Bonn

KKL meets Sambia

KKL-Präsidentin Sarah Singer (l.) und Jean Kapata, Ministerin für natürliche Ressourcen und Umweltschutz in Sambia Foto: Barbara Frommann

Wie bewässert man die Wüste? Welche Möglichkeiten zur Wassergewinnung existieren? Auf solche existenziellen Fragen, über die rund 200 Staaten bei der Klimakonferenz in Bonn stritten, hat die israelische Umweltorganisation Jüdischer Nationalfonds JNF-KKL in den letzten Jahren durchaus Antworten gefunden.

Und so nahm JNF-KKL die Bonner Konferenz auch zum Anlass, unter seiner deutschen Präsidentin Sarah Singer zu einem internationalen diplomatischen Dinner in die Godesberger Redoute einzuladen. Rund 50 Gäste, vor allem aus afrikanischen Staaten, folgten dieser Einladung.

Aufforstungsprogramm Das Engagement Israels gerade in Afrika ist keineswegs neu. Israel hat mit seiner Technologie und seinem Aufforstungsprogramm in den zurückliegenden Jahrzehnten gerade auch viele afrikanische Länder unterstützt und so Brücken der Verständigung und Zusammenarbeit errichtet. »Wir haben ein Know-how aufgebaut, mit dem wir auch anderen helfen können. Und wir haben die Vision, unsere Erfahrung mit möglichst vielen Ländern zu teilen«, betonte Sarah Singer in ihrer Eröffnungsrede.

Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden und Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle, begrüßte Gäste und Politiker persönlich. Jean Kapata, Mitglied der Nationalversammlung Sambias und seit 2016 Ministerin für natürliche Ressourcen und Umweltschutz, hob in ihrer Rede die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen Sambia und der israelischen Umweltschutzorganisation hervor. »Von vielen wird Israel als ›glänzender Leuchtturm‹ wahrgenommen«, betonte die Ministerin. Sie würdigte den »wegweisenden Beitrag«, den das Aufforstungsprogramm des Jüdischen Nationalfonds mit bisher 260 Millionen gepflanzten Bäumen für das Weltklima darstellt. »Damit hat sich das Ansehen Israels nicht nur in Sambia, sondern in zahlreichen afrikanischen Staaten nachdrücklich verbessert.«

Rabbiner und Umweltschützer
Auch Rabbiner Sergio Bergman betonte die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit, wie sie der JNF-KKL seit Jahrzehnten vorantreibe, um Umweltthemen konkret anzugehen. 1962 in Israel geboren, hat er neben seiner Rabbinerausbildung auch Pharmazie und Biochemie in Buenos Aires studiert. Seit 2013 ist Bergman Parlamentsabgeordneter in Argentinien und seit 2015 Minister für Umwelt und Nachhaltige Entwicklung.

Die Festrede des Abends hielt Monique Barbut, Exekutivsekretärin des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD), das sich für eine völkerrechtlich verbindliches Initiative zum Kampf gegen die sogenannte Desertifikation einsetzt. Monique Barbut wünschte sich eine »größeres Engagement Israels im internationalen Klimadialog«, um dort seine Innovationsstärke und sein Wissen einzubringen und die Folgen der Dürre zu mildern.

Als Ergebnis des Abends konnten Sambia und die israelische Umweltschutzorganisation eine offizielle Erklärung unterzeichnen. Darin betonen beide Seiten die Absicht, dass der Jüdische Nationalfonds in Sambia die Aufforstung fördert und das afrikanische Land bei seinen Anstrengungen unterstützt, die Wüstenbildung aufzuhalten. »Wir freuen uns, wenn andere Länder von unserer ökologischen Kompetenz profitieren können«, erklärte die JNF-KKL-Präsidentin Sarah Singer. »Gerade hier bei der Weltklimakonferenz« sei wieder deutlich geworden, »wie wichtig die internationale Zusammenarbeit im Umweltschutz ist«. Für den Jüdischen Nationalfonds sei es »selbstverständlich, dass wir unseren Teil dazu beitragen«.

Porträt der Woche

Spezialist für Musicals

Adam Benzwi ist Amerikaner und entdeckte in Berlin die Schlager der 1920er-Jahre

von Gerhard Haase-Hindenberg  12.07.2026

Berlin

Türkisches Unternehmen »Medicana« neuer Träger vom Jüdischen Krankenhaus

Die 270-jährige Tradition des Hauses bleibe bewahrt – Kritik an der Übernahme kommt von Ver.di

 10.07.2026

Entscheidung

Halberstädter Museum für jüdische Kultur wird weiter gefördert

Im Jahr 2001 wurde das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt gegründet. Zum Museum gehören die frühere Mikwe sowie die Synagoge im ehemaligen rabbinischen Lehrhaus, der Klaus. Sie bekommen weiterhin eine Förderung.

 09.07.2026

Speyer, Worms und Mainz

SchUM-Stätten feiern fünfjährigen »Welterbe-Geburtstag«

Vor fünf Jahren erhielten sie wegen ihrer wichtigen Bedeutung für das mittelalterliche Judentum den Welterbe-Titel. Nun feiern die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz die Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste mit einer Veranstaltung in Speyer

 09.07.2026

Gemeindetag

Zusammen füreinander

Vom 17. bis zum 20. Dezember treffen sich Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Berlin – für viele wird es ein lang ersehntes und freudig erwartetes Wiedersehen

von Katrin Richter  09.07.2026

Machanot

Kleine Auszeit

Die Koffer sind gepackt, gut gelaunt fahren die Kinder ins Ferienlager. Doch auch die Eltern haben Pläne, wollen renovieren, verreisen oder finden ein neues Hobby. Wir haben uns umgehört

von Christine Schmitt  09.07.2026

Maccabiah

»Jetzt erst recht«

Die Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland sind hoch motiviert. Für manche ist es nicht das erste Mal, dass sie in Israel dabei sind – bei den Medaillen spielen sie ganz vorn mit

von Sabine Brandes  08.07.2026

Programm

Schostakowitsch, Punk und Nathan in der Schwebebahn: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 9. Juli bis zum 16. Juli

 08.07.2026

50 Jahre in Deutschland

»Die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt«

Was ist typisch deutsch, was typisch amerikanisch? Holly-Jane Rahlens kennt sich mit beiden Nationen aus. Die Autorin lebt seit mehr als 50 Jahren in Berlin

von Nina Schmedding  08.07.2026