Dresden

Jüdische Kulturtage

Die jüdische Kultur der östlichen Nachbarländer Polen und Tschechien steht dieses Jahr im Mittelpunkt der Jüdischen Musik- und Theaterwoche Dresden. Vom 13. bis zum 27. Oktober wird das Festival die Dresdner Kulturszene wieder durch Ausstellungen, Aufführungen, Konzerte, Lesungen, Kurse oder Filme bereichern. Mit Valentina Marcenaro hat das Festival ab diesem Jahr eine neue Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin. Marcenaro ist Mitglied und Kulturmanagerin der Jüdischen Gemeinde Dresden und übernimmt das Steuer vom langjährigen Festivalleiter Michael Rockstroh.

Israelische Produktionen Neu ist bei der 17. Jüdischen Musik- und Theaterwoche auch die Kooperation mit dem Staatsschauspiel Dresden und dem Hygienemuseum. Ein weiteres Novum ist ein fester Programmblock, der sich ausschließlich zeitgenössischen israelischen Kulturproduktionen widmen wird. Durch dieses israelische Kulturfenster sichert sich das Event die Möglichkeit, unabhängig vom Festivalthema aktuelle Bühnenstücke und Konzerte zu präsentieren.

Zu den Konzert-Highlights in diesem Jahr gehören das Eröffnungskonzert mit Valeriya Shishkova, der Auftritt der Klezmer-Punks »Klezmafour« aus Lublin und das Konzert der Berliner Sängerin Sharon Brauner, die in ihrem Programm »Lounge Jewels« jiddische Evergreens mit frischem Schwung interpretiert. Das Abschlusskonzert bestreitet Bente Kahan, die ihr Programm »Home« auf Jiddisch, Ladino, Hebräisch und in anderen Sprachen vorträgt, die in ihrer Familie gesprochen werden.

Klezmerball Anspruchsvolles Theater erleben die Besucher unter anderem mit der Deutschlandpremiere Ein Stück über Mutter und Vaterland des polnischen Regisseurs Jan Klata. Die Aufführung fußt auf dem Text von Bozena Keff über eine Holocaust-Überlebende, die ihr Trauma auf ihre Tochter überträgt. Auch Aharona Israel hat sich keinen leichten Stoff vorgenommen. In Marathon inszeniert sie den endlosen Lauf als Metapher für den israelischen Lebensstil. Ausgelassener dürfte es beim zweiten Dresdner Klezmerball zugehen. Tanzmeister Andreas Schmitges lädt ins Hygienemuseum ein. Der Ball findet dort im Rahmen der Sonderausstellung »TANZ!« statt.

Wer sich die Dresdner Synagoge ansehen will, sollte die dortige »lange Nacht« am 19. Oktober nicht verpassen. Nach Ende des Schabbats kann jeder das Gotteshaus erkunden, Fragen an die Gemeindemitglieder und an Rabbiner Alexander Nachama richten und der Musik des Ensembles »Akut« lauschen.

Der Kartenvorverkauf für die Jüdische Musik- und Theaterwoche hat schon begonnen.

www.juedische-woche-dresden.de

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