Berlin

Nachama folgt Brandt

Die neu gewählten Vorstandsmitglieder der Allgemeinen Rabbinerkonferenz in Deutschland (ARK): Rabbiner Jonah Sievers, Rabbiner Andreas Nachama, Rabbinerin Yael Deusel (v. l.) Foto: Tobias Barniske

Neuer Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK) ist Andreas Nachama. Er löst Landesrabbiner emeritus Henry G. Brandt ab, der die ARK seit ihrer Gründung 2005 als Vorsitzender leitete. Für die Vorstandswahlen am 14. Februar in Berlin stand der nunmehr 92-Jährige nicht mehr zur Verfügung.

Andreas Nachama wurde in Berlin einstimmig in sein neues Amt gewählt. Als Vorstandsmitglieder stehen ihm Rabbinerin Yael Deusel aus Bamberg und Rabbiner Jonah Sievers aus Berlin zur Seite. Deusel ist Rabbinerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Mischkan ha-Tfila Bamberg, Sievers Kultusdezernent der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Rabbiner der Synagoge Pestalozzistraße im Stadtteil Charlottenburg.

Koordinierungsrat Andreas Nachama wurde 1951 in Berlin geboren und ist Rabbiner der Synagoge Sukkat Schalom der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Er hat die Rabbinerkonferenz, die nichtorthodoxe Gemeinden vertritt, mitgegründet und ist jüdischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie jüdischer Vorsitzender des Gesprächskreises Christen und Juden beim Zentralkomitee der Katholiken.

Als Rabbiner gehört er zum Präsidium des House of One Berlin. Bis Ende November dieses Jahres ist der Historiker auch Direktor der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin. Von 2005 bis 2015 war Nachama Gründungsdekan und Professor für »Holocaust Studies and Communication about the Holocaust« am Touro College Berlin/New York.

Gelehrsamkeit Seine Wahl in der Nachfolge »des uns alle prägenden verdienstvollen Rabbiners Dr. Henry Brandt, der noch die große Gelehrsamkeit der im Vorkriegsdeutschland geborenen Rabbiner verkörpert«, sieht Nachama als »großen Anspruch und Privileg zugleich«.

Sein Ziel sei es, »die jetzt zunehmend schwierigere Zeit für neues jüdisches Leben und Denken zu öffnen, aber auch neue Herausforderungen mit jüdischem Denken zu verbinden«. Er wolle die ARK zum Forum jüdischen Vordenkens machen und möchte selbst als Brücke dienen, »um unser Erbe an die in den letzten Jahren am Abraham Geiger Kolleg ausgebildete neue Rabbinergeneration weiterzugeben«.

Ehrenvorsitz Rabbiner Brandt wird der ARK als deren Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit verbunden bleiben, erklärte die ARK. Sie hat ihren Sitz in Berlin und wirkt unter dem Dach des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die ARK vertritt nach eigenen Angaben bundesweit 29 Rabbiner und Rabbinerinnen und ist für die Mitgliedsgemeinden der Union progressiver Juden in Deutschland zuständig. ja

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