Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Sparen
Nach den vielen Negativschlagzeilen wollen es die Netanjahus nun offenbar besser machen. Die öffentliche Kritik hat sie wohl zum Sparen angeregt. Wie jetzt bekannt wurde, sind die Ausgaben sowohl in der offiziellen Residenz in Jerusalem wie auch im Privathaus des Ehepaares in Caesarea stark zurückgegangen. 2014 sollen es für beide Häuser zusammen unter zwei Millionen Schekel (rund 470.000 Euro) gewesen sein. Im Jahr davor war den Steuerzahlern ein Bericht über Ausgaben in fast dreifacher Höhe übel aufgestoßen. Besonders große Posten: Duftkerzen und Pistazieneiscreme.

Rede
Die traditionelle Rede zum Jahrgangsabschluss des internationalen Studienprogramms an der Universität Tel Aviv hielt in diesem Jahr Haissam Hassanein. Doch der Student ist kein – wie der Name vermuten ließe – israelischer Araber, sondern Ägypter. Wie er erzählte, hatte er »tausend und einen Grund«, nicht nach Israel zu kommen. Er wollte die Menschen dennoch persönlich kennenlernen, über die er so viel Schlechtes gehört hatte, sagte er. »Aber dann sah ich, dass es zwei sehr verschiedene Realitäten gibt. Ich hatte erwartet, dass die Leute hier unglücklich und besonders unfreundlich sind, wenn sie einen Ägypter treffen. Aber das Gegenteil war der Fall. Ich wurde überall eingeladen und willkommen geheißen. Die Vielfältigkeit ist so erstaunlich wie die Wärme der Menschen.« Die größte Überraschung für Hassanein aber war, wie gut die verschiedenen Bewohner im Alltag miteinander auskommen. Sein Fazit des Studienjahres: »Wir alle müssen unsere Überzeugungen immer und überall hinterfragen.«

Katze
Vor Kurzem noch galt sie als fast ausgestorben, jetzt tollen drei kleine Sprösslinge der Sandkatze durch das Gehege. Der Safaripark in Ramat Gan hat Nachwuchs bekommen. Die Angestellten des Zoos waren völlig überrascht, denn sie hatten lange Zeit nichts von der Schwangerschaft der Katzenmama Rotem geahnt. Sandkatzen sind die einzigen Samtpfoten, die in der Wüste überleben können. Einst stromerten sie frei und wild durch das Jordantal und angrenzende Gebiete, heute leben sie fast ausschließlich in Zoos und Naturparks.

Ketchup
Sie gilt als die Ketchup-Marke schlechthin: Heinz aus den USA. Doch in Israel darf der Ketchup nun nicht mehr Ketchup heißen. Das Gesundheitsministerium entschied, dass das Produkt nicht genug Tomaten enthält, um in diese Kategorie zu fallen. Der lokale Hersteller Osem hatte den Antrag beim Ministerium gestellt, nachdem er die Marke in einem europäischen Labor hatte testen lassen. In dem Bericht heißt es, dass Heinz lediglich 21 Prozent Tomatenkonzentrat enthält und nicht 61, wie angegeben. In Israel muss Ketchup mindestens zu 41 Prozent aus Tomaten bestehen. Nun wird Heinz mit der Bezeichnung »Tomaten-Würze« verkauft. Was Heinz selbst dazu sagt, ist nicht bekannt.

Tränen
Viele Tränen der Freude und des Abschiedsschmerzes flossen hüben wie drüben, als ein Flugzeug mit 229 Neueinwanderern aus den USA in Richtung Israel abhob. Unter den Passagieren, die allesamt nach Israel einwandern, befanden sich 59 sogenannte »lone soldiers«, die nach ihrer Ankunft die olivgrüne Uniform anziehen werden. Sie kommen allein, ohne Eltern oder sonstige Familie. »Es ist mein Traum«, sagten viele kurz vor dem Abflug in New York.

Absage
Das israelische Supermodel Bar Refaeli (die im September unter die Chuppa treten will), wurde in die Türkei eingeladen. Sie sollte auf der dortigen Fashion Week als Publikumsmagnet fungieren. Doch anti-israelische Gruppen echauffierten sich über Bars Teilnahme und übten Druck auf die Veranstalter aus. Die zogen ihre Einladung aber nicht zurück und erklärten sogar, dass sie die Sicherheitsvorkehrungen für die Schöne verstärken wollen. Doch anscheinend ist das Refaeli zu viel Stress vor ihrer Hochzeit. Sie will nun nicht mehr und teilte den enttäuschten Initiatoren mit, sie werde nicht in die Türkei reisen.

Roboter
Die These, dass Roboter die Welt übernehmen, schreiben die meisten lediglich Science-Fiction-Autoren zu. Doch dass die programmierten Gesellen im Verkehr eine immer größere Rolle einnehmen, ist unbestritten. Jetzt entwickelte ein israelischer Student einen Roboter-Lieferservice, der schon bald Realität werden könnte. Kobi Schikar vom Schenkar-College in Ramat Gan designte eine Einrad-Drohne, die ähnlich wie der Segway funktioniert. Das unbemannte Gefährt mit Namen »Transwheel« soll per GPS seinen Weg finden und die Lieferung auf dem schnellsten Weg zum Kunden bringen – rund um die Uhr.

Israel

Heimkehr nach Nir Oz

Zwischen ausgebrannten Häusern und neuen Plänen versucht ein kleiner Kibbuz nach dem Massaker der Hamas wieder in den Alltag zu finden. Ein Ortsbesuch

von Nils Kottmann  01.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  01.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  01.05.2026

Mittelmeer

Israel stoppt Gaza-Flottille auf hoher See

Die 175 Aktivisten an Bord der »Gaza Sumad Flotilla« wurden festgenommen und werden nun nach Israel gebracht

 30.04.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Washington D.C.

US-Regierung wirft PA fortgesetzte Zahlungen von Terror-Renten vor

Im vergangenen Jahr hat die Autonomiebehörde nach amerikanischen Angaben 156 Millionen Dollar (134 Millionen Euro) an Terroristen ausgezahlt

 30.04.2026

Sabine Brandes

Unsicherheitsminister Itamar Ben-Gvir

Dass ein solcher Extremist die innere Sicherheit Israels verantwortet, ist ein Offenbarungseid

 30.04.2026

Gaza

Die Hamas rüstet wieder auf

Die Terrororganisation festigt ihre Macht und nutzt die Ablenkung durch den Iran-Krieg, um sich auch militärisch neu aufzustellen

von Sabine Brandes  30.04.2026