Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde ehrt Salomon Korn und Leo Latasch

Salomon Korn Foto: picture alliance/dpa

Die Jüdische Gemeinde Frankfurt verleiht am 3. September 2025 ihre höchste Auszeichnung, das Ehrensiegel in Silber, an Salomon Korn und Leo Latasch. Beide haben über Jahrzehnte hinweg das jüdische Leben in Frankfurt entscheidend geprägt und weit über die Stadt hinaus Akzente gesetzt.

Korn, 1943 im polnischen Lublin geboren, war von 1999 bis 2024 Vorstandsvorsitzender der Gemeinde und hatte zuvor bereits lange Jahre im Vorstand Verantwortung übernommen. Als Architekt des Ignatz-Bubis-Gemeindezentrums setzte er ein weithin sichtbares Zeichen für ein selbstbewusstes jüdisches Leben in Frankfurt. Unter seiner Führung entwickelte sich die Gemeinde zu einer offenen und integrationsstarken Gemeinschaft. Korn war zudem Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Mitglied des ZDF-Fernsehrats sowie Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter des Hessischen Kulturpreises.

Latasch, 1952 in Offenbach geboren, wirkte über drei Jahrzehnte im Gemeindevorstand, zuletzt unter anderem für Soziales, Sicherheit und das Jüdische Altenzentrum. Der Mediziner und Ethiker brachte seine Expertise auch auf Bundesebene ein – etwa im Deutschen Ethikrat oder im Direktorium des Zentralrats der Juden. 2025 erhielt er für sein Engagement das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik.

Lesen Sie auch

»Mit dieser Auszeichnung ehren wir zwei große Persönlichkeiten, die mit Haltung, Weitblick und Menschlichkeit Verantwortung übernommen haben – für unsere Gemeinde und für das gesellschaftliche Miteinander in der Stadt«, erklärte der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Besonders hervorgehoben wurde dabei ihr Einsatz für die Aufnahme und Integration jüdischer Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er Jahren.

Das Ehrensiegel in Silber ist die bedeutendste Auszeichnung der Gemeinde. Es geht auf das Siegel der unter dem Nationalsozialismus zerstörten Israelitischen Gemeinde Frankfurt zurück und wird in unregelmäßigen Abständen an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise für das jüdische Leben eingesetzt haben. Bisherige Trägerinnen und Träger waren unter anderem Ignatz Bubis, Trude Simonsohn, Volker Bouffier und zuletzt Eva Szepesi. Korn ist nun der 15., Latasch der 16. Geehrte.

Zur feierlichen Verleihung im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum werden hochrangige Gäste aus Politik, Kultur und Religionsgemeinschaften erwartet. Die Laudatio auf Salomon Korn hält der ehemalige Zentralratspräsident Dieter Graumann, die Würdigung von Leo Latasch übernimmt Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg. im

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026

Kommentar

Lieber Meron Mendel, das ist keine Politik mit Kettensäge. Das nennt man Demokratie!

Öffentliche Mittel sind an Wirkung gebunden. Maßnahmen müssen überprüfbare Ergebnisse erzielen. Bleibt diese Wirkung aus, endet ihre Legitimation

von Stefan Hensel  27.03.2026

Beziehung

Von Menschen und Wölfen

Laura Goldfarb ist vieles: Therapeutin, Schauspielerin – und Autorin. Mit ihrem Mann hat sie einen Paar-Ratgeber geschrieben, der anders ist als andere. Zu Besuch im Prenzlauer Berg

von Bettina Piper  26.03.2026

Rede

Zentralrat der Juden verteidigt Karin Prien

In Erfurt sprach Josef Schuster über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an die Familienministerin ein

 25.03.2026

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026

Turnier

Fliegende Kippot

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Pascal Beck  24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Rothenburg

Unter dem Pflaster

Als im vergangenen Sommer bei Grabungsarbeiten die Fundamente einer Synagoge entdeckt wurden, war das eine Sensation. Messungen zeigen nun: Sie war eine der großen

von Marc Peschke  23.03.2026

Kulturprogramm

Von Spezialitäten und Zumutungen

Der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman las im Jüdischen Gemeindezentrum aus seinem jüngsten Buch

von Nora Niemann  23.03.2026