Aktion

Flytilla nach Syrien

Wir lieben Syrien: Plakataktion in Tel Aviv Foto: facebook

Eine Verbindung von Israel nach Syrien existiert nicht. Es gibt keinen Grenzübergang, keinen einzigen Flug. Die beiden Länder befinden sich im Kriegszustand. Vor allem momentan, da der syrische Despot Baschar al-Assad sein eigenes Volk niedermetzelt, sollte man meinen, dass auch niemand hin will. Und doch gibt es einige in Israel, die genau das vorhaben.

Der israelische Aktivist und Lehrer Yovav Kalifon hat eine Initiative ins Leben gerufen, die eine sogenannte Flytilla in die Hauptstadt Amman organisieren will – um eine internationale Einmischung in die syrische Krise zu erreichen, die bereits mindestens 10.000 Menschenleben forderte. Kalifon ist sich der Schwierigkeit einer derartigen Aktion ausgerechnet aus dem jüdischen Staat durchaus bewusst. Er hofft, dass seine Idee letztlich von ausländischen Organisationen und Aktivisten aufgegriffen und durchgeführt wird.

Blutspende »Es sind nur sehr wenige Journalisten und UN-Beobachter in Syrien«, so Kalifon, »deshalb bedarf es einer internationalen Kraft, um die klare Botschaft zu senden, dass Syrien nicht allein ist.« Doch der junge Mann will nicht teilnahmslos zuschauen, während andere handeln. Konkret hat er vor, einen Bluttransport zu organisieren: An israelischen Universitäten soll Blut gespendet und dann via Jordanien an die syrische Bevölkerung geleitet werden.

»Wenn du dich mit der syrischen Bevölkerung solidarisch erklärst, warte nicht hilflos, bis sie alle zu Kriegstoten werden«, fordert Kalifon. »Warte nicht auf die Vereinten Nationen, die sinnlose Gespräche mit Assad führen. Warte nicht auf internationale Einmischung, die erst durch den Sicherheitsrat muss. Tu etwas als Zivilist, um anderen Zivilisten zu helfen. So bringen wir ein Licht der Hoffnung zu den Syrern.«

Seine Facebook-Seite »Fly-in to Syria 12 May« hat mittlerweile 41 Zusagen von Israelis, Amerikanern und Europäern, 17 überlegen noch, ob sie einsteigen wollen. Die Kommentare der Teilnahmewilligen sind idealistisch. Ein Amerikaner schreibt: »Es ist unwahrscheinlich, dass Assad Ausländer mit derselben Entschlossenheit umbringt, mit der er seine eigenen Leute ermordet.«

Dass tatsächlich am 12. Mai Aktivisten in Amman eintrudeln, hält Kalifon selbst für wenig realistisch. Doch das Datum sei nicht so wichtig: »Worauf es ankommt, ist die internationale Aufmerksamkeit.«

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Jom Hasikaron

Wenn Hunde heilen

Ein Projekt in Israel bringt Soldaten und traumatisierte Überlebende mit jungen Hunden zusammen – und schafft stille Rettungsräume im Alltag. Eine Begegnung im Yarkon-Park in Tel Aviv

von Sabine Brandes  20.04.2026

Israel

Herzog zeichnet Milei mit Ehrenmedaille aus

Javier Milei erhält in Jerusalem die höchste zivile Auszeichnung des jüdischen Staates. Der argentinische Präsident stellte sich im Konflikt mit dem Iran klar an die Seite Israels und der USA

 20.04.2026

Jom Hasikaron

Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt

Welche Zukunft hat der Gedenkort der Terroropfer und gefallenen Soldaten am zentralen Dizengoff-Platz in Tel Aviv?

von Sabine Brandes  20.04.2026

Waffenruhe

Präsident Aoun: Libanon verhandelt alleine mit Israel

Seit ein paar Tage gilt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die Regierung in Beirut will dauerhafte Stabilität für den Mittelstaat erreichen

 20.04.2026

Nahost

Soldat schlägt auf Jesus-Statue ein. Israel kündigt harte Strafe an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke »aufs Schärfste«. Das israelische Militär kündigte »angemessene Maßnahmen« gegen alle Beteiligten an

 20.04.2026

Nahost

Iran richtet zwei Männer hin

Den Verurteilten wurde vorgeworfen, für den Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprechen jedoch davon, dass es sich um politische Gefangene gehandelt habe

 20.04.2026

Nord-Israel

Kiryat Schmona: Bewohner demonstrieren gegen Waffenruhe mit Hisbollah

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, die Sicherheitsinteressen des Nordens preiszugeben

 20.04.2026

Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Neben der Politik kommt die Kultur nicht zu kurz: Für eine israelische Fernsehsendung zum morgigen Jom Haatzmaut singt der argentinische Präsident einen Song

 20.04.2026