Leipzig

Gutachten im Ofarim-Prozess erwartet

Gil Ofarim am 8. November im Gerichtssaal in Leipzig Foto: picture alliance/dpa

Der Prozess gegen den Musiker Gil Ofarim ist am Mittwoch vor dem Landgericht Leipzig fortgesetzt worden. Erwartet wurde neben Zeugenaussagen auch ein Gutachten des Digital-Forensikers Dirk Labudde. Der Sachverständige hatte die Aufnahmen der Hotelkameras aus der Lobby ausgewertet. Ein Ton wurde nicht aufgezeichnet.

Ofarim muss sich seit dem 7. November wegen mutmaßlicher Verleumdung, falscher Verdächtigung sowie Betrugs verantworten. Am Dienstag waren weitere Zeugen vernommen worden. Einige von ihnen hatten der Darstellung des jüdischen Sängers, in einem Leipziger Hotel antisemitisch beleidigt worden zu sein, widersprochen. Sie hätten den geschilderten Vorfall so nicht erlebt, hieß es. Schon an den ersten beiden Prozesstagen hatte es ähnliche Zeugenaussagen gegeben.

Ofarim hatte im Oktober 2021 in einem Instagram-Video behauptet, in der Hotellobby des »Westin« antisemitisch beleidigt worden zu sein. Danach ermittelte die Staatsanwaltschaft zunächst gegen einen Hotelmanager, stellte die Untersuchungen aber später ein. Der Mitarbeiter tritt nun im Prozess als Zeuge und Nebenkläger auf. Vor Gericht sagte er, dass er mit dem Musiker zwar eine Auseinandersetzung hatte, ihn aber nicht beleidigt habe.

Wegen eines technischen Fehlers und langen Wartezeiten beim Check-in soll Ofarim von einem »Scheißhotel« gesprochen und gedroht haben, eine schlechte Bewertung in den sozialen Medien abzugeben. Der Hotelmanager machte nach eigenen Angaben vom Hausrecht Gebrauch und checkte ihn nicht ein. epd

Berlin

Tanzen, trotz allem

Der Israeltag am Wittenbergplatz setzte ein Zeichen der Solidarität, der Lebensfreude – aber auch der Sorge

von Christine Schmitt  30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert

Erinnerung - 20 Jahre ohne Paul Spiegel

Zum 20. Todestag von Paul Spiegel

Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland stand er für Dialog, Klarheit und Verantwortung. Ein Video erinnert an sein Vermächtnis – und daran, warum seine Stimme heute fehlt.

von Jan Feldmann  30.04.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Düsseldorf

Zwei Familien, eine Freundschaft

Die Rubinsteins und die Spiegels erlebten wichtige Momente gemeinsam. Erinnerungen an einen Freund

von Herbert Rubinstein  29.04.2026

Erinnern

»Paul, du fehlst«

Vor 20 Jahren am 30. April starb Paul Spiegel. Als Zentralratspräsident hat er das Land geprägt und sich für Verständigung eingesetzt. Wie würde er auf das Heute blicken? Gedanken von Gisèle Spiegel

von Gisèle Spiegel  29.04.2026

Jubiläum

»Wir richten den Blick nach vorn«

Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion

von Christine Schmitt  28.04.2026

Militär

Für Deutschland kämpfen?

Nach der Schoa war es für Juden unvorstellbar, wieder in einer deutschen Armee zu dienen. Doch wie blickt die jüdische Gemeinschaft heute auf die Bundeswehr?

von Joshua Schultheis  28.04.2026