Frankfurt/Main

In Untersuchungshaft

Der ehemalige Laden der Firma »Aviv« Foto: Chris Hartung

Der heutige Verhandlungstag am Landgericht Frankfurt im Prozess gegen die ehemaligen Geschäftsführer der Firma »Aviv« endete mit einem Paukenschlag: Der Angeklagte H. wurde in Untersuchungshaft genommen.

Grund dafür war die Aussage eines vom Gericht nochmal befragten Metzgers, dass H. ihn zwei Tage vor seiner ersten Aussage als Zeuge auf dem Parkplatz vor seiner Wohnung abgefangen und ihn gedrängt habe, bei den Aussagen zu bleiben, die er in der polizeilichen Vernehmung gemacht habe.

kühlraum Diese seien aber, so gestand der Zeuge heute ein, unwahr gewesen. So stimme es nicht, dass der Angeklagte H. für unkoscheres und koscheres Fleisch verschiedene Messer und Bretter genutzt habe. Auch habe das unkoschere Fleisch im Kühlraum neben dem koscheren gehangen. »Wenn das gesalzen und gewässert ist, kann man das kaum unterscheiden«, sagte der Zeuge.

Der Vorsitzende Richter Jörn Immerschmitt begründete die Inhaftnahme mit Verdunklungsgefahr: »Der Angeklagte H. hat Zeugen beeinflusst, und es ist davon auszugehen, dass er dies auch bei weiteren Zeugen versucht«, sagte Immerschmitt und fügte hinzu: »Es tut mir leid, aber wir sehen uns dazu gezwungen zu handeln. Zeugen anzusprechen ist ein absolutes No-Go!« Der Angeklagte H. wurde direkt aus dem Gerichtssaal abgeführt. kib

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026