Washington D.C./Jerusalem

Bericht: Trump erwägt Reise nach Israel zur Verleihung des Israel-Preises

Donald Trump am Freitag im Garten des Weißen Hauses Foto: picture alliance / CNP / AdMedia

US-Präsident Donald Trump zieht offenbar in Betracht, im April nach Israel zu reisen, um dort persönlich den Israel-Preis entgegenzunehmen. Hintergrund ist die geplante Verleihung am israelischen Unabhängigkeitstag, der in diesem Jahr auf den 22. April fällt. Mehrere israelische Publikationen berichteten.

Auf die Frage, ob er zu diesem Anlass tatsächlich anreisen werde, soll Trump geantwortet haben: »Ja, es sieht so aus.« Damit deutet sich erstmals konkret an, dass ein Besuch trotz der angespannten Sicherheitslage im Zuge des Konflikts mit dem Iran möglich sein könnte.

Die Entscheidung, Trump auszuzeichnen, war bereits im Dezember vom israelischen Bildungsminister Yoav Kisch bekanntgegeben worden. In der Begründung hieß es, der Preis würdige unter anderem Trumps »Kampf gegen Antisemitismus, seinen Beitrag zur Förderung der Rückkehr der Geiseln nach Israel, die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels sowie seine konsequente Unterstützung des Rechts Israels auf Selbstverteidigung«.

Einladung vor dem Krieg verschickt

Kisch erklärte damals: »Ich bin stolz, Präsident Donald John Trump im Namen des Staates Israel und des jüdischen Volkes den Israel-Preis zu verleihen.« Zugleich bezeichnete er die Auszeichnung als Ausdruck der »tiefen, ewigen und untrennbaren Verbindung zwischen dem israelischen und dem amerikanischen Volk«.

Lesen Sie auch

Bereits im Februar hatte Kisch eine offizielle Einladung an Trump ausgesprochen – noch vor der jüngsten militärischen Eskalation mit dem Iran. Geplant ist neben der Preisverleihung auch die Übergabe eines eigens angefertigten Kunstwerks eines israelischen Designers, der lange im Reservedienst war.

Ob der US-Präsident die Reise tatsächlich antritt, dürfte auch von der weiteren Entwicklung der Sicherheitslage abhängen. Ein Besuch während eines laufenden Krieges hätte nicht nur symbolische, sondern auch erhebliche politische Bedeutung.

Debatte über Kriterien

Die Entscheidung, Trump auszuzeichnen, hatte bereits im Vorfeld Kritik ausgelöst. Nach den geltenden Regeln ist der Israel-Preis in der Regel israelischen Staatsbürgern oder Einwohnern vorbehalten. Eine Ausnahme besteht jedoch für besondere Verdienste um das jüdische Volk.

Erst im vergangenen Jahr waren die Richtlinien angepasst worden, sodass auch Persönlichkeiten aus der Diaspora berücksichtigt werden können. Kritiker sahen darin eine Aufweichung des ursprünglichen Charakters der Auszeichnung, die traditionell vor allem Leistungen innerhalb Israels würdigt. im

Libanon

Israel beschießt Hisbollah in Beiruter Vororten

Nachdem die Terror-Miliz den Norden Israels mit Drohnen angegriffen hat, reagiert die israelische Armee

 14.06.2026

Nahost

Hisbollah beschießt Israel mit Sprengstoff-Drohnen

Nach Drohnenangriffen der Hisbollah auf Israels Norden fordert Finanzminister Smotrich eine härtere Reaktion. Wird Israel jetzt wieder die Vororte Beiruts angreifen?

 14.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  12.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  12.06.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Pride Parade findet trotz Sicherheitsbedenken statt

Erstmals seit den Zeiten vor den Hamas-Massakern vom 7. Oktober 2023 kehrt das Großereignis zurück

 12.06.2026

Wehrpflicht

Massenproteste: Charedim legen Verkehr in Zentralisrael lahm

Die Demonstration richteten sich gegen die Festnahme von 19 Wehrdienstverweigerern nach Ausschreitungen vor dem Haus des stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichts

 12.06.2026

Studie

KI-Modelle reproduzieren antisemitische Vorurteile

Zwei israelische Forscher sagen, ihre Analyse zeige, wie »ein uraltes Vorurteil durch komplexe Muster von Eigenschaftszuschreibungen und kultureller Codierung in modernen technologischen Systemen fortbesteht«

 12.06.2026

Krieg gegen den Terror

Israel bereitet offenbar Vorstoß auf Hisbollah-Hochburg Nabatieh vor

»Die Hisbollah zieht sich zurück, hält aber an der Linie von Nabatieh fest«, sagt ein ranghoher IDF-Offizier

 12.06.2026