Berlin

Zaubern für den guten Zweck

Nach dem Erfolg des Kunsttages »Kids go Art« 2016 setzte das WIZO-Team Berlin um Alexandra Cukierman, Revital Czarny, Shoshana Feingold-Studnik, Sylvia Hagen, Nicole Schauder-Shani und Sharon Back in diesem Jahr mit »Magic WIZO Kids« aufs Zaubern. Am vergangenen Sonntag studierten die Kinder vormittags Zaubertricks ein, am Nachmittag führten sie sie auf einer kleinen Bühne im Hotel Crowne Plaza Berlin vor etwa 150 stolzen Verwandten auf.

Erwartungsvoll hatten die Gäste an den festlich gedeckten runden Tischen im Hotelsaal Platz genommen. Doch sie mussten sich noch etwas gedulden, bevor sie ihre Sprösslinge auf der Bühne bewundern durften.

35 Jungen und Mädchen hatten sich für den Kurs angemeldet. Bevor sie loszauberten, holte Moderatorin Romina Malinski die Sängerinnen Avia Shoshani und Rita Gueli auf die Bühne, die die 31-Jährige als »zwei bezaubernde Ladies« ankündigte. Mit einem warmen Applaus wurde das Duo vom Publikum begrüßt.

show Die jungen Frauen sind keine Unbekannten: Die 16-jährige Rita Gueli stand 2013 als Finalistin in der TV-Castingshow The Voice Kids vor der Kamera und erhielt ein Jahr später ein Engagement am Friedrichstadtpalast; Avia Shoshani war vor zwei Jahren Zweitplatzierte in der israelischen Musiksendung Hakokhav haba (»Der nächste Star«), der Qualifikationsshow für den Eurovision Song Contest. Das Leben der Sängerin ist eng mit der WIZO verknüpft – als Kind besuchte sie in ihrer Heimatstadt Holon einen WIZO-Kindergarten.

Mehr als 10.000 Kinder betreut die jüdische Frauenorganisation derzeit in Israel, darunter die Ganztags-Kindertagesstätte »Pardess Hana« in Neve Pardessim bei Haifa – eine Einrichtung, die sich seit 2000 um Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familien kümmert. Damit die Arbeit dort auch weiterhin erfolgreich laufen kann, sind während des »Magic WIZO Kids«-Nachmittags Spenden für das Haus gesammelt worden.

Nachdem Adeles »All I Ask« verklungen war, kamen die Nachwuchs-Magier auf die Bühne. Den ganzen Vormittag hatten sie damit verbracht, ihre Tricks einzustudieren. Unterstützung bekamen sie dabei von zwei Profis: Tobias Dostal und David Millert – zwei jungen Künstlern Mitte 30, die sich seit ihrer Schulzeit für Zauberei interessieren und seit Jahren ihr Publikum beruflich bezaubern.

tricks Den Kids zeigten sie, wie man ein Kartenhaus aus einem Tuch hervorzaubert, ein in mehrere Teile zerschnittenes Seil wieder aus einem Stück aus einem Hut hervorholt und Wasser oder Karten verschwinden lässt.

Unerklärlich blieb auch der letzte Trick, den die beiden Illusionisten im Anschluss an die Kinder-Show aufführten. Erst holten sie sechs Kinder auf die Bühne, gaben ihnen jeweils einen Umschlag in die Hand. Dann wurde eine Freiwillige aus dem Publikum herausgesucht, die sich von zufällig ausgewählten Gästen dreistellige Zahlen und verschiedene Rechenarten zurufen ließ. Mal wurden die Zahlen dividiert, mal multipliziert, mal subtrahiert. Am Ende kam das Ergebnis 190.317 heraus – genau diese Zahlen holten die Kinder nacheinander aus ihren Umschlägen. Das Publikum kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Alexandra Cukierman blickte zufrieden auf den Nachmittag. Seit drei Jahren bildet sie gemeinsam mit Revital Czarny, Shoshana Feingold-Studnik, Sylvia Hagen, Nicole Schauder-Shani und Sharon Back den Vorstand bei WIZO Berlin e.V. Vor drei Monaten haben sie mit der Organisation des »Magic WIZO Kids«-Nachmittags begonnen. Bereits vor einem halben Jahr stand für das Team fest, dass der Tag etwas mit Zaubern zu tun haben sollte. »Das ist bei den Kindern immer Thema, auch durch Harry Potter«, sagte Alexandra Cukierman.

zukunft Die Jungen und Mädchen hatten für die Show in kleinen Gruppen die Kunststücke eingeübt. Während die einen unter Anleitung der Zaubererprofis den jeweiligen Trick lernten, vertrieben sich die anderen die Zeit mit Malen und Kinderschminken. So seien alle immer gut beschäftigt gewesen, meinten Alexandra Cukierman und Sylvia Hagen.

Beide betonten den generationenübergreifenden Zusammenhalt der jüdischen Frauenorganisation. »Davon lebt WIZO«, sagten sie. Das Team wünscht sich, dass der Gedanke, Israel zu helfen, auch in Zukunft weitergegeben wird. Gemeinsam sucht es daher nach neuen jungen Mitgliedern für die ehrenamtliche Arbeit.

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Andenken

Berlin hat jetzt einen Margot-Friedländer-Platz

Bei der Einweihungszeremonie sagt Cornelia Seibeld (CDU), die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, die »Herzkammer der Demokratie« habe nun eine neue Adresse

 07.05.2026

Deutschland

»Die Jüdische Allgemeine gehört einfach dazu«

Seit drei Generationen ist die Jüdische Allgemeine ein Kompass für die jüdische Welt. Prominente Leserinnen und Leser erzählen, warum ihnen die Zeitung wichtig ist

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Programm

Urbane Ästhetik, cineastische Architektur und späte Aufklärung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 7. Mai bis zum 14. Mai

 06.05.2026

Kino

Am Puls der Zeit

Gegen Polarisierung und Boykott: Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg will den Blick weiten

von Ayala Goldmann  06.05.2026