vorsicht

Destination Diaspora

Der Wochenabschnitt Lech Lecha beginnt mit einem Auftrag: G’tt befiehlt Awram, sein Land, seinen Geburtsort Ur Kassdim sowie das Haus seines Vaters zu verlassen und in das Land zu gehen, das G’tt ihm zeigen wird. »Und der Ewige sprach zu Awram: ›Ziehe hinweg aus deinem Lande, von deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde‹« (1. Buch Moses 12,1).
Wir wissen, dass Awraham zehn Mal von G’tt auf die Probe gestellt wurde. Die erste Prüfung ist die Aufforderung »Lech Lecha«, das Land seines Vaters zu verlassen. Und auch die zehnte Prüfung, die Akeda, beginnt mit »Lech Lecha«: Awram soll in das Land Morija gehen und seinen Sohn Jitzchak als Opfer darbringen (22,2).
Mit dem ersten Lech Lecha wurde das Judentum geboren. Dieser Auszug aus dem Land geschah, um den Monotheismus zu verbreiten und den damals üblichen Götzendienst zu vernichten.
Der Wochenabschnitt lehrt uns, dass Heimat und Elternhaus der natürlichste Ort des Menschen sind. Dort wurde er erzogen und erhielt Kenntnis von den Werten, die das Leben bestimmen. Aber solch ein Auszug aus der Heimat kann eine gewisse Gefahr mit sich bringen: Es kann passieren, dass der Mensch in der Fremde die Wertvorstellungen verliert, die ihm zu Hause vermittelt wurden.

werte Im hier angeführten Fall erhielt Awram neben dem Befehl zusätzlich noch G’ttes Segen, quasi als Zusicherung, dass er seine Erziehung und die Wertmaßstäbe aus dem Elternhaus nicht verliert: »Ich will dich zu einem großen Volke machen, dich segnen und deinen Namen groß werden lassen.«
Das heißt: Jeder, der das Land Israel ohne G’ttes Segen verlässt, wird das spirituelle Fundament, das er durch die Erziehung in seinem Elternhaus erworben hat, verlieren. Vielleicht sollten wir darin die Botschaft dieser Parascha an die nachfolgenden Generationen erkennen?
Wir, die wir heute leben, sind Zeugen der religiösen Katastrophe, die das Judentum gegenwärtig erfährt: der Assimilierung der Juden in der Diaspora. Viele, die das Land Israel mit guten Vorsätzen aber ohne G’ttes Segen verließen, haben die ihnen anerzogenen Werte verloren.
Nicht jeder, der aus dem Land Israel auswandert, verfügt über eine solch hohe ethische Bildung und Erziehung wie Awraham Avinu, der Vater unserer Nation. Der allerdings verließ sein Land nicht aus eigenem Willen, sondern auf G’ttes Geheiß: »Da zog Awram hinweg, wie der Ewige zu ihm gesprochen hatte« (12,4).

prüfungen Seit dem Beginn seiner Auswanderung wird Awram bitteren Prüfungen unterzogen: Zum Beispiel wird seine Frau Saraj in Ägypten wegen ihrer Schönheit vom Pharao begehrt und genommen. Um Awrams Leben zu retten, belügen beide den Herrscher. Sie behaupten, Saraj sei Awrams Schwester.
Wäre Awram in seiner Heimat geblieben, wäre ihm eine solche Probe erspart geblieben. Doch G’tt schaltet sich ein: Er bestraft den Pharao mit Krankheiten, und Awraham besteht die Prüfung – mit G’ttes Hilfe. Daraus lernen wir: Jeder Jude, der Lech Lecha erfüllen möchte, ohne aber G’ttes Hilfe (Seinen Segen) zu besitzen, kann manche Komplikationen auf diesem Weg nicht überwinden. Auftretende Schwierigkeiten können zur Folge haben, dass er sich assimiliert.
abwehrkräfte Der Generation, die das Land Israel verlassen hat, mag es in gewissem Maße noch gelingen, die Werte von Beit Avicha, dem Haus ihres Vaters, zu bewahren. Aber was ist mit ihren Nachkommen? Werden sie noch ausreichend Abwehrkräfte gegenüber der neuen Umge- bung haben?
Die Situation in der Gegenwart zeigt leider, dass eine hohe Anzahl derer, die das Land Israel verlassen, von den Werten des Judentums immer mehr Abstand nimmt. Darüber hinaus erkennen wir Folgendes: Selbst wenn ein Jude sich vom Beit Avicha entfernt hat, kann er durchaus auch in der Diaspora Erfolg erzielen, wenn er dort die Traditionen seiner Heimat achtet und in der Praxis pflegt. Aber eine Garantie, dass seine Nachfahren das Gleiche tun, gibt es nicht. Denn in der Fremde gibt es Anfechtungen und Widrigkeiten: »Und es entstand Streit zwischen den Viehhirten des Awram und denen des Lot, überdies wohnten die Kanaaniter und die Perisiter damals schon im Lande« (1. Buch Moses 13, 7-8). Dieser Vers erwähnt mit Absicht diese beiden Völker. Er will uns belehren, dass sich durch diese beiden Völker die spirituelle Ethik an dem Ort, an dem Awraham verweilte, auf einem sehr niedrigen Niveau befand.
Aus der Tora wissen wir, dass unsere Vorfahren für ihre Kinder Braut und Bräutigam außerhalb des Landes Kanaan suchten, um deren Integration in fremde Kulturen zu verhindern. Die Tora betont, dass die Kanaaniter sehr schlechte Eigenschaften hatten.
Awraham erzog seinen Sohn Jitzchak so, dass er die Prüfungen von Lech Lecha nicht selbst erleben musste. Die Tatsache, dass Jitzchak seine Heimat nie verlassen hat, zeugt davon.
Awrahams Enkel Jakow erreichte Ägypten und brachte dort ein großes Volk hervor. In Ägypten beginnt das erste Exil des jüdischen Volkes. Aus dieser Zeit haben wir bis heute noch nicht die richtigen Lehren gezogen.
Rabbi Schapira, der Rabbiner der Stadt Lublin war, schrieb am Eingang zu seiner Jeschiwa: »Lechu Banim Schimu Li Jiraat Haschem alamdechem« – »Geht Kinder, hört auf mich (meine Gebote), über die Furcht vor G’tt belehre ich euch«. Solange der Schüler in der Jeschiwa weilt, erfüllt er das Gebot »höre auf mich«, und nach dem Studium stellt sich der Erfolg ein, indem der Schüler auf seinem Lebensweg das Gelernte befolgt, bewahrt und weiterträgt. Dies ist die Botschaft an alle Generationen.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

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