Engagement

Überall ist Mitzvah Day

Die Mitmachquote des Mitzvah Day scheint jährlich zu steigen. In diesem Jahr beteiligten sich nach Angaben des Zentralrats rund 3000 Personen bei 130 sozialen Aktionen in 45 Städten. Der Tag der guten Taten – seit 2013 ein fester Termin im jüdischen Kalender – ist eine Erfolgsgeschichte.

Von Rostock bis Nürnberg gab es auch in diesem Jahr wieder viele soziale Aktionen. Kinder beschenkten Senioren, Studierende harkten Laub auf Friedhöfen, Schulkinder backten Kuchen. Das Spektrum der Mizwot ist vielfältig.

Auf dem Umwelspielplatz »Wicke« wurden der Kompost umgegraben, ein Lehmofen gebaut und der Garten winterfest gemacht.

Zentralratspräsident Josef Schuster besuchte die Spielplatzini­tiative »Wicke« in Berlin Marzahn-Hellersdorf. Ein Bezirk mit einem hohen Ausländeranteil und einer hohen Migrationsquote. Hausherr Matthias Bielor stellte dann auch die rhetorische Frage, ob viele ein solches Demokratie- und Toleranzprojekt in diesem Teil Berlins kaum erwartet hätten. Aber es besteht – erfolgreich – seit 29 Jahren.

Auf dem Programm standen an diesem regnerischen Sonntag: den Komposthaufen umzugraben, den Garten winterfest zu machen und einen Lehmofen zu bauen. Und viele halfen mit. »Der Mitzvah Day beweist, dass auch Begegnungen im Kleinen große Wirkung entfalten können«, sagte Schuster.

Wiedersehen »Es hat mich zutiefst bewegt, dass wir unser diesjähriges Projekt zugunsten des Umweltspielplatzes gemeinsam mit Syrern und Irakern gestaltet haben, die wir 2015 beim Mitzvah-Day-Projekt in einer Berliner Notunterkunft kennengelernt hatten und die jetzt selbst für andere aktiv werden wollen.«

Damit sprach Schuster auch das Inte­grationsprojekt des Vereins Demokratielotsen »R.future-TV« an, das mit und für Zugewanderte aus arabischen Ländern

Erklärfilme über deutsche Werte und Regeln produziert. R.future-TV findet überregionale Beachtung, ist Partner der Berliner Kampagne »Farben bekennen« und Träger des »Bandes für Mut und Verständigung«. Das Projekt wurde von Sami Alkomi, selbst gebürtiger Syrer und ehemaliger Flüchtling, und Nina Coenen gegründet, die die Initiative leitet.

Gäste Auch an diesem Sonntag interviewte Nina eifrig die Gäste wie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle und den Antisemitismusbeauftragten von Berlin, Lorenz Korgel, zu dem gemeinsamen Projekt im Rahmen des Mitzvah Day.

Für das leibliche Wohl hatten die Spielplatzinitiative mit einem kräftigenden Frühstück und Mitarbeiter des Zentralrats, des Projekts »Schalom Aleikum« sowie Nachbarn gesorgt, die gemeinsam eine Gemüsesuppe über offenem Feuer kochten, und Freiwillige aus der Nachbarschaft, die wärmenden Kaffee oder Glühwein bereithielten.  ja

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026

Hamburg

Altona war schon immer toleranter

Ein Projektraum im Regionalmuseum zeigt 400 Jahre jüdische Geschichte der gesamten Hansestadt

von Heike Linde-Lembke  16.02.2026

München

Brauchtum zu Besuch

Der Tanz der Schäffler im Hof der Sinai-Grundschule verband auf besondere Weise Geschichte und gelebte Gemeinschaft

von Esther Martel  16.02.2026

Restitution

Ideeller Wert

Provenienzforscher der Goethe-Universität übergeben der Jüdischen Gemeinde Frankfurt fünf Bücher

von Katrin Richter  16.02.2026

Trauer

Macher und »Mentsch«

Moritz Rajber war Netzwerker mit Leib und Seele. Nun ist er wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag gestorben

von Ellen Presser  16.02.2026

Konzert

Neue Klangwelten

Fünf Chöre laden zu einem Abend mit hebräischer, jiddischer, israelischer und synagogaler Musik. Dirigenten und Sänger erzählen, was sie mit ihren Ensembles verbindet

von Christine Schmitt  15.02.2026

Porträt der Woche

Die Gründerin

Gabriela Fenyes ist Journalistin und engagiertes Gemeindemitglied

von Heike Linde-Lembke  15.02.2026

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026