Schalom in den Küstenstreifen gebracht worden, teilte die zuständige israelische Behörde COGAT auf X mit. Am Dienstag waren bereits 93 Lastwagenladungen eingetroffen.

Die dortige Bevölkerung, deren Führung den Krieg begann und weiterhin nicht bereit ist, 58 Geiseln freizulassen, braucht Nahrung, da die vor der jüngsten Blockade angelieferten Hilfsgüter fast aufgebraucht waren. Israel hatte mehr Druck auf die Hamas ausüben wollen, änderte jedoch seine Strategie.

Den Druck auf die Palästinenserführung in Gaza übt Israel nun auf andere Weise aus: Nach Ende der laufenden Großoffensive werde »das gesamte Territorium von Gaza unter israelischer Sicherheitskontrolle stehen«, verkündete Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Hamas werde komplett zerschlagen, sagte er in Jerusalem.

Neue Verteilungszentren

Israel will eine Hungersnot in dem aufgrund des Krieges der Hamas großflächig zerstörten Küstengebiet verhindern. Im Zuge einer geplanten Neuaufstellung der humanitären Hilfe wird Israel im Süden Gazas eine »sterile Zone« einrichten, wie Netanjahu ankündigte.

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»In dieser Zone, die komplett frei von der Hamas sein wird, werden die Bewohner von Gaza umfassende humanitäre Hilfe erhalten«, sagte er. US-Sicherheitsfirmen würden im Inneren des Küstengebiets Verteilungszentren einrichten und betreiben. Dies solle in den kommenden Tagen geschehen.

Er sei bereit, den Krieg zu beenden, sagte Netanjahu und nannte seine Bedingungen dafür: »Alle Geiseln werden nach Hause zurückkehren. Die Hamas wird ihre Waffen niederlegen, die Macht abgeben, ihre Führung, wer auch immer übrig bleibt, wird aus dem Gazastreifen verbannt, der Gazastreifen wird vollständig entmilitarisiert, und wir werden den Trump-Plan umsetzen«, sagte Netanjahu.

Warnung vor Angriff

Dieser Plan von US-Präsident Donald Trump sei »so revolutionär« und besage, dass »die Bewohner von Gaza, die gehen wollen, werden gehen können«, sagte Netanjahu und fügte hinzu. »Wer uns auffordert, die Kämpfe einzustellen, bevor diese Ziele erreicht sind, der fordert de facto, dass die Hamas an der Macht bleibt«.

Trump hatte im Februar erklärt, die USA könnten Gaza übernehmen, neu aufbauen und in eine »Riviera des Nahen Ostens« verwandeln. Die Bewohner des Gazastreifens müssten dafür umgesiedelt werden.

Das israelische Militär forderte unterdessen die Bewohner mehrerer Wohnviertel im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens dazu auf, ihre Behausungen zu verlassen. Ein Angriff gegen den Terror in diesen Gebiete, aus denen die Hamas Israel beschieße, stehe unmittelbar bevor, hieß es. ja/dpa

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