Kunst

Kreative vernetzen

Es gilt als Schmelztiegel für Kreative, als Treffen für aufstrebende Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Choreografie, Design, Fotografie sowie Bildende Kunst, Dokumentarfilm und Stimmkunst – das Forecast Festival. Am vergangenen Wochenende kamen Künstler mit ihren Mentoren im Radialsystem an der Spree zusammen, um an Projekten zu arbeiten, die im März 2025 präsentiert werden. Die Grundidee dabei: Mithilfe der Mentoren entwickeln Künstler Werke, erarbeiten sich innovative Perspektiven und erforschen Ausdrucksformen.

Einer der diesjährigen Mentoren ist der israelische Dokumentarfilmer Tomer Heymann. Bekannt für seine tiefgründigen und emotionalen Werke, beispielsweise den Dokumentarfilm Mr. Gaga über die israelische Choreografen-Legende Ohad Naharin, bringt er seine Expertise im Erzählen bewegender Geschichten in das Forum ein. Seine Filme zeichnen sich durch eine empathische Herangehensweise aus, die oft intime Einblicke in das Leben der Protagonisten gewährt. Heymann unterstützt die Künstler dabei, ihre eigenen Geschichten zu finden und zu erzählen. Unter dem thematischen Schwerpunkt »A Place Beyond Fear« betreut er drei bemerkenswerte Dokumentarfilmprojekte.

Eines in diesem facettenreichen Umfeld ist das Projekt »Love till 120« von Sharon Ryba-Kahn, einer 1983 in München geborenen Regisseurin, die die israelische und die französische Staatsangehörigkeit besitzt. In ihrem Projekt beleuchtet Ryba-Kahn die beeindruckenden Biografien dreier Holocaust-Überlebenden, und zwar Mado, Dola und Thea. Diese Frauen, deren Lebenserfahrungen unterschiedlicher nicht sein könnten, teilen eine gemeinsame Vergangenheit, die tief in den Schrecken des Holocaust verwurzelt ist. »Love till 120« erkundet die transformative Kraft der Liebe und deren lang anhaltenden Einfluss auf ihre gesamte Vita.

Eines in diesem facettenreichen Umfeld ist das Projekt »Love till 120« von Sharon Ryba-Kahn.

Sharon Ryba-Kahn verwebt persönliche Archive, Erinnerungen und aktuelle Zeugnisse der Frauen, um ein bewegendes Bild ihrer individuellen und kollektiven Kämpfe zu zeichnen. Sie fragt dabei: »Was müssen wir sehen und fühlen, um uns diese Frauen als junge Mädchen vorstellen zu können, die die Schrecken der Schoa überlebt haben?« Zudem spricht sie von einem tiefen Wunsch, dass »das Publikum diese Frauen erkennt und sich mit ihnen identifizieren kann, ohne die Distanz des Alters als Barriere zu empfinden«.

Sie erhofft sich, dass die Zuschauer »in die verantwortungsvolle Situation kommen, sich zu fragen, wie sie selbst am Ende ihres Lebens sein möchten«. Dies spiegelt ihre Intention wider, nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern auch das Publikum zur Selbstreflexion zu bewegen. »Love till 120« ist damit eine Erkundung dessen, was es bedeutet, überlebt zu haben und dennoch die Fähigkeit zu lieben nicht verloren zu haben – eine Botschaft, die in unserer schnelllebigen Welt von großer Bedeutung ist.

Der Film, der noch im Entstehen begriffen ist, will dazu ermutigen, langsamer zu werden und die Vielschichtigkeit älterer Generationen wertzuschätzen. Die Zusammenarbeit mit Tomer Heymann beschreibt Sharon Ryba-Kahn als eine transformative Erfahrung, die sie in ihrer künstlerischen Entwicklung voranbringen würde.

Heymanns Fähigkeit, Klarheit und Tiefe in Geschichten zu bringen, inspiriere Sharon Ryba-Kahn und helfe ihr, ihre eigene Erzählweise zu verfeinern. Sie betont, wie wichtig es ist, von anderen Regisseuren zu lernen und die Chance zu nutzen, unterschiedliche Ausdrucksformen zu erleben.

Das Forecast Forum habe sich damit als unverzichtbar für die Förderung kreativer Talente erwiesen. Es zeigt, wie Kunst Brücken baut und innovative Wege für die Zukunft eröffnet. Die hier entwickelten Visionen könnten nicht nur die Kunstlandschaft revolutionieren, sondern auch unsere Sicht auf Leben und Gemeinschaft nachhaltig verändern.

Berlin

Zentralrat der Juden: Das Ende des Mullah-Regimes liegt in unserem nationalen Interesse

Zentralratspräsident Josef Schuster sieht in den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran die Chance, das Mullah-Regime endlich zu beenden

von Jürgen Prause  02.03.2026

WIZO

Venedig am Neckar

Purim, Frauentag und gutes tun: der erste Maskenball in Stuttgart

von Brigitte Jähningen, Helmut Kuhn  02.03.2026

Zwiespalt

Purim-Fest in Deutschland unter dem Eindruck des Iran-Krieges

Feiern oder nicht? Purim ist ein fröhliches und ausgelassenes Fest. Gemeinden in Deutschland gehen mit Blick auf Nahost damit unterschiedlich um - zuweilen werden auch Feiern abgesagt

von Leticia Witte  02.03.2026

Verhandlung

Berufungsprozess nach antisemitischem Angriff

In Berlin beginnt am Donnerstag die Berufungsverhandlung nach dem antisemitischen Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira

 02.03.2026

Köln

Jüdischer Karnevalsverein nimmt gestrandete Israelis auf

Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges wussten sie nicht mehr, wie sie zurück nach Israel kommen sollten - Flüge wurden gestrichen. Nun beherbergen Kölner Karnevalisten fünf Israelis. Erst einmal auf unabsehbare Zeit

 02.03.2026

Jugendkongress 2026

Sollten Juden heute für Deutschland kämpfen?

Lange galt die Frage nach einer Wehrpflicht als abgehakt. Doch seit der Reform des Wehrdienstgesetzes wird sie auch unter jungen Jüdinnen und Juden wieder kontrovers diskutiert – so auch an diesem Wochenende beim Jugendkongress

von Mascha Malburg  02.03.2026

Jugendkongress 2026

»Wir wurden hier aufgefangen«

Ronja Nayeri war als Sprecherin des iranischen Jugendverbandes »Ayande« auf dem Jüdischen Jugendkongress, als Israel den Iran angriff. Ein Gespräch über ein Wochenende zwischen Sorgen, Freude und Solidarität

von Mascha Malburg  02.03.2026

Porträt der Woche

»Es ist schön, jüdisch zu sein«

Julia Markhovski wuchs zweisprachig auf und fand ihre Identität

von Eugen El  01.03.2026

Interview

»Der Kopf der Schlange wurde abgeschlagen«

Der gebürtige Iraner Armin Levy über den Tod Chameneis, Kritik aus Deutschland an dem Angriff der USA und Israel und einen persönlichen Wunsch

von Katrin Richter  01.03.2026