Albert Einstein

Briefe an David Bohm versteigert

Albert Einstein (1879–1955) Foto: dpa

Albert Einstein

Briefe an David Bohm versteigert

Erfinder der Relativitätstheorie schrieb auch über Gott und Israel

von Ayala Goldmann  21.06.2017 10:53 Uhr

Sechs Briefe von Albert Einstein, in denen der Erfinder der Relativitätstheorie auch über seine Haltung zu Gott und Israel schrieb, sind am Dienstag in Jerusalem für insgesamt 209.400 US-Dollar (gut 188.000 Euro) versteigert worden.

Vier der Briefe, die zwischen 1951 und 1954 mit der Schreibmaschine getippt und von Einstein unterschrieben wurden, richteten sich an den amerikanisch-jüdischen Quantenphysiker und Philosophen David Joseph Bohm, bekannt als Experte für Vielteilchentheorie und Erfinder der Bohmschen Mechanik.

In dem Brief, der für 84.400 Dollar unter den Hammer kam, schrieb Einstein: »Wenn Gott die Welt geschaffen hat, war seine größte Sorge sicher nicht, sie leicht verständlich für uns zu machen. Das merke ich sehr stark seit 50 Jahren.«

McCarthy Nach Angaben des Auktionshauses Winners stammen die Briefe aus dem Nachlass der Witwe von David Bohm. An der Universität von Princeton hatten die beiden Quantenphysiker nach dem Zweiten Weltkrieg zusammengearbeitet. 1949 weigerte sich Bohm während der Ära des US-amerikanischen Senators McCarthy, vor dem» Komitee für unamerikanische Umtriebe« gegen andere Kollegen auszusagen, die kommunistischer Ansichten verdächtigt wurden. Daraufhin entließ ihn die US-Hochschule, und Bohm siedelte nach São Paulo über.

In einem der Briefe rät Einstein Bohm eindringlich davon ab, aus Frustration über die mangelhafte Förderung der Wissenschaft in Brasilien nach Israel überzusiedeln. Der jüdische Staat sei zwar »intellektuell lebendig und interessant, aber mit sehr beschränkten Möglichkeiten«. Dorthin einzuwandern mit dem Gedanken, bei der erstbesten Gelegenheit wieder auszuwandern, sei »bedauerlich«.

Allerdings hielt sich Bohm nicht an Einsteins Ratschlag und nahm eine zeitlich begrenzte Professur am Technion in Haifa an. Später übersiedelte er nach England.

www.winners-auctions.com/en/content/auction-no-100

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Jom Hasikaron

Wenn Hunde heilen

Ein Projekt in Israel bringt Soldaten und traumatisierte Überlebende mit jungen Hunden zusammen – und schafft stille Rettungsräume im Alltag. Eine Begegnung im Yarkon-Park in Tel Aviv

von Sabine Brandes  20.04.2026

Israel

Herzog zeichnet Milei mit Ehrenmedaille aus

Javier Milei erhält in Jerusalem die höchste zivile Auszeichnung des jüdischen Staates. Der argentinische Präsident stellte sich im Konflikt mit dem Iran klar an die Seite Israels und der USA

 20.04.2026

Jom Hasikaron

Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt

Welche Zukunft hat der Gedenkort der Terroropfer und gefallenen Soldaten am zentralen Dizengoff-Platz in Tel Aviv?

von Sabine Brandes  20.04.2026

Waffenruhe

Präsident Aoun: Libanon verhandelt alleine mit Israel

Seit ein paar Tage gilt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die Regierung in Beirut will dauerhafte Stabilität für den Mittelstaat erreichen

 20.04.2026

Nahost

Soldat schlägt auf Jesus-Statue ein. Israel kündigt harte Strafe an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke »aufs Schärfste«. Das israelische Militär kündigte »angemessene Maßnahmen« gegen alle Beteiligten an

 20.04.2026

Nahost

Iran richtet zwei Männer hin

Den Verurteilten wurde vorgeworfen, für den Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprechen jedoch davon, dass es sich um politische Gefangene gehandelt habe

 20.04.2026

Nord-Israel

Kiryat Schmona: Bewohner demonstrieren gegen Waffenruhe mit Hisbollah

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, die Sicherheitsinteressen des Nordens preiszugeben

 20.04.2026

Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Neben der Politik kommt die Kultur nicht zu kurz: Für eine israelische Fernsehsendung zum morgigen Jom Haatzmaut singt der argentinische Präsident einen Song

 20.04.2026