Krieg

Trump setzt Iran Ultimatum

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und »ohne Drohungen« öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, »beginnend mit dem größten!«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine wichtige Ader für den internationalen Handel mit Öl und Flüssiggas. Teheran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran mehrfach gedroht, dort passierende Schiffe anzugreifen. Der Schiffsverkehr in der Meerenge ist seit Kriegsbeginn vor drei Wochen praktisch zum Erliegen gekommen.

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Trump: Ich will keinen Waffenstillstand

US-Medienberichten zufolge bombardieren US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber verstärkt iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um die wichtige Straße von Hormus freizubekommen. Auch setzten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben ein, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen.

Trump war am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den Worten zitiert worden: »Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich auslöscht«. Danach schrieb er, die USA stünden kurz davor, die eigenen Kriegsziele zu erreichen.

Teheran gibt sich kämpferisch - Mehr als 100 Verletzte in Israel

Der Iran zeigt sich jedoch weiter kämpferisch. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die »verwundbaren Punkte des Feindes« analysiert und bereite eine neue Angriffswelle »mit neuen Strategien und moderneren Systemen« vor.

In Israel wurden am Samstagabend mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen Wüstenstädte Dimona und Arad verletzt, elf davon schwer. Es kam zu schweren Zerstörungen. Israels Luftabwehr habe mindestens zwei Raketen nicht abfangen können, berichtete die Zeitung »Times of Israel«. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem »sehr schweren Abend in unserem Kampf um unsere Zukunft«.

Angriff auf Atomanlage

Iranische Staatsmedien berichteten, die Angriffe hätten einer israelischen Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Abend auf der Plattform X mit, es lägen keine Hinweise auf Schäden am Nuklearforschungszentrum Negev vor. Informationen regionaler Staaten zufolge seien keine ungewöhnlich hohen Strahlungswerte festgestellt worden.

Laut iranischen Staatsmedien waren die Angriffe im Süden Israels eine Vergeltung für eine Attacke auf die iranische Urananreicherungsanlage in Natans am selben Tag. Der Iran machte die USA und Israel dafür verantwortlich. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, sie habe Natans nicht angegriffen. 

Erstmals hatte Teheran auch zwei Raketen auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia gefeuert. Zwar trafen sie laut US-Medien die Basis nicht. Der Stützpunkt liegt aber rund 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste – und damit etwa doppelt so weit entfernt, wie die bislang offiziell bestätigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit so einer Reichweite theoretisch auch europäische Städte erreichen.

Israel kündigt Fortsetzung der Angriffe an

»Das zeigt, wie sehr sich der Entscheidungsprozess in Richtung der Extreme bewegt«, zitierte das »Wall Street Journal« den israelischen Iran-Experten Danny Citrinowicz. Der inzwischen getötete Revolutionsführer Ali Chamenei sei beim Einsatz der Streitkräfte mit großer Zurückhaltung vorgegangen. »Diese Zurückhaltung ist nun nicht mehr gewährleistet«, schrieb Citrinowicz auf X. 

Israels Ministerpräsident Netanjahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz kündigten derweil eine Fortsetzung der Angriffe gegen den Iran an. Man sei entschlossen, »unsere Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen«, sagte Netanjahu nach den Raketeneinschlägen im Süden seines Landes. Katz sagte, man werde weiter Irans Kommandeure »enthaupten« und seine strategischen Fähigkeiten zerstören, »bis jede Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel und die Interessen der USA in der Region beseitigt ist«.

Israels Militärchef Ejal Zamir sagte mit Blick auf die Dauer des Kriegs, man sei »auf halbem Weg«. Der Krieg werde auch während des Pessachfests weitergehen, das am Abend des 1. April beginnt und eine Woche dauert. dpa

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