Fünf Minuten mit

Yehuda Pushkin

Herr Rabbiner Pushkin, Sie sind seit vier Jahren Wanderrabbiner. Welche sind ihre Hauptaufgaben?
In meinen Zuständigkeitsbereich fallen alle Aufgaben, die mit dem Rabbinat zu tun haben. Dazu gehören Unterricht, Beratung in halachischen Fragen, Beerdigungen, Hochzeiten, Gottesdienste leiten, Jugendarbeit und die Kaschrutaufsicht.

Welche Gemeinden betreuen Sie?
Ich betreue mehrere Gemeinden, die individuelle Bedürfnisse haben. Am häufigsten bin ich in den Gemeinden in Lübeck, Flensburg und Kiel aktiv, wo ich unter anderem unterrichte. Zudem stelle ich mit einem Kollegen die Kaschrutaufsicht für ein jüdisches Seniorenheim in Hannover sicher und walte als Rabbinatskonsultant für die sefardisch-bucharische Gemeinde Hannover. Alle zwei Wochen bin ich in Rostock und unterrichte dort.

Was machen sie dabei für Erfahrungen?
Es gibt sowohl fröhliche als auch traurige Ereignisse. Beerdigungen sind Teil meines Berufslebens. Dann gibt es aber auch fröhlichere Erlebnisse wie Jugendarbeit oder Aktivitäten für Familien.

Ist so ein Nomadenleben auf die Dauer nicht anstrengend?
Vielleicht bin ich manchmal ein bisschen müde vom vielen Herumreisen. Ich habe einen Zweiwochenplan, dem ich folge. Dieser macht die ganze Sache leichter und geordneter.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?
Ich mag den Kontakt zu Menschen. Ich versuche ihnen die Schönheit des Judentums und der Religion zu vermitteln. Es ist mir eine große Ehre, mich mit diesen Sachen zu beschäftigen. Bei meiner Arbeit bin ich mir sicher: Wenn wir Wanderrabbiner sie nicht machen würden, würde sie niemand machen.

Hamburg

Ruine mit Herz

Einst das Zuhause des Reformjudentums, stand der Israelitische Tempel kurz vor dem Verfall. Eine Bürgerinitiative und die Stadt wollen den historischen Ort nun neu beleben. Ein Besuch im Hinterhof

von Heike Linde-Lembke  02.08.2026

Geschichte

Die Pension in Mumbai

Ellie und Max Lesser aus Dresden waren nur zwei von vielen sächsischen Juden, die vor den Nazis Sicherheit in Indien suchten. Deren tragische Geschichte recherchierte die Journalistin Iris Völlnagel

von Thyra Veyder-Malberg  02.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Porträt der Woche

Mehr als ein Beruf

Valerie Vorkul ist Sozialarbeiterin – und jüdischer, als sie lange Zeit annahm

von Leon Stork  02.08.2026

Bundeswehr

Anerkennung für eine Zeitzeugin

Verteidigungsminister Boris Pistorius würdigte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch mit dem Ehrenkreuz

von Luis Gruhler  01.08.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Thüringen

Das Erbe der Simsons

Beim jährlichen Moped-Treffen in Suhl feiern Zehntausende den »Sound des Ostens«. Doch hinter der Kultmarke steht die Geschichte einer von den Nazis vertriebenen jüdischen Unternehmerfamilie

von Helmut Kuhn  30.07.2026

Fußball

Rot-Weiß verbindet

Vergangene Woche gründete sich mit den »FCB Chaverim« der deutschlandweit erste jüdische Fanklub des FC Bayern München

von Luis Gruhler  30.07.2026

Erinnerung

Für immer

Manchmal sind es die kleinen Dinge, von denen wir uns nie trennen würden. Wir haben Gemeindemitglieder gefragt, welche Gegenstände ihnen viel bedeuten

von Christine Schmitt  30.07.2026