Porträt

Erfurt – Die Gemeinde mit langer Tradition

Foto: Tobias Barniske

Die jüdische Geschichte Thüringens geht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Die Alte Synagoge ist mit ihren ältesten Bauteilen aus dem 11. Jahrhundert die älteste, bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Hier ist 2009 ein außergewöhnliches Museum entstanden und ein Ort geschaffen worden, an dem mittelalterliche Sachzeugnisse der jüdischen Gemeinde Erfurts der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Während der Zeit des Nationalsozialismus erlitten die Thüringer Juden das gleiche schreckliche Schicksal wie ihre Glaubensgenossen im ganzen Land. In der Pogromnacht 1938 wurden in Thüringen Synagogen angezündet und zerstört. Viele Juden wurden verhaftet und ins nahe gelegene Konzentrationslager Buchenwald verbracht. Vielfach wurden sie nur unter der Auflage, möglichst bald auszuwandern, wieder entlassen. Bis in die letzten Kriegstage wurde das Vernichtungsprogramm der Nazis auch an den Thüringer Juden gnadenlos vollstreckt.

Nach dem Kriegsende 1945 kehrten 127 Überlebende aus dem Lager Theresienstadt nach Thüringen zurück, davon 15 nach Erfurt. Dazu kamen etwa 400 Überlebende aus der Breslauer Gegend. In der Erfurter Gemeinde begann man auf Initiative des damaligen Rabbiners Max Cars schon bald mit Planungen für den Bau einer neuen Synagoge, die dann tatsächlich als einziger Synagogen-Neubau der DDR am 31. Oktober 1952 eingeweiht werden konnte.

Erfurt wurde zum Sitz der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. 1989 gehörten ihr nur noch 26 Mitglieder an. Dank des Zuzugs von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wuchs die Gemeinde ab den 90er-Jahren wieder an und zählt heute circa 700 Mitglieder. Die Gemeinde verfügt über ein Kultur- und Bildungszentrum.

Es gibt ein vielfältiges Angebot für die Gemeindemitglieder: Jugendzentrum, Theatergruppe, Tanzgruppe, Chor, Seniorenklub, Musikunterricht für Kinder, Bibliothek, Schachklub und Sprachunterricht in Deutsch, Englisch und Jiddisch.

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025