München

Hoffnung machen

Der Dirigent Enoch zu Guttenberg (r.) in der Synagoge Ohel Jakob. Foto: Miryam Gümbel

Im Februar dieses Jahres hatte Enoch zu Guttenberg im Münchner Herkulessaal Schostakowitschs »Baby Jar« dirigiert. Grundlage des Stücks ist ein Gedicht von Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko über das Massaker in der Ukraine. Die Kritiker waren begeistert. Auch Charlotte Knobloch. Sie wollte dem Dirigenten für dieses Erlebnis danken. Am Montag vergangener Woche trafen sich die Präsidentin und der Musiker im Jüdischen Gemeindezentrum. Dabei erfuhr Charlotte Kno- bloch, dass »Baby Jar« für zu Guttenberg mehr ist als eine musikalische Herausforderung. Der Widerstand während des Naziregimes ist Teil seiner Familiengeschichte.

Beim Mittagessen entdeckten die beiden weitere Gemeinsamkeiten: Die Liebe zur Natur. Zu seinem Einsatz für die Umwelt meinte der Dirigent: »Eigentlich sollte es nicht Umweltschutz heißen, sondern Menschenschutz.« Denn die Menschen brauchen eine intakte Natur. Dafür engagiert er sich und will »Hoffnung machen auf Hoffnung«, wie er es beim Besuch der Synagoge Ohel Jakob formulierte.

Kommentar

Ein Weckruf

Der AfD-Erfolg liegt vor allem im Scheitern jener Parteien, die die Bundesrepublik seit Jahrzehnten prägen. Verloren gegangenes Vertrauen muss nun schnellst möglich wieder zurückgewonnen werden

von Josef Schuster  08.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen werde

 08.09.2026

Kino

Wie ein Holocaust-Überlebender in Ostfriesland Frieden fand - Doku über die letzten Lebensjahre von Albrecht Weinberg

Albrecht Weinberg überlebte den Holocaust und wollte Deutschland für immer den Rücken kehren. Doch zum Ende seines Lebens fand er in seine Heimat Friedland zurück. Ein neuer Dokufilm zeigt seine letzten Jahre

von Kira Taszman  08.09.2026

Sachsen-Anhalt

»Viele haben unsere Sorgen einfach weggewischt«

JSUD-Präsident Ron Dekel über Sachsen-Anhalt, die AfD und die Frage, was die jüdische Gemeinschaft jetzt tun kann

von Leon Stork  08.09.2026

Kommentar

Und nun?

Bloße Empörung über den Wahlsieg der rechtsextremen AfD ist billig und wohlfeil. Es sollte endlich auch über die Gründe ihrer Popularität gesprochen werden. Die Parteien der Mitte müssen endlich aufwachen

von Philipp Peyman Engel  07.09.2026

Reaktion

Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Ergebnis

Josef Schuster ist entsetzt über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Besondere Gefahren sieht der Präsident des Zentralrats der Juden in der Bildungspolitik

 06.09.2026

München

Bayern erhöht Staatsleistungen für israelitische Kultusgemeinden

Seit 1997 gibt es in Bayern einen Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden. Dieser muss immer wieder mal angepasst werden. Am Freitag war es wieder soweit. Ein Signal der Wertschätzung

 06.09.2026

Porträt der Woche

Meisterin des Spagats

Naama Freedman vereint Kunst, Musik, Film und Sprache jenseits der Genregrenzen

von Lorenz Hartwig  06.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026