Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Sexistisch? Bar Refaeli Foto: Flash 90

Reise
Bettina Wulff ist in Israel. Vor einigen Tagen landete sie auf dem Flughafen Ben Gurion. Gemeinsam mit deutschen Schülern besucht sie dieser Tage das Heilige Land. Die mit Jeans und Strickjacke bekleidete ehemalige First Lady zog bei der Ankunft ihren Rollkoffer hinter sich her und lächelte freundlich. Wulff begleitet die Jugendlichen auf ihrer Reise durch Israel und die palästinensischen Gebiete für die Peter-Maffay-Stiftung. »Es ist eine tolle Gelegenheit für die Jugendlichen, ein anderes Land, eine andere Sprache und eine andere Kultur kennenzulernen. Das liegt mir sehr am Herzen«, zitierte die Bild-Zeitung Frau Wulff.

Marathon
Jedes Jahr laufen mehr mit. Der Tel-Aviv-Marathon war auch dieses Mal ein riesiger Erfolg. Am Freitag rannten 40.000 Menschen aus dem In- und Ausland in der Weißen Stadt am Mittelmeer um die Wette. Platz eins belegte der Kenianer Koech Ezriel Kiprop und brach mit 2:14:40 Stunden sogar den Rekord. Beim größten internationalen Sportereignis des Landes liefen 2600 Teilnehmer die volle Strecke (42,195 Kilometer). Und auch die Kinder waren aktiv: 2000 Mädchen und Jungen absolvierten voller Elan den Mini-Marathon. Bürgermeister Ron Huldai, der um 6.30 Uhr morgens den Startschuss abfeuerte, freute sich: »80 Jahre nach dem ersten Marathon in Tel Aviv feiern wir heute den größten Lauf, der hier je veranstaltet wurde.«

Gesetz
Der Gesetzesvorschlag, den Wehrdienst von Frauen zu verlängern, ist vorerst ad acta gelegt worden. Die Einbringung sah vor, die Zeit von 24 auf 28 Monate auszudehnen. Verschiedene Knessetabgeordnete hatten die Neuregelung gefordert, nachdem entschieden wurde, den Dienst der Männer um vier Monate zu verkürzen. Statt 36 müssen männliche Soldaten lediglich noch 32 Monate zur Armee. In jedem Fall soll die Regel für Frauen, so sie denn überhaupt durch alle Instanzen kommt, nicht vor Mitte 2016 umgesetzt werden.

Anzeigen
Passend zum Internationalen Frauentag am 8. März veröffentlichte die WIZO eine Liste der »frauenfeindlichsten Werbekampagnen« Israels. Unter den zehn ausgewählten befindet sich unter anderem ein Werbespot der Post. Das Video zeigt eine ältere Dame, der es offensichtlich gefällt, dass ein Räuber ihren Körper betatscht. Auch Vorzeigemodel Bar Refaeli kommt nicht gut weg. In Leder und mit Hasenöhrchen ausgestattet will sie Brillen von Carolina Lemke an den Mann und die Frau bringen. Sogar die linksliberale Tageszeitung Haaretz ist unter den Kritisierten. Ein Video auf ihrer Website zeigt ein Paar beim Sex. Während die Frau schweigt und genießt, verteilt der Mann Noten für das Gebaren seiner Partnerin. Die »Liste der Schande« soll am 8. März veröffentlicht werden.

Initiative
Bei den fünften Regierungskonsultationen zwischen Israel und Deutschland wurde eine Vielzahl von Abkommen unterzeichnet. Eines davon ist die »Afrika-Initiative«. Aus der Partnerschaft der beiden Länder sollen Synergien entstehen, von denen verschiedene Dritte-Welt-Länder, hauptsächlich in Afrika, profitieren können. Unterschiedliche Projekte werden von Berlin und Jerusalem finanziert und realisiert. Darunter in Kenia eines für Aquakultur rund um den Viktoriasee. Auf diese Weise soll das Ökosystem des Gewässers geschützt werden. In Äthiopien ist geplant, abgeschiedene ländliche Gemeinden und in Ghana die dortige Zitrusfruchtproduktion zu unterstützen.

Preis
Der Israelpreis im Bereich Medizin geht in diesem Jahr an die Professorin Marta Weinstock-Rosin von der Hebräischen Universität in Jerusalem. Die Pharmakologin ist durch die Erfindung von Exelon bekannt geworden, ein Medikament, das gegen Demenz, Alzheimer- und Parkinsonerkrankungen eingesetzt wird. Ihre derzeitige Forschung gilt Wirkstoffen, die die Fähigkeit des Gedächtnisses und des Gehirns im Allgemeinen verbessern sollen. Weinstock-Rosin ist seit 1981 Professorin an der Hebräischen Universität und seit 1983 Leiterin des Bereiches Pharmazie. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder und 20 Enkel.

Tagebuch
Die israelische Botschaft in Japan will Bibliotheken in Tokio 300 Exemplare des Tagesbuchs von Anne Frank schenken. An verschiedenen Orten im Land wurden die Bücher von Unbekannten beschädigt. Die Nachricht von den zerrissenen Tagebüchern der deutschen Jüdin Anne, die von den Nazis ermordet worden war, schockierte vor einigen Tagen die Welt und ließ Sorgen über Japans politischen Rechtsruck laut werden. Die betroffenen Büchereien zeigten sich gerührt über die »warme Geste« der Botschaft. Die sagte, dass sie die Bücher sehr gern spendet, »denn das Tagebuch hilft, menschliche Aspekte im Hinblick auf den Holocaust zu verstehen«.

Israel

Atomreaktor als Ziel

Ein Angriff des Iran am vergangenen Wochenende hat in Arad und Dimona 175 Menschen verletzt. Laut Staatsmedien in Teheran hatten die Raketen einen Atomreaktor in der Nähe zum Ziel – als Vergeltung für Angriffe auf die iranische Uran-Anreicherungsanlage

von Ralf Balke  29.03.2026

Jerusalem

Kirchenvertreter in Jerusalem am Zutritt zur Grabeskirche gehindert

Der höchste katholische Vertreter wurde am Palmsonntag daran gehindert, an der Messe teilzunehmen. Italien reagiert und will den israelischen Botschafter einberufen. Inzwischen hat die israelische Polizei ihr Vorgehen verteidigt

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

US-Medien berichten über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen. Teheran reagiert und droht »Bestrafung« an

 29.03.2026

Meinung

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Iran-Krieg

Angriff auf Residenz von Kurden-Präsident im Nordirak

Eine Attacke trifft die Residenz von Kurden-Präsident Barsani im Irak. Die USA machen »Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak« verantwortlich. Zuletzt hatte der Iran Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert

 29.03.2026

Iran-Krieg

Huthi greifen erneut Israel an – Iran droht US-Universitäten

Die jemenitische Miliz beschießt Eilat, iranische Elitestreitkräfte drohen mit »Vergeltungsmaßnahmen« an US-Universitäten in der Region, und Pakistan versucht zu vermitteln – die Übersicht am Sonntagmorgen

 29.03.2026

Israel

Irans Waffenproduktion soll »in wenigen Tagen« weitgehend zerstört sein

Eines der Kriegsziele Israels ist die Ausschaltung der iranischen Militärindustrie. Ein Armee-Sprecher nennt den zeitlichen Horizont, bis wann dieses Ziel erreicht sein könnte

 28.03.2026

Jemen

Erstmals im Iran-Krieg: Huthis greifen Israel an

Die terroristische Miliz hatte seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 keine Raketen mehr auf Israel gefeuert. Nun ist die vom Iran gestützte Miliz in den Krieg eingetreten

 28.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026