Kurzmitteilungen

Auf die Schnelle

Nass: Wasserschlacht in Tel Aviv Foto: JA

Kurzmitteilungen

Auf die Schnelle

Gerecht, gestärkt, gespritzt

von Ingo Way  09.07.2012 17:11 Uhr

Geurteilt
In den meisten Punkten wurde er freigesprochen. In dieser Woche wurde das Urteil gegen den früheren Ministerpräsidenten Ehud Olmert verkündet. Die Richter am Amtsgericht in Jerusalem verurteilten Olmert wegen Untreue, weil er während seiner Amtszeit als Handelsminister von 2003 bis 2005 einem Freund, dem Anwalt Uri Messer, illegal Aufträge zugeschanzt hatte. Damit wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein früherer Regierungschef verurteilt. In den übrigen Anklagepunkten wegen Korruption lautete das Urteil hingegen auf nicht schuldig. »Es gibt noch Richter in Jerusalem«, triumphierte der Ex-Regierungschef, als er das Gerichtsgebäude verließ. »Es gab keine Korruption. Es gab keine Geldannahme. Es gab keine Briefumschläge voller Scheine. Es gab nichts von dem, was man mir unterschieben wollte«, sagte der 66-Jährige zu Reportern israelischer Medien. Nun wolle er bald wieder in die Politik zurückkehren und sich in der Kadima-Partei engagieren, versprach Olmert, der im Jahr 2008 aufgrund der Vorwürfe von seinem Posten als Ministerpräsident zurücktreten musste. Dem steht bislang noch eine winzige Kleinigkeit im Weg: Im September wird das Urteil im »Holyland«-Prozess erwartet. Olmert soll als Bürgermeister von Jerusalem in einen der größten Immobilienskandale des Landes verwickelt gewesen sein.

Gespritzt
Anfang Juli, wenn es in Tel Aviv so richtig heiß wird, findet auf dem Rabin-Platz Jahr für Jahr eine Wasserschlacht statt. Auch diesmal kamen bei Temperaturen über 30 Grad mehr als 3.000 überwiegend junge Besucher – Einwohner wie Touristen – in Strandkleidung. Teils mit Spritzpistolen bewaffnet, fanden sie sich nun schon zum achten Mal auf dem zentral gelegenen Platz ein, um sich gegenseitig nasszuspritzen – und viel Haut zu zeigen. Angesichts der sommerlichen Wasserknappheit in der Region versichern die Veranstalter, dass bei dem Event ausschließlich Wasser aus dem Brunnen in der Mitte des Rabin-Platzes verwendet wird. Und dessen trübe Plörre ist zum Trinken ohnehin nicht geeignet.

Gerecht
Manchmal geht es auf den Straßen von Tel Aviv äußerst ernsthaft zu. Am vergangenen Wochenende zogen 12.000 Demonstranten durch die Stadt, um die Wehrpflicht auch für ultraorthodoxe junge Männer und Frauen zu fordern. »Ein Volk, eine Wehrpflicht« war auf Transparenten zu lesen. Das Tal-Gesetz, das bisher Orthodoxe von der Wehrpflicht befreit, war vom Obersten Gerichtshof für verfassungswidrig erklärt worden und läuft zum 31. Juli aus. Ministerpräsident Netanjahu, der eine Einberufung von Charedim bisher dennoch ablehnte, versprach unter dem öffentlichen Druck, sich nunmehr für eine gerechte Lösung einzusetzen. Mit dem Widerstand aus ultraorthodoxen Kreisen darf weiterhin gerechnet werden.

Geschossen
Palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen haben am Montag mit Feuerwaffen auf den Kibbuz Yad Mordechai in der Nähe der Kleinstadt Sderot geschossen. Unter anderem zielten sie auf ein Auto und trafen einen glücklicherweise leeren Kindersitz. Auch die Fensterscheibe einer benachbarten Gaststätte wurde von den Kugeln zerschlagen. Die Restaurantbesucher warfen sich zu Boden und blieben unverletzt. In der darauffolgenden Nacht griffen die israelischen Streitkräfte daraufhin Ziele der Hamas im Gazastreifen an.

Gestärkt
Premierminister Benjamin Netanjahu sowie Kultur- und Sportminister Limor Livnat haben die Mitglieder der israelischen Olympia-Delegation getroffen, die in Kürze in Richtung London abreisen wird. Netanjahu überreichte jedem der 38 Sportler eine Medaille aus Schokolade, forderte sie auf, möglichst mit Goldmedaillen zurückzukommen, und sagte: »Wir schicken euch mit größtmöglichem Vertrauen, Unterstützung und Rückendeckung nach London.« Sportminister Livnat fügte hinzu: »Ich möchte jedem der Teilnehmer Glück wünschen. Das ganze Land steht hinter euch und schaut auf euch. Wir sind stolz auf euch alle. Geht in Frieden und kehrt in Frieden zurück.« Die beiden Politiker erinnerten auch an das Olympiamassaker in München 1972. Vor 60 Jahren, in Helsinki, hat erstmals ein israelische Team an den Olympischen Spielen teilgenommen.

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026