Israels Außenminister Gideon Sa’ar ist nach der umstrittenen Anerkennung Somalilands als unabhängigen Staat durch Israel zu Besuch in der Region. Er verteidigte die Entscheidung vor Ort als »moralisch richtig«.
Israel hatte im Dezember als weltweit erstes Land die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Somaliland ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhängig. Mehrere regionale Mächte verurteilten Israels Schritt.
Niemand werde bestimmen, welche Länder Israel als Staaten anerkenne, erklärte Sa’ar nach Angaben seines Büros. Bei Somaliland handle es sich um einen »funktionierenden Staat« und »eine stabile Demokratie«. Der israelische Außenminister kündigte zugleich eine baldige Eröffnung von Botschaften an. Israel lud den Präsidenten der Region am Horn von Afrika, Abdirahman Mohamed Abdullahi, den Angaben zufolge auch zu einem Besuch nach Israel ein.
Israels Außenminister kritisierte in Hargeisa zugleich die Anerkennung eines palästinensischen Staats durch mehrere Länder: »Anders als «Palästina» ist Somaliland kein scheinbarer Staat«, sagte Sa’ar ohne diese Äußerung näher zu erläutern.
Scharfe Reaktion in Mogadischu
Das somalische Außenministerium in Mogadischu reagierte scharf auf den Besuch Sa’ars in Hargeisa. Somaliland sei ein »integraler und untrennbarer Teil« Somalias, hieß es in einer Stellungnahme. Sa’ars Besuch sei eine ernsthafte Verletzung der Souveränität und politischen Einheit Somalias und stelle eine nicht zu akzeptierende Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes dar.
Das de facto eigenständige Gebiet in Ostafrika hoffte bisher vergeblich auf internationale Anerkennung. dpa/ja