Jüdische Gemeinde Berlin

Vertrag ausgelaufen

Rabbiner Daniel Alter Foto: Gregor Zielke

Jüdische Gemeinde Berlin

Vertrag ausgelaufen

Der Antisemitismusbeauftragte kann nicht mehr bezahlt werden

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  23.11.2015 20:19 Uhr

Rabbiner Daniel Alter ist nicht mehr Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Die Gemeinde hat den befristeten Vertrag mit dem Rabbiner nicht verlängert.

Begründet wurde dieser Schritt mit Finanzierungsfragen. Ilan Kiesling, Pressesprecher der Gemeinde, verwies dabei auf gestiegene Ausgaben, etwa für das Sicherheitskonzept.

»Seit drei Jahren finanziert die Gemeinde diese Stelle zu 100 Prozent. Parallel dazu wurden die Gehälter aller Gemeindemitarbeiter zum ersten Mal seit zwölf Jahren erhöht. Leider besteht nun seit geraumer Zeit auch ein erhöhter Bedarf für Sicherheitsausgaben«, hieß es in der Begründung.

bedauern All diesen Verpflichtungen könne »die Berliner Gemeinde weiterhin nur nachkommen, wenn der Berliner Senat seine Verpflichtungen aus dem Staatsvertrag und dem Gerichtsurteil« erfülle. Die Gemeinde bedauere, dass sie Alters »Arbeit nur drei Jahre finanzieren konnte«.

Für die Jüdische Gemeinde sei die Tätigkeit so wichtig gewesen, dass sie vor drei Jahren entschieden habe, erstmals die Stelle eines hauptamtlichen Antisemitismusbeauftragten zu schaffen, hieß es in der Stellungnahme.

Rabbiner Daniel Alter war seit Ende 2012 Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Kurz nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses postete Alter auf seiner öffentlich zugänglichen Facebook-Seite: »Mein Arbeitsverhältnis mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ist seit Sonntag beendet.«

engagement Der 56-jährige Alter hatte sich immer wieder in gesellschaftlichen Diskussionen zu Wort gemeldet und Antisemitismus angeprangert. Zudem engagierte er sich in Schulen und Projekten gegen Antisemitismus sowie im interreligiösen Dialog.

Im Sommer 2012 wurde er von mehreren Jugendlichen im Berliner Stadtteil Friedenau geschlagen und beleidigt. Die Tat war Ausgangspunkt einer neuen Debatte über antisemitische Tendenzen in der Gesellschaft.

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