Dortmund

Virtuell das Licht anschalten

Leonid Kotikov (l.), Benjamin Weber Foto: Stefan Laurin

Das Deutsche Institut für virtuelle Realitäten hat vier Synagogen des Ruhrgebiets digital nachgebaut. Besucher können die Gebäude, einst in Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg, im Internet virtuell erleben und sich dabei über das Judentum informieren.

Noch ist das dreidimensionale Abbild der Dortmunder Synagoge nicht öffentlich freigeschaltet, aber bald sei es so weit, sagt Benjamin Weber vom Trägerverein des Instituts. »Anlässlich der Feiern zum 1700-jährigen Jubiläum wollen wir jüdisches Leben sichtbar machen.« Besucher können sich die Torarollen und die Menora anschauen und sich anhören, wie ein Schofar klingt. »Wer möchte«, sagt Weber, »kann auch das Licht anschalten oder auf die Frauenempore gehen.«

BESUCH Der virtuelle Besuch der Synagoge ist nicht nur mit dem Laptop oder dem Smartphone möglich, sondern auch mit einem Head-Mounted Display (HMD), einer fest verschlossenen Brille, die dem Zuschauer über hochauflösende, kleine Monitore direkt vor den Augen das Gefühl gibt, mitten im Raum zu stehen. In dem können sich die Besucher frei bewegen, auf Gegenstände zugehen und sich aus der Nähe genau ansehen, was sie interessiert.

Es sind nicht die alten, zum größten Teil von den Nazis zerstörten Synagogen, die im Rahmen des Projekts vorgestellt werden.

An vielen Stellen warten kleine Filme oder Fotos darauf, für weitere Erläuterungen angeklickt zu werden. In einem zweiten, ebenfalls dreidimensionalen Raum finden sich viele Hintergrundinformationen zur jeweiligen Gemeinde und ihrer Geschichte. Auch hier können sich die Besucher frei bewegen und auswählen, was sie interessiert.

Leonid Kotikov ist Eventmanager der Jüdischen Gemeinde Dortmund. Er hat das Projekt von Anfang an unterstützt: »Für uns ist es eine gute Möglichkeit, die Synagoge vorzustellen. Viele Veranstaltungen, die im Rahmen des 1700-jährigen Jubiläums geplant waren, mussten ja leider wegen Corona ausfallen.« Die Geschichte der Gemeinde seit dem Bau der Synagoge vor 65 Jahren könne man gut so darstellen.

JUGEND Weber hofft, künftig auch viele Schülerinnen und Schüler mit den digitalen Synagogen erreichen zu können. Viele wüssten nicht, wie es in einer Synagoge aussieht und welche Bedeutung Kultgegenstände und Symbole hätten: »Wir wollen mit unserem Projekt auf die Jugend zugehen.«

Es sind nicht die alten, zum größten Teil von den Nazis zerstörten Synagogen, die im Rahmen des Projekts vorgestellt werden. Es geht um das aktuelle jüdische Leben in Deutschland. Dieses 3D-Projekt macht Spaß, ist interessant und wird im Idealfall dafür sorgen, sich einmal eine reale Synagoge bei einer Führung anzuschauen. Und es zeigt, was heute technisch möglich ist und wie digitale Angebote eingesetzt werden können, um Wissen zu vermitteln.

Jewrovision

Jung, laut, jüdisch

Eindrücke vom Wochenende in Stuttgart

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 3. Juni

 20.05.2026

Stuttgart

Sieg in Weiß mit »Gangsta’s Paradise«

Glitzer, Lampenfieber und große Botschaften: Bei der Jewrovision verwandelten Jugendliche aus ganz Deutschland Musik, Tanz und persönliche Geschichten in eine kraftvolle Show. JuJuBa holte den ersten Platz, gewonnen haben aber alle

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Meinung

Die Jewrovision sendet ein Signal

Bei dem Musikwettbewerb haben die Teilnehmer auch immer wieder den grassierenden Antisemitismus thematisiert. Die Politik muss die Angst jüdischer Kinder und Jugendlicher endlich ernst nehmen

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Magdeburg

Synagogen-Gemeinde weiht neue Torarolle ein

Große Freude in der Magdeburger Synagoge: Nach mehr als 30 Jahren des Spendensammelns erhält die jüdische Gemeinde eine neue Torarolle, die in Israel von einem spezialisierten Schreiber angefertigt wurde

 18.05.2026