Dortmund

Neue Herausforderung

Von Dortmund nach Frankfurt: Rabbiner Avichai Apel Foto: Marco Limberg

Nach elf Jahren in Dortmund verlässt Rabbiner Avichai Apel die Ruhrgebietsgemeinde, um das Rabbinat in Frankfurt zu verstärken. Für ihn sei es ein Karrieresprung, sagte der 40-jährige Apel, dennoch verließen er und die Familie Dortmund »nur schweren Herzens«. Vieles habe man dort aufbauen können.

Apel hinterlässt in Dortmund eine gut sortierte und geachtete Gemeinde. Die jüdische Infrastruktur hat sich im vergangenen Jahrzehnt deutlich verbessert. So hat die Gemeinde einen eigenen Kindergarten, unterhält Kooperationen mit Schulen und verfügt mit Emuna über ein erfolgreiches Jugendzentrum sowie ein voll belegtes eigenes Altenheim.

sonntagsschule Maßgeblichen Anteil daran haben der Rabbiner und seine Frau Bilha. Sie erzieht nicht nur die eigenen sieben Kinder, bei deren jüngstem Sohn vor wenigen Monaten Bundespräsident Joachim Gauck die Patenschaft übernommen hat. Bilha Apel leitet auch die Sonntagsschule, organisiert die Tagesschule und gibt Kurse für Frauen.

Avichai Apel ist in Jerusalem geboren und in Petach Tikwa zur Schule gegangen. Früh begann er, Tora und Talmud zu lernen, und besuchte Jeschiwot. Nach Abitur und Militärdienst folgten das Ende seiner Ausbildung und die Ordination zum Rabbiner – und schließlich die Heirat mit Bilha. Er wählte sich Russland als erste Station aus. Dort lernte er nicht nur die Sprache perfekt, sondern auch, was es heißt, mit sehr geringen Mitteln – finanziell und sogar materiell – auszukommen.

jugendarbeit In Deutschland war er zunächst für die Zentralwohlfahrtsstelle tätig, die Israelis vermittelte, um den Gemeinden bei der Jugendarbeit zu helfen und dabei den Staat Israel vorzustellen. 2004 stellte ihn die Dortmunder Gemeinde als Rabbiner ein. Wie der Frankfurter Rabbiner Soussan bestätigte, wird Apel im Sommer nach Frankfurt kommen. Beide sind Mitglieder der ORD, der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands. Apel gehört dem Vorstand, Rabbiner Soussan dem Beirat an.

»Ich freue mich sehr«, sagt Rabbiner Julian-Chaim Soussan, der seit gut zweieinhalb Jahren in Frankfurt Rabbiner und mit Avichai Apel »gut befreundet« ist. Die Arbeit wolle man aufteilen. »Das ist aus meiner Sicht ein Dream-Team: Wir haben beide unsere Stärken, die wir einander neidlos gönnen, und können uns daher sehr gut ergänzen. Manche Bereiche werden deutlich zugeordnet, andere werden wir gemeinsam angehen«, sagt der 47-jährige Soussan.

Seit Rabbiner Klein vor einem Jahr seine Tätigkeit beendet hat, hatte Arie Folger im Rabbinat Frankfurt ausgeholfen. Nun freut sich die Gemeinde, das Rabbinat wieder mit zwei Stellen voll ausfüllen zu können. alex

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026