Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Verkauft Chametz: Reuven Rivlin (r.) Foto: GPO

Worte
Neue Juwelen im Wortschatz: Die Akademie für die hebräische Sprache in Jerusalem hat eine Liste mit Wörtern herausgegeben, um die vielen Anglizismen zu ersetzen, die sich im Alltag eingeschlichen haben. Die meisten von ihnen haben mit Computern und Internet zu tun. Jeder Israeli kann Vorschläge an die Akademie senden, die sich regelmäßig trifft, um die Aufnahme neuer Wörter zu diskutieren. Hat es eines schließlich in die Liste geschafft, wird es mehrmals in den Radionachrichten veröffentlicht. Während es einige Neueinführungen tatsächlich in den Sprachgebrauch schaffen, verstauben andere in den dicken Büchern. Jüngst aufgenommen wurden unter anderem »tag hakbatza« für Hashtag, »tatzlum matzag« für Screenshot und »diwkit« für Autosticker.

Verbot
Der Bann wurde erneuert. Polizeichef Roni Alscheich hat wieder erlassen, dass jüdische Knessetmitglieder den Tempelberg bis auf Weiteres nicht betreten dürfen. Die Ankündigung erfolgt im Zusammenhang mit der Nachricht, dass zu den Pesachfeiertagen Unruhen auf dem politisch fragilen Gelände ausbrechen könnten. Alscheich schrieb an Premierminister Benjamin Netanjahu: »Angesichts der Provokationsversuche von Extremisten auf beiden Seiten ist es wahrscheinlich, dass die Anwesenheit von Abgeordneten die Spannungen eskalieren lassen könnten.« Außerdem lud der Polizeichef die Bürgermeister von Städten und Dörfern – Juden wie Araber – ein und forderte sie auf, gemeinsam mit den Bewohnern die Spannungen zu beruhigen. »Wir werden es keiner radikalen Minderheit erlauben, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen«, machte er deutlich.

Rabatt
Die Zahl der Israelis, die nach Griechenland fliegen, um Urlaub zu machen, steigt stetig. Vor allem seit den jüngsten Reisewarnungen in Bezug auf die Türkei. Und jetzt erhalten die Hellas-Touristen sogar noch ein besonderes Schmankerl. In vielen griechischen Geschäften bekommen sie bei Vorlage ihres Reisepasses 20 Prozent Rabatt auf den Einkauf. Die Regelung gilt auch für Besucher aus den USA, Russland und der Türkei. Die griechische Tourismusindustrie, ein bedeutender Pfeiler der Ökonomie, leidet bereits seit sechs Jahren unter der extremen Wirtschaftskrise.

Chametz
Kurz vor dem Pessachfest hat Staatspräsident Reuven Rivlin traditionell das Chametz des ganzen Landes verkauft. Gemeinsam mit dem sefardischen Rabbiner von Jerusalem, Shlomo Amar, übergab Rivlin symbolisch alle gesäuerten Speisen an einen Nichtjuden. Denn das jüdische Gesetz verbietet nicht nur den Verzehr von Gesäuertem in der Pessachwoche, sondern auch den Besitz von Brot, Kuchen, Keksen und Ähnlichem. Pessach erinnert an den Auszug der Juden aus der Sklaverei in Ägypten. Eine Woche lang essen die Israelis die trockenen Mazzenfladen.

Nachhilfe
Ultraorthodoxe Israelis sollen Englisch lernen. Und sie wollen! An vielen streng religiösen Schulen wird keine Fremdsprache gelehrt. Doch die Initiative Avodot LeHaredim (Arbeit für Charedim), die Orthodoxen hilft, Jobs zu finden, will das ändern. Nach der Bekanntgabe des Angebots schrieben sich innerhalb von 24 Stunden 950 Personen ein. Und Tausende mehr wollen die Schulbank drücken, geben die Initiatoren an. Daher wandte sich Avodot LeHaredim an den Parlamentarier Dov Lipman und bat um Hilfe, den Ansturm zu bewältigen. »Eine der größten Herausforderungen für die Charedim bei der Arbeitssuche ist der Mangel an Englischkenntnissen«, erklärte dieser. Nun werden Freiwillige gesucht, die mit den neuen Schülern mindestens 15 Minuten am Tag Konversation betreiben.

Strafe
Bislang fuhren Radfahrer in Tel Aviv, wo sie wollten. Doch damit soll Schluss sein. Wenn sie ab dem 1. Mai dabei erwischt werden, dass sie andere als die vorgesehenen Radwege benutzen, können sie mit einer Strafe von bis zu 250 Schekeln belegt werden. Die Stadtverwaltung gab am vergangenen Sonntag bekannt, dass die Polizei die Maßnahme sofort umsetzen werde. Auch soll verstärkt darauf geachtet werden, dass sich die Radler an die Verkehrsregeln halten – was in Israel selten der Fall ist.

Besuch
Zum ersten Mal ist der Premierminister von Singapur nach Israel gereist. Lee Hsien Loong kam am Montag im jüdischen Staat an und wird sich mit verschiedenen Politikern treffen. Hsien Loong, der gemeinsam mit seiner Ehefrau und mehreren Ministern unterwegs ist, wollte sich vier Tage lang im Land aufhalten und verschiedene Stätten besuchen. Singapur, das 1965 gegründet wurde, unterhält bereits seit 1969 gute diplomatische Beziehungen zu Israel.

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschwert sich über »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide«. Sein israelischer Kollege Sa’ar weist dies zurück, kündigt aber eine Prüfung an

 28.04.2026

Jerusalem

Neue Allianz von Lapid und Bennett knapp vor Likud

Trotz des Vorsprungs würde sich an den politischen Machtverhältnissen insgesamt kaum etwas ändern

 28.04.2026

Tel Aviv

Generalstabschef warnt vor Disziplinverlust in der Armee

Eyal Zamir spricht in Zusammenhang mit dem Fehlverhalten einiger Soldaten von einem »offenen Widerspruch zu den Grundsätzen der Streitkräfte«

 28.04.2026

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Jerusalem

Israel ernennt ersten Botschafter für Somaliland nach Anerkennung der Region

Einen Botschafter Somalilands in Israel gibt es bereits. Im Januar wurde Mohamed Hagi für den posten ernannt

 27.04.2026