Fröhlich

Ponchos und Sombreros

Das Lesen der Megillat Esther, fröhliches Feiern, Hamantaschen und kleine Geschenke für die Kinder gehören zu den festen Bestandteilen von Purim. Nach der festlichen Lesung in der Ohel-Jakob-Synagoge am Purim-Abend bekamen dort die Jüngsten noch ihre Geschenke – und dann ging es zur gemeinsamen Feier in den Hubert-Burda-Saal.

Hier wurde dann auch schnell das Geheimnis gelüftet, warum Rabbiner Folger an diesem Tag einen lateinamerikanisch anmutenden Umhang trug. Das jüdische Volk lebt heute in allen Erdteilen, erklärte er, und so führe die Purim-Reise im Münchner Gemeindezentrum in diesem Jahr nach Mexiko. Unter diesem Motto standen Dekoration und Imbiss, Musik und Verkleidung. Marat Schlafstein, der unter einem gigantischen Sombrero kaum zu entdecken war, moderierte den Abend und lockte das Publikum schnell auf die Tanzfläche. Mexikanische Live-Musik wurde geboten, vom Band kamen verschiedene Evergreens aus aller Welt.

Waren an diesem Abend viele Generationen versammelt, so trafen sich die Jüngeren am Sonntag zum Feiern im Jugendzentrum. Die Studenten feierten ihre Super-Party mit riesigem Erfolg. Mehr als 150 junge Erwachsene waren zu diesem Event gekommen, der seinen Höhepunkt in der Prämierung der schönsten Masken fand.

Kostüme Gefeiert wurde auch in der Synagoge Possartstraße. Hier ging es mit Chabad Lubawitsch hoch her: Freude und gute Stimmung, Kinderlachen und lustige Kostüme prägten auch hier die Purim-Veranstaltung. Mit Musik und guter Laune genossen die ältesten Gemeindemitglieder im Saul-Eisenberg-Seniorenheim das bunte Treiben. Hier ist es eine langjährige und gute Tradition, dieses Fest sowohl mit dem Lesen der Megillat im Haus wie am Nachmittag mit viel Humor zu begehen.

So mancher wagte auch in diesem Jahr wieder einen beschwingten Tanz. Und auf die Hamantaschen wollte an diesem Nachmittag keiner verzichten. Wie man diese Spezialität bäckt, steht vor Purim auch auf dem Plan im Alexander-Moksel-Kindergarten. Da waren die Jüngsten der Gemeinde mit viel Eifer bei der Sache. Mindestens ebenso waren es die etwa 130 Mädchen und Buben am Donnerstagnachmittag, als es für sie hieß, ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern und Freunden im Hubert-Burda-Saal zu zeigen, was Purim bedeutet und wie gut man das im Alter zwischen zweieinhalb und sechs Jahren umsetzen kann.

Mit einem »Purim Sameach« und Dank an alle Beteiligten eröffnete die Leiterin des Kindergartens, Romana Alfred, den Nachmittag. Rabbiner Arie Folger fasste die Esther-Geschichte in wenigen Sätzen zusammen, bevor die Kinder selbst in Aktion traten. Nach diesem Nachmittag konnte keiner mehr sagen, er wisse nur ungefähr, worum es bei der Erinnerung an dieses Fest geht. Die Vorschulklassen führten alles einprägsam und mit viel schauspielerischer Überzeugung vor. Im Stil von Moritatensängern kündigten zwei der Kinder an, was jeweils auf der Bühne geschieht.

Bühne Nicht nur alle wichtigen Personen waren vertreten schließlich gab es im Perserreich jede Menge Menschen am Hof. Für jedes der Kinder war schnell die passende Rolle gefunden. Mit viel Pathos und der Bitte an Haschem um Hilfe, das eigene Volk zu retten, trat Esther entschlossen vor den König. Alle Rollen wurden so überzeugend gespielt, dass man das Alter der kleinen Schauspieler fast vergaß. Doch nicht nur die »Großen« im Kindergarten überzeugten. Viel Bewunderung galt auch den Allerjüngsten. Zum Erstaunen ihrer Erzieherinnen waren selbst die Kleinsten mit zweieinhalb Jahren alle auf die Bühne gekommen, um ihr Lied vorzutragen.

Und auch alle anderen Gruppen aus dem Kindergarten zeigten mit Liedern und Tänzen, was sie Tag für Tag lernen. Eine besondere Überraschung gab es am Ende es Nachmittags noch durch den Elternbeirat des Kindergartens. Bereits beim Betreten des Hubert-Burda-Saals hatte es Lose zu kaufen gegeben. Allerdings nur für die Eltern. Jetzt wurde klar, warum: Jede Kindergartengruppe hatte im Lauf des Jahres ein riesiges Bild gemalt. Alle wurden nun unter großem Applaus verlost.

Der Erlös kommt dem Patenkind des Kindergartens aus einem SOS-Kinderdorf in Israel zugute. Die Begeisterung von Groß und Klein teilte auch Präsidentin Charlotte Knobloch, die zum Abschluss der Referentin der Kommission für Kindergarten und Babygruppe, Talia Presser, für ihr großes Engagement dankte.

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