Luftfahrt

Flugverkehr in Israel: Drastische Einschränkung der Passagierzahlen

Ein Flugzeug von Israir in der Luft. Foto: picture alliance / Wolfgang Minich

Angesichts der anhaltenden Sicherheitslage hat Israel die Beschränkungen für den Luftverkehr erneut verschärft. Am Ben-Gurion-Flughafen dürfen ab sofort deutlich weniger Passagiere pro Flug mitgenommen werden als bisher. Der israelische Kanal N12 berichtete.

Die Zahl der Fluggäste pro startender Maschine wurde demnach erneut auf lediglich 50 begrenzt. Zuvor lag die Kapazität zeitweise bei 120 bis 150 Passagieren. Die Entscheidung geht auf Sicherheitsbehörden zurück und wurde von Verkehrsministerin Miri Regev umgesetzt.

Neben der reduzierten Passagierzahl wird auch die Frequenz der Flüge erneut gedrosselt. Der Betrieb soll wieder auf das Niveau unmittelbar nach der Wiederöffnung des Luftraums zurückgefahren werden – mit nur einem Start und einer Landung pro Stunde.

Automatische Umbuchung

Unklar ist derzeit, nach welchen Kriterien Fluggesellschaften entscheiden, welche Passagiere tatsächlich befördert werden. Die drastische Begrenzung dürfte für viele Reisende kurzfristige Änderungen oder Ausfälle bedeuten.

Die israelische Fluggesellschaft El Al hatte bereits in den vergangenen Tagen zahlreiche Verbindungen gestrichen. Insgesamt wurden rund 25.000 Tickets annulliert. Betroffen sind Dutzende Ziele. Kunden können zwischen einer vollständigen Rückerstattung und einem Gutschein für zukünftige Flüge wählen.

In einer aktuellen Mitteilung erklärte das Unternehmen, dass der Flugbetrieb bis auf Weiteres stark eingeschränkt bleibe. »Flüge zwischen dem 21. und 28. März werden nur zu einer begrenzten Anzahl von Zielen durchgeführt«, hieß es. Passagiere würden – sofern möglich – automatisch auf verfügbare Verbindungen umgebucht.

Lesen Sie auch

Zudem wurde Rom kurzfristig wieder in den Flugplan aufgenommen. Gleichzeitig bleibt der Verkauf von Tickets für Abflüge aus Israel bis Mitte April ausgesetzt. Für Flüge nach Israel können weiterhin Tickets erworben werden, sofern Plätze verfügbar sind.

Auch andere Fluggesellschaften reagieren auf die Lage. So kündigte Israir an, den ursprünglichen Flugplan bis Ende März vollständig auszusetzen. Das Unternehmen erklärte, man werde sich bemühen, möglichst viele betroffene Passagiere auf verfügbare Flüge umzubuchen.

Für Kunden, die nicht reisen können oder wollen, werden ebenfalls Alternativen angeboten, darunter Rückerstattungen oder Gutscheine.

Die Einschränkungen treffen den Reiseverkehr zu einem sensiblen Zeitpunkt: Kurz vor Pessach steigt üblicherweise die Nachfrage nach Flügen deutlich an. Nun jedoch zwingt die Sicherheitslage Israel zu drastischen Maßnahmen, die den internationalen Reiseverkehr weiterhin stark beeinträchtigen. im

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kfar Aza

»Die Angst steckt noch immer im Rucksack«

Shachar Tzuk überlebte das Hamas-Massaker. Drei Jahre später hat sie ein Zuhause, eine Verlobte und ein neues Leben – aber noch immer eine gepackte Fluchttasche

von Sabine Brandes  07.10.2026

Terror

Flydubai-Copilot wollte offenbar Tel Aviver Flughafen treffen

Was war das Ziel des mutmaßlichen Angreifers beim Flydubai-Flug nach Tel Aviv? Die Ermittlungen dazu laufen noch, doch immer mehr Informationen sickern an die Öffentlichkeit

 07.10.2026

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026 Aktualisiert