Antrag

Kein Platz für BDS

Bekommt Gegenwind: BDS Foto: ddp

Die Münchner Stadtratsfraktionen von CSU und SPD haben in einer Sitzung am Dienstag mit dem Antrag »Gegen jeden Antisemitismus – Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung« (»Boycott, Divestment and Sanctions«) ein deutliches Zeichen gesetzt. Demnach sollen künftig städtische Räume nicht mehr für BDS-Kampagnen oder Veranstaltungen, Ausstellungen und Demonstrationen zur Verfügung stehen, welche die Ziele von BDS verfolgen.

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch begrüßte den Antrag als dringend erforderlich und enorm wichtig. »Ich danke den Fraktionen von CSU und SPD für das unmissverständliche Signal, dass Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen in München keinen Platz und schon gar keine Plattform haben darf«, so Knobloch weiter nach dem Beschluss der beiden Fraktionen.

Missstand Nach Ansicht der IKG-Präsidentin reagiere der Stadtrat mit dem Antrag auf ein drängendes Problem und eine bedrückende Entwicklung. Es sei ein unerträglicher Missstand, dass es BDS und BDS-nahestehenden Personen und Organisationen in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen sei, München als Agitationsraum zu missbrauchen.

»BDS ist Antisemitismus, wenngleich trickreich verschleiert als Verbraucher-, Frauen- oder Menschenrechtsschutz«, stellte Knobloch fest. Auch in München, so ihre Erfahrungen, seien die für BDS typischen israelfeindlichen Thesen und Tiraden immer öfter über Vorträge, Ausstellungen, Demonstrationen und andere Propagandaveranstaltungen transportiert worden. Die zunehmende Akzeptanz speziell im linken politischen Spektrum und in kirchlichen Kreisen hat nach Überzeugung Knoblochs zu einer spürbaren Zunahme des israelbezogenen Antisemitismus geführt.

Dass derartige Veranstaltungen zum Teil direkt oder indirekt von der Stadt mitfinanziert oder in sonstiger Weise unterstützt würden, sei inakzeptabel und dürfe sich nicht wiederholen, fordert die IKG-Präsidentin. Es sei beklemmend, dass sämtliche anerkannten Untersuchungen, Studien und Berichte zum Thema Antisemitismus auch für Deutschland einen Anstieg der israelbezogenen Judenfeindlichkeit belegen würden.

Vorgehen »Was München betrifft, so ist dieser Antrag der Stadtratsfraktionen hoffentlich der entscheidende Schritt in die richtige Richtung«, betonte Charlotte Knobloch, wies aber zugleich auch darauf hin, dass für das weitere verwaltungsrechtliche und politische Vorgehen gegen BDS und Antisemitismus ein breiter demokratischer Zusammenschluss notwendig sei.

Eine große überparteiliche Mehrheit für den Antrag, so die IKG-Präsidentin, wäre für die jüdische Gemeinschaft, vor allem aber für das freiheitlich-demokratische, weltoffene liberale München ein wichtiges Signal.

»Es würde deutlich machen«, erklärte Charlotte Knobloch, »dass sich unsere Stadt entschlossen jedwedem antisemitischen Hass sowie der menschenverachtenden Ideologie und hetzerischer Propaganda entgegenstellt.«

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Natur

Damit es grünt

Die Gemeinden machen sich Sorgen über die Folgen des Klimawandels – und suchen gemäß Tikkun Olam nach Auswegen

von Chris Meyer  30.08.2026

Rundgang

Blick in die Vergangenheit

Die jüdische Geschichte Münchens erlebte viele Umbrüche – und ist kaum jünger als die urkundlich verbürgte Historie der Stadt selbst

von Luis Gruhler  30.08.2026

Porträt der Woche

»Ich brauche absolute Ruhe«

Zvi Dori ist Geigenbauer in Hannover und seit dem 7. Oktober vorsichtiger geworden

von Alicia Rust  30.08.2026

Berlin

Jüdischer Garten ausgezeichnet

Laut Jury »zeugt der Garten neben seiner Niederschwelligkeit und atmosphärischen Dichte, von großer Poesie und Klarheit«

 28.08.2026

Ehrenamt

Zeit für andere

Vereine, Institutionen und auch Gemeinden bauen auf sie: Menschen, die sich freiwillig für jüdisches Leben engagieren. Zwei Projekte werden nun ausgezeichnet

von Katrin Richter  27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Programm

Vortrag, Führung, Finissage: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 27. August bis zum 3. September

 26.08.2026

Neuanfang

Erste Klasse

Zwischen Schultüte und Blumen: Jüdinnen und Juden öffnen ihre Fotoalben und blicken auf ihre Einschulung zurück – in Israel, im Baltikum, in der Sowjetunion sowie in Ost- und West-Berlin

von Christine Schmitt  26.08.2026