»Hebron«-Urteil

18 Monate Haft für Soldat

Elor Azaria am 21. Februar im Gerichtssaal Foto: dpa

Im sogenannten Hebron-Fall haben die Richter am Dienstag das Strafmaß verkündet. Der des Totschlags für schuldig befundene Soldat Elor Azaria muss für 18 Monate ins Gefängnis. Ein weiteres Jahr erhält er auf Bewährung, außerdem wird sein Rang heruntergestuft. Mehrere Minister riefen die Armee dazu auf, Azaria zu begnadigen. Die Verteidigung hat angekündigt, in Berufung zu gehen.

Azaria hatte am 24. März 2016 den palästinensischen Terroristen Abdel-Fattah al-Sharif, der verwundet am Boden lag, mit einem Kopfschuss getötet. Die Debatte um die Tat des Soldaten hatte die israelische Gesellschaft gespalten. Während viele meinten, Azaria solle überhaupt nicht angeklagt werden, fanden andere, er hätte eigentlich wegen Mordes vor Gericht stehen müssen.

Strafmass Auch viele Politiker hatten sich in den Fall eingemischt: Mehrere Minister taten es auch jetzt, nach der Verkündung des Strafmaßes. Kulturministerin Miri Regev wandte sich an Armeechef Gadi Eizenkot und bat, den Soldaten zu begnadigen. Azaria selbst hatte die Richter zuvor um Milde ersucht. Die Ankläger der Armee hatten eine härtere Strafe von drei bis fünf Jahren gefordert.

Die Richter des Armeegerichts in Tel Aviv erklärten ihre Entscheidung damit, dass der Soldat, der in der Sanitätseinheit eingesetzt war, die Regeln der Armee verletzt und unprofessionell gehandelt habe.

Allerdings wurde auch die militärische Führung kritisiert, da sie sich nicht ausreichend um die Familie des Angeklagten gekümmert habe. Ebenfalls bemängelten die Richter die Einmischung des Verteidigungsministers Avigdor Lieberman in den Fall.

Die Familie des Angeklagten sang nach der Verlesung des Strafmaßes die israelische Nationalhymne und nannte Azaria einen »Helden«. Einige Dutzend Demonstranten versammelten sich vor dem Gericht und forderten eine Begnadigung. Der Ankläger Nadav Weisman erklärte indes, die Haftstrafe sei eine deutliche Botschaft an die Kommandanten, die Werte der Armee zu beachten.

Brüssel

900 Millionen Euro Herzenswärme

Knapp eine Milliarde Euro soll für den Wiederaufbau in den Gazastreifen gehen. Dass die Mittel am Ende tatsächlich nur in die zivile Infrastruktur fließen, ist zweifelhaft

von Michael Thaidigsmann  13.07.2026

Essay

Wann endet ein Flüchtlingsstatus?

Der Flüchtlingsstatus ist kein Dauerzustand. Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  13.07.2026

Paris

Isolation Israels ist »historisches moralisches Versagen«

»Es ist ein dunkler Moment für Juden auf der ganzen Welt«, sagt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy. »Wir müssen stolz, stark und weise sein.«

 13.07.2026

Brüssel

Bundesregierung bremst in EU-Debatte um Israel-Sanktionen

Produkte aus israelischen Siedlungen beschränken? Etliche EU-Staaten sind dafür. In Brüssel bahnt sich allerdings ein juristischer Streit an

 13.07.2026

Jerusalem

Netanjahu: Siedlergewalt geht von »150 jugendlichen Straftätern« aus

Der Ministerpräsident verurteilt Selbstjustiz im Westjordanland, betont aber auch, dass »99 Prozent« der Siedler gesetzestreue Bürger seien

 13.07.2026

Jerusalem

Knesset-Ausschuss billigt Gesetz zur Aussetzung von Einberufung für Haredim

Nach dem Gesetzentwurf würden zehntausende Haredim, die bereits als Wehrdienstverweigerer gelten, bis mindestens Ende November vor einer Festnahme geschützt

 13.07.2026

Gaza

Enthülltes Sinwar-Dokument: Hamas-Chef hielt israelischen Atomschlag für möglich

Der damalige Hamas-Anführer Yahya Sinwar rechnete bereits mehr als ein Jahr vor dem Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 mit einer extremen militärischen Reaktion Israels

 13.07.2026

Brüssel

EU: Außenminister beraten über mögliche Israel-Sanktionen

Bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause beraten die Außenminister der EU-Staaten über Strafmaßnahmen wegen Israels Siedlungspolitik. Zudem geht es auch um Russland und den Iran

 12.07.2026

Jerusalem

Wahl in Israel am 27. Oktober erwartet

Der Termin für die Wahl der Knesset steht Berichten zufolge fest

 12.07.2026