Antisemitismus

Schmähanrufe in Duisburger Gemeinde

Gemeindezentrum Duisburg/Mülheim/Oberhausen Foto: Alexandra Roth

Mindestens fünf Mal hat ein 43 Jahre alter Duisburger in den vergangenen Tagen die Gemeindeverwaltung der Jüdischen Gemeinde Duisburg/Mülheim/Oberhausen angerufen und sich mit den Worten gemeldet: »Schönen Tag, heute 38 Tote, Kindermörder Israel, schönen Tag noch.« Wie die Pressestelle der Polizei in Duisburg mitteilte, konnte der Mann mithilfe von Telefoncomputern ermitteln werden.

Der Mann habe die Anrufe gestanden, hieß es weiter in der Pressemitteilung. Er habe die Meinung vertreten, die Gemeinde könne »zwar nichts dafür, solle aber mal darüber nachdenken«. Dass er die Frauen am anderen Ende der Leitung in Angst und Schrecken versetzt habe, sei ihm offenbar nicht bewusst gewesen.

strafverfahren »Er wird nun Gelegenheit bekommen, seine Sicht der Dinge im Rahmen eines Strafverfahrens wegen des Verdachts der Volksverhetzung einem Gericht vorzutragen«, so die Duisburger Polizei weiter. Ein Ermittlungsverfahren sei bereits eingeleitet worden, sagte Polizeipressesprecher Ramon van der Maat am Freitag.

In der ursprünglichen Mitteilung hatte es geheißen, der Mann habe den Kindergarten der Jüdischen Gemeinde mit seinen Anrufen behelligt. Dies war aber nicht der Fall, wie die Gemeinde mitteilte, die Anrufe gingen in der Verwaltung ein. ja

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026

Bergen-Belsen

Bahn-Neubau: KZ-Gedenkstätte mahnt Abstand zu Gedenkort an

Die Bahn will voraussichtlich mit einem Neubau die Strecke zwischen Hamburg und Hannover ertüchtigen. An den Plänen gibt es auch Kritik. Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen sieht einen historischen Erinnerungsort in Gefahr

von Karen Miether  13.01.2026

Berlin

Wedl-Wilson: Kampf gegen Antisemitismus dauert lange

Ein Untersuchungsausschuss zur Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismusprojekte unter Wedl-Wilsons Vorgänger, Joe Chialo, wurde eingesetzt

 13.01.2026

Gespräch

Der Stoff, aus dem die Albträume sind

Die Schriftstellerin Zeruya Shalev und ihre Übersetzerin Anne Birkenhauer diskutierten aus aktuellem Anlass über den Roman »Schicksal«

von Helen Richter  12.01.2026

Berlin

Erste Schule wird nach Margot Friedländer benannt

Ein Gymnasium in Berlin-Spandau wird künftig den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen

 12.01.2026

Soziale Medien

Zeit zum Ausloggen

Australien hat es vorgemacht und ein Gesetz verabschiedet, wonach Jugendliche unter 16 Jahren kein eigenes Konto mehr auf Plattformen wie Instagram oder TikTok haben dürfen. Wir haben uns bei jüdischen Teenagern und Eltern umgehört, wie sie darüber denken

von Katrin Richter, Christine Schmitt  11.01.2026

Initiative

Gedenken im Alltäglichen

Im vergangenen Jahr wurden Erinnerungszeichen für rund 50 von den Nazis ermordete Münchnerinnen und Münchner der Öffentlichkeit übergeben

von Esther Martel  11.01.2026

Porträt der Woche

Frau mit kreativem Gen

Nelli Davydenko ist Pädagogin und tanzt gern zu eigenen Choreografien

von Chris Meyer  11.01.2026