26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

Der Sitzungssaal der Knesset Foto: copyright (c) Flash90 2026

Noch rund sechs Wochen, dann stimmen die Israelis für ein neues Parlament ab. Die Wahl zur 26. Knesset gilt als besonders bedeutsam. Der rechtsreligiöse Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will seine Macht verteidigen. Die Opposition ihn ablösen. Bis Dienstagabend 22 Uhr mussten die endgültigen Listen beim Zentralen Wahlkomitee eingereicht werden. 38 Parteien stellen sich auf.

Neben den etablierten Parteien nehmen an dem aktuellen Wahlkampf auch eine Reihe neuer Bündnisse, eigens für die Wahlen gegründete Parteien und kleinere Listen teil, die ihre Stärke an der Wahlurne testen wollen.

Obwohl die Kandidatenlisten einige neue Namen und Kandidaten in letzter Minute enthielten, gab es keine Zusammenschlüsse in letzter Sekunde, wie oft bei vergangenen Wahlen in Israel. Doch einige Überraschungen gab es bei den Listen doch. So verließ das »Enfant Terrible« der Knesset, Tali Gotliv vom Likud, ihre politische Heimat und trat der rechtsextremen Otzma Jehudit bei. Deren Vorsitzender Itamar Ben-Gvir setzte sie gleich hinter sich auf Platz zwei.

Bemerkenswert ist, dass sich auf der Liste des Likud unter den 30 Top-Kandidaten nur vier Frauen befinden. Während auch sämtliche Oppositionsparteien von Männern angeführt werden, sind auf den Listen der Netanjahu-Gegner – Jaschar, Bejachad und den Demokraten – jeweils fünf Frauen unter den ersten zehn Plätzen vertreten.

Die Partei »Zionistisches Zuhause« unter dem Abgeordneten Chili Tropper (ehemals Blau-Weiß) löste sich nur wenige Tage vor dem Stichtag auf und man wolle der Opposition keine Stimmen nehmen, falls man es nicht in die Knesset schaffe, sondern für einen Regierungswechsel sorgen, hieß es.

Umfragen-Sieger wechselt täglich

Während eine aktuelle Erhebung der Tageszeitung Maariv den ehemaligen Generalstabschef Gadi Eisenkot (Jaschar) derzeit mit einem Vorsprung von fünf Mandaten vor dem Likud sieht, wechseln sich die Zahlen fast täglich ab.

Würden die Ergebnisse zutreffen und heute gewählt, erreicht das oppositionelle zionistische Lager 57 Sitze. Vier weitere Mandate könnten durch das Bündnis der Partei »Die Reservisten« mit der Wirtschaftspartei gewonnen werden. Damit wäre eine Mehrheit von 61 Sitzen möglich, ohne auf arabische Parteien angewiesen zu sein.

Doch ob das tatsächlich so geschieht, wird man erst nach dem Wahltag am 27. Oktober sehen. Denn Untersuchungen und Politikexperten zufolge gebe es knapp zwölf Prozent israelischer Wähler, die noch unentschieden sind, wo sie ihr Kreuzchen machen wollen. Und die könnten die Wahl letztendlich entscheiden.

Neben den bekannten großen Parteien wie Likud, Jaschar, Bejachad oder Demokraten sowie arabischen, rechtsextremen und charedischen Parteien gibt es in der Liste auch kleinere wie die »Neue Ordnung«, die »Haredi-Öffentlichkeit« und »Beit Yisrael Kreuzung«. All diese dürften allerdings die Eintrittshürde der Knesset von 3.25 Prozent nicht überschreiten. Doch auch für alteingesessene Parteien wie Blau-Weiß von Benny Gantz könnte es eng werden. In aktuellen Befragungen schafft er den Einzug ins Parlament nicht.

Die voraussichtlich stärksten Parteien (entsprechend der Reihenfolge) mit ihren Kandidaten sind:

Jaschar (Geradeaus)

  1. Gadi Eisenkot
  2. Yoram Cohen
  3. Orit Farkash-Hacohen

Likud

  1. Benjamin Netanjahu
  2. Eliyahu Cohen
  3. Amir Ohana

Bejachad (Zusammen)

  1. Naftali Bennett
  2. Yair Lapid
  3. Keren Terner-Eyal

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