Tel Aviv

Ex-Geiseln fordern Netanjahu zu Geisel-Deal auf

Auch mit Netanjahu-Masken demonstrieren Israelis für eine Freilassung der Geiseln durch die Palästinenser in Gaza. Foto: copyright (c) Flash90 2025

67 ehemalige Geiseln haben den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu einem Deal mit den Palästinensern über die Freilassung der restlichen Entführten im Gazastreifen aufgerufen. In einem offenen Brief mit der Überschrift »Ein Aufruf, Geschichte zu schreiben«, war die Rede von einer historischen Gelegenheit nach der jüngsten Freilassung des US-Israelis Edan Alexander.

»Wir glauben, dass die israelische Regierung nun eine echte Chance hat, an den Verhandlungstisch zurückzukehren«, hieß es in dem Brief. »Wir appellieren an alle, die an diesem Prozess beteiligt sind: Bitte zieht euch nicht zurück, bevor ein umfassendes Abkommen unterzeichnet ist.« Bei indirekten Gesprächen in Katar über eine neue Waffenruhe im Gaza-Krieg hat es nach Medienberichten bislang keine Fortschritte gegeben.

»Die Mehrheit der israelischen Gesellschaft will die Geiseln zurück – selbst um den Preis, die Militäroperationen zu beenden«, schrieben die Ex-Geiseln. »Sie glaubt an die Heiligkeit des menschlichen Lebens und an die größte Bedeutung, die Gefallenen für ein würdiges Begräbnis nach Israel zurückzubringen.«

Hoffnung, Einheit und Erneuerung

Die Unterzeichner forderten: »Befreit alle unsere Brüder und Schwestern aus ihrem Alptraum – unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Nur die sofortige Rückkehr aller Geiseln durch ein verhandeltes Abkommen kann die Grundlage für Hoffnung, Einheit und die Erneuerung unserer Nation schaffen.«

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Nach israelischen Angaben werden derzeit noch mindestens 20 Geiseln lebend von palästinensischen Terroristen im Gazastreifen festgehalten. Der Status von drei weiteren Entführten ist unklar. Zudem befinden sich die sterblichen Überreste von 35 Verschleppten im Gazastreifen.

Netanjahu hatte eine neue Offensive im Gazastreifen in den kommenden Tagen angekündigt. Selbst wenn die Hamas anbiete, weitere Geiseln freizulassen, werde Israel den Krieg nicht beenden. Eine zeitlich begrenzte Waffenruhe sei möglich, nicht aber ein dauerhaftes Ende der Kämpfe. Die Angehörigen befürchten, dass dies für die verbliebenen Geiseln den Tod bedeuten könnte.

Die Gründe für die harte Haltung Israels: Die Hamas hat Israel seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2007 regelmäßig in Kriege hineingezogen und mit Terrorwellen überzogen. Weitere Massaker im Stil des 7. Oktobers 2023 haben die palästinensischen Terroristen bereits angekündigt. Israel will den Terror ein für alle Mal stoppen und den Druck weiter erhöhen, bis die restlichen Geiseln freigelassen werden. dpa/ja

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