München

Hoffnung machen

Der Dirigent Enoch zu Guttenberg (r.) in der Synagoge Ohel Jakob. Foto: Miryam Gümbel

Im Februar dieses Jahres hatte Enoch zu Guttenberg im Münchner Herkulessaal Schostakowitschs »Baby Jar« dirigiert. Grundlage des Stücks ist ein Gedicht von Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko über das Massaker in der Ukraine. Die Kritiker waren begeistert. Auch Charlotte Knobloch. Sie wollte dem Dirigenten für dieses Erlebnis danken. Am Montag vergangener Woche trafen sich die Präsidentin und der Musiker im Jüdischen Gemeindezentrum. Dabei erfuhr Charlotte Kno- bloch, dass »Baby Jar« für zu Guttenberg mehr ist als eine musikalische Herausforderung. Der Widerstand während des Naziregimes ist Teil seiner Familiengeschichte.

Beim Mittagessen entdeckten die beiden weitere Gemeinsamkeiten: Die Liebe zur Natur. Zu seinem Einsatz für die Umwelt meinte der Dirigent: »Eigentlich sollte es nicht Umweltschutz heißen, sondern Menschenschutz.« Denn die Menschen brauchen eine intakte Natur. Dafür engagiert er sich und will »Hoffnung machen auf Hoffnung«, wie er es beim Besuch der Synagoge Ohel Jakob formulierte.

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

 28.06.2026

Erinnerung

Kunst mit Haltung

Das musikalisch-szenische Projekt »Und dennoch morgen« der Europäischen Janusz Korczak Akademie feierte im Gasteig Premiere

von Ellen Presser  28.06.2026

Israeltag

Wenn Freunde feiern

Rund 2000 Münchnerinnen und Münchner kamen auf dem Odeonsplatz zusammen, um ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat zu demonstrieren

von Ellen Presser  27.06.2026

Porträt der Woche

Einfach sie selbst

Hannah Kruse ist Lehrerin, engagiert sich politisch und lebt seit ihrer Transition als Frau

von Alicia Rust  27.06.2026

Glosse

Danke, Felix!

Acht Jahre lang hat Felix Klein die wohl anstrengendste Religionsgemeinschaft dieser Welt ertragen. Nun scheidet er aus dem Amt. Eine etwas andere Würdigung

von Leeor Engländer  27.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Köln

»Russisch gehört zum Familienleben«

Hana Fischer bietet in der Kulturakademie Sprachkurse für Kinder an. Ein Gespräch über spielerisches Lernen, Vokabeln und das beliebte Bingo-Alphabet

von Christine Schmitt  26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Chabad

Jüdische Gemeinde verschiebt Fest wegen Hitze

Neuer Termin nun Ende August

 25.06.2026