Israel

Ehud Olmert im Krankenhaus

Ehud Olmert 2015 Foto: dpa

Der ehemalige israelische Regierungschef und Bürgermeister von Jerusalem, Ehud Olmert, der eine Haftstrafe von 27 Monaten wegen verschiedener Korruptionsvergehen verbüßt, ist am Dienstag mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden. Ein Sprecher des Tel-Hashomer-Hospitals in Tel Aviv bezeichnete den Zustand des früheren Likud-Politikers als »stabil«. Olmert werde verschiedene Untersuchungen durchlaufen.

Der israelische TV-Sender Channel 10 berichtete, Olmert habe in der vergangenen Woche darum gebeten, seinen persönlichen Arzt sehen zu dürfen. Dies sei ihm aber mit dem Hinweis verweigert worden, er könne den Gefängnisarzt sehen. Das wiederum habe Olmert abgelehnt.

Olmert, der im Maasiyahu-Gefängnis einsitzt, hat im März beantragt, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden. Der Ausschuss, der für Begnadigungen zuständig ist, wollte an diesem Donnerstag eine Entscheidung verkünden.

Staatsanwaltschaft
Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft beantragt, erneut gegen Olmert zu ermitteln, weil der Ex-Politiker im Zusammenhang mit seinen geplanten Memoiren angeblich sensibles Material enthüllt haben soll. Demzufolge soll bei Olmerts Rechtsanwalt nach einem Besuch bei seinem Mandanten ein Kapitel über »sensible Operationen« gefunden worden sein, dessen Veröffentlichung die Zensur nicht zugestimmt hat. In diesem Zusammenhang wurde auch das Verlagshaus der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth von der Polizei durchsucht.

Im Maasiyahu-Gefängnis in Ramle war ein spezieller Bereich für Olmert gebaut worden. Der Politiker musste 2008 von seinem Regierungsamt zurücktreten und verbüßt als erster israelischer Ministerpräsident eine Haftstrafe. Im Maasiyahu-Gefängnis saß auch der ehemalige israelische Staatspräsident Moshe Katzav ein, der wegen Vergewaltigung verurteilt und im Dezember 2016 entlassen wurde. In der gleichen Haftanstalt trat Anfang Mai 2017 der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner Yonah Metzger eine Haftstrafte von dreieinhalb Jahren unter anderem wegen Bestechlichkeit an. ja

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschwert sich über »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide«. Sein israelischer Kollege Sa’ar weist dies zurück, kündigt aber eine Prüfung an

 28.04.2026

Jerusalem

Neue Allianz von Lapid und Bennett knapp vor Likud

Trotz des Vorsprungs würde sich an den politischen Machtverhältnissen insgesamt kaum etwas ändern

 28.04.2026

Tel Aviv

Generalstabschef warnt vor Disziplinverlust in der Armee

Eyal Zamir spricht in Zusammenhang mit dem Fehlverhalten einiger Soldaten von einem »offenen Widerspruch zu den Grundsätzen der Streitkräfte«

 28.04.2026

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Jerusalem

Israel ernennt ersten Botschafter für Somaliland nach Anerkennung der Region

Einen Botschafter Somalilands in Israel gibt es bereits. Im Januar wurde Mohamed Hagi für den posten ernannt

 27.04.2026