Frankfurt

ZWST: Jüdische Senioren sind stark von der Krise betroffen 

93 Prozent der jüdischen Zugewanderten im Rentenalter beziehen Grundsicherung. Foto: Getty Images

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) hat mehr Unterstützung für arme Menschen in der aktuellen Energiekrise gefordert. Strom- und Gassperren müssten ausgesetzt werden, Wohnungskündigungen dürften nicht auf Grund von Zahlrückständen ausgesprochen werden, erklärte die ZWST am Mittwoch in Frankfurt.

Die Wohlfahrtsstelle wies darauf hin, dass in Deutschland auch rund 70.000 Jüdinnen und Juden von Altersarmut betroffen seien; 93 Prozent der jüdischen Zugewanderten im Rentenalter beziehen demnach Grundsicherung.

Das sei darauf zurückzuführen, dass ein Großteil dieser Menschen in den vergangenen 30 Jahren aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zugewandert sei, ihr Bildungsabschluss in Deutschland allerdings nicht anerkannt wurde und sie deswegen einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt gehabt hätten oder im Niedriglohnsektor hätten tätig sein müssen. In dieser Gruppe befänden sich auch noch einige Holocaustüberlebende.

Gleichzeitig warnte die ZWST vor einem Anstieg des Judenhasses: »Krisen sind immer ein Katalysator für vereinfachte Erklärungsmuster, antisemitische Narrative, Propaganda und Verschwörungen. Ihnen muss gesellschaftlich Einhalt geboten werden.« Dementsprechend wichtig sei aktuell die Absicherung von sozialen Einrichtungen und Diensten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. kna

Lesen Sie mehr dazu in der kommenden Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Geburtstag

Andreis Glück

Der Schoa-Überlebende Andrei Moiseenkow wird 100 – Weimar feiert seinen Ehrenbürger

von Helmut Kuhn  01.05.2026

Porträt

An der Basis

Lea Rosenberg setzt sich beim Paritätischen Wohlfahrtsverband für Geflüchtete ein

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.05.2026

Jüdische Gemeinden

Das neue angstvolle »Normal«

Wie haben sich der 7. Oktober 2023 und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten ausgewirkt? Der neue Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland

von Katrin Richter  01.05.2026

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Berlin

Tanzen, trotz allem

Der Israeltag am Wittenbergplatz setzte ein Zeichen der Solidarität, der Lebensfreude – aber auch der Sorge

von Christine Schmitt  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert

Erinnerung - 20 Jahre ohne Paul Spiegel

Zum 20. Todestag von Paul Spiegel

Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland stand er für Dialog, Klarheit und Verantwortung. Ein Video erinnert an sein Vermächtnis – und daran, warum seine Stimme heute fehlt.

von Jan Feldmann  30.04.2026