Margot Friedländer

»Sich menschlich benehmen«

Zeitzeugin Margot Friedländer Foto: Screenshot

Margot Friedländer (99), Holocaust-Überlebende, ist besorgt über die politische Lage in Deutschland. Insbesondere erfahre die AfD zu viel Aufmerksamkeit. »Auch viele Journalisten tun das. Es ist nicht gut. Es ist zu viel in den Ohren der Menschen«, sagte sie im Interview der »Welt am Sonntag«.

Friedländer, die am 5. November 1921 in Berlin geboren wurde, das KZ Theresienstadt überlebte, nach dem Krieg in die USA auswanderte und erst 2003 erstmals wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrte, bezeichnete die Entscheidung, wieder ganz nach Berlin zurückzukehren, als glücklichsten Moment in ihrem Leben. Sie habe diese Zugehörigkeit gespürt, weil sie sich selbst erlaubt habe, in Deutschland als Deutsche zu leben.

antisemitismus Friedländer engagiert sich unermüdlich gegen Antisemitismus, vor allem bei Schülern. Man sollte in den Schulen immer wieder darüber sprechen, »was es bedeutet, sich menschlich zu benehmen«, sagte sie. Schon junge Schüler verachteten Mitschüler, weil sie anders seien als sie selbst.

Die 99-Jährige beklagte zugleich eine Zersplitterung der jüdischen Religion. »Das Judentum muss bestehen«, sagte sie. Sie selbst könne aber die Orthodoxie absolut nicht verstehen. »Es passt nicht in die Zeit.« kna

Ehrung

Ein pflichtbewusster Optimist

Fritz Neuland war einer der Wiederbegründer und später Präsident der Münchner Kultusgemeinde. Nun ist eine Straße nach ihm benannt

von Esther Martel  16.03.2026

Auftakt

Schutzversprechen für die jüdische Gemeinschaft

Im Alten Rathaus am Marienplatz begann die Münchner »Woche der Brüderlichkeit« 2026

 16.03.2026

Dresden

Stimme der Aufklärung

Die 90-jährige Schoa-Überlebende Renate Aris erhält für ihr Engagement als Zeitzeugin das Bundesverdienstkreuz

 15.03.2026

Berlin

Signale am Gleis 17

Aktivisten möchten aus dem ehemaligen Bahnwärterhaus eine Info-Werkstatt zur Schoa machen

von Christine Schmitt  15.03.2026

Porträt

Im Einsatz für andere

Jutta Josepovici arbeitete für die ZWST und die Frankfurter Jüdische Gemeinde

von Eugen El  15.03.2026

Leipzig

In sichere Hände

Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt

von Thyra Veyder-Malberg  14.03.2026

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026