Israel

Aus für Mitte-Links-Block

Orly Levy-Abekassis und Amir Peretz bei einer Pressekonferenz am 18. Juli in Tel Aviv Foto: Flash 90

Der neue Vorsitzende der Arbeitspartei, Amir Peretz, hat ausgeschlossen, mit weiteren Parteien ein Bündnis einzugehen. Vor wenigen Tagen hatte er sich mit der Chefin der Gescher-Partei, Orly Levy-Abekassis, zusammengetan, die im Expertenjargon als »Rechts Light« bezeichnet wird.

Eine Union zwischen den beiden kam für viele überraschend, denn Levy-Abekassis gehört eigentlich zur rechten Parteienlandschaft Israels und saß einst für Avigdor Liebermans Israel Beiteinu im Parlament. Bei den vergangenen Wahlen hatte sie es mit Gescher nicht über die Eintrittshürde der Knesset geschafft.

union Peretz machte in einem Radio-Interview deutlich, dass er mit keiner anderen Partei eine Union eingehen wolle, nicht mit Ehud Baraks neuer »Israel Demokratit« und auch nicht mit der Linkspartei Meretz. Beide hatten sich dies von der Awoda gewünscht.

Stattdessen schließe er nicht aus, nach den Wahlen in einer Regierung mit einer rechts-religiösen Koalition zu sitzen, solange Premier Benjamin Netanjahu nicht wegen Korruption angeklagt werde. »Ich habe meinen Wählern versprochen, dass ich etwas tun werde, damit wir allen Israelis ein politisches Zuhause bieten. Daher habe ich diese weniger bequeme Lösung gewählt.« Meretz-Vorsitzender Nitzan Horowitz sagte daraufhin, dass »eine Stimme für die Awoda eine Stimme für Netanjahu ist«.

Auch im anderen Lager werden die Karten neu gemischt.

Auch im anderen Lager werden die Karten neu gemischt. Die ehemalige Justizministerin Ayelet Shaked kündigte nicht nur ihre Rückkehr in die Politik an, sie will auch gleich hoch hinaus. Shaked wird bei den Wahlen die Rechtspartei Hajamin Hachadasch anführen. Vor einigen Monaten hatte sie diese gemeinsam mit Bildungsminister Naftali Bennett gegründet. Im April schaffte auch Hajamin Hachadasch es nicht über die Prozenthürde, um in der Knesset zu sitzen. Netanjahu warf sie im Anschluss von ihren Ministersesseln und setzte Loyalisten ein.

leitung Jetzt jedoch will sich Shaked mit Parteien »rechts vom Likud« zusammenschließen. »Unter meiner Leitung werden wir eine bedeutende und kraftvolle Macht, die den Staat Israel mit Mut und Glauben anführt«, sagte sie auf einer Pressekonferenz.

Einer, dem das entsprechend mehrerer Medienberichte überhaupt nicht gefällt, ist der Ministerpräsident. Shaked, Bennett und er haben seit Jahren ein angespanntes persönliches Verhältnis. Angeblich soll sich sogar Netanjahus Ehefrau Sara eingemischt und den anderen Chefs der Rechtsparteien nahegelegt haben, ihren Platz auf keinen Fall für Shaked zu räumen.

Jerusalem

Israel bereitet offenbar neue Offensive zur Entwaffnung der Hamas vor

Hintergrund ist die Einschätzung in Sicherheitskreisen, dass die palästinensische Terrororganisation ihre Waffen nicht freiwillig abgeben wird

 11.02.2026

Jerusalem

Bericht: Netanjahu erhielt schon 2018 Hinweise auf Hamas-Invasionspläne

Eine erste Fassung des Plans der Terroristen soll an zentrale Entscheidungsträger gelangt sein

 11.02.2026

Nahost

Israel will erstmals Attentäter ausweisen

Den beiden arabischen Israelis wurde die Staatsbürgerschaft entzogen, sie sollen in den Gazastreifen abgeschoben werden

 10.02.2026

Eurovision Song Contest

Israels ESC-Song steht fest

In Israel wurde der Song, mit dem Noam Bettan in Wien antreten wird, ausgewählt. Vorjahreskandidatin Yubval Raphael hat ihn getextet

 10.02.2026

Reisen

Condor fliegt wieder von Frankfurt nach Israel

Die deutsche Fluggesellschaft nimmt die Strecke ab Mai 2026 nach langer Pause wieder in ihr Angebot auf

von Sabine Brandes  10.02.2026

Gaza

Indonesien will erste Truppen für Stabilisierungstruppe entsenden

Schon in den kommenden Wochen könnten Tausende Soldaten entsandt werden

 10.02.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher testen Krebstherapie gegen Alzheimer

Grundlage ist die sogenannte CAR-T-Zelltherapie, die bislang vor allem bei Leukämie eingesetzt wird

 10.02.2026

Untersuchungskommission

Ex-Verteidigungsminister Gallant nennt Netanjahu »Lügner«

Der israelische Premier beschuldigt die Sicherheitskräfte für das Versagen vor dem Massaker der Hamas

von Sabine Brandes  09.02.2026

Iran

Mullah-Regime droht Tel Aviv mit »Raketenhagel«

Ein Poster einer riesigen Karte der israelischen Metropole mit rot markierten »Angriffszielen« taucht in Teheran auf

von Sabine Brandes  09.02.2026