Köln

Geldstrafe wegen Volksverhetzung

Das Amtsgericht Köln verurteilte das Paar wegen Beleidigung beziehungsweise Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 500 und 800 Euro. Foto: dpa

Im Prozess gegen ein Pärchen, das im April dieses Jahres das Wachpersonal vor dem Elternheim der Synagogen-Gemeinde Köln angepöbelt hatte, ist nun das Urteil gefällt worden.

Das Amtsgericht Köln verurteilte Dieter S. (27, Namen geändert) wegen Beleidung zu einer Geldstrafe von 500 Euro und seine Lebensgefährtin Diana B. (24) wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 800 Euro. Die Behörde sah es als erwiesen an, dass der 27-jährige Lagerist und die Mutter von drei Kindern sich im April dieses Jahres im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld an der Ottostraße in Höhe des jüdischen Wohlfahrtszentrums gegenüber einem Wachmann der Einrichtung unflätig geäußert hatten. S. habe den Wachmann mit »Der Fuzzi gehört auch dazu« attackiert.

Polizei Als er dann zur Rede gestellt wurde, hatte seine Begleiterin Diana B. laut ausgerufen: »Die gehören doch alle vergast.« Darüber hinaus seien die Worte gefallen: »Hier sollte man eine Bombe reinschmeißen.« Das Wachpersonal hatte deswegen die Polizei gerufen.

Laut Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers habe das Pärchen vor Gericht versucht, das Geschehen zu relativieren. S. sprach von Missverständnissen und emotionalem Stress, weil das Wachpersonal sogleich mit der Polizei gedroht hatte und ihre beiden kleinen Kinder damals daraufhin lauthals zu weinen anfingen.

Die Entschuldigung wurde angenommen. »Das hätte man auch außerhalb des Gerichts klären können«, sagte der Sicherheitschef der jüdischen Gemeinde im Zeugenstand, so der Stadt-Anzeiger weiter. Und er betonte zugleich: »Diese Äußerung war unerträglich. Da war für mich eine Grenze überschritten.« ja

Erinnerung

Verantwortung lebt weiter

In Dachau fand kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag erstmals ein »March of the Living« statt

von Esther Martel  09.02.2026

Lerntool

Timothée Chalamet, Batmizwa und eine Davidstern-Kette

»Sich be-kennen«: Der Zentralrat der Juden bietet einen interaktiven Onlinekurs über die Vielfalt des Judentums für Schulen und interessierte Gruppen an

von Helmut Kuhn  09.02.2026

Berlin-Neukölln

Kritik am Kandidaten

Ahmed Abed sorgte jüngst für einen Eklat, als er einen israelischen Gast als »Völkermörder« beschimpfte. Doch bei der Linkspartei steht der Politiker mit palästinensischen Wurzeln hoch im Kurs

von Imanuel Marcus  09.02.2026

Restitution

Uni Frankfurt übergibt erstmals NS-Raubgut an Jüdische Gemeinde

Seit gut fünf Jahren durchforstet die Universitätsbibliothek in Frankfurt ihre Bestände systematisch nach Raubgut aus der NS-Zeit. Das Projekt trägt nun Früchte - und ist noch lange nicht abgeschlossen

 09.02.2026

Berlin

Lesen, Lernen, Spaß

Der Saftblatt-Baum stand im Mittelpunkt der Erzählstunde des Projekts PJ Library

von Naomi Gronenberg  08.02.2026

Wettbewerb

»Kein Reichtum ist größer«

Aus 13 Ländern kamen Jugendliche zum europäischen Finale des Bibelquiz Chidon Hatanach in München

von Esther Martel  08.02.2026

Porträt der Woche

Der Geheimnisträger

Leonid Komissarenko war Rüstungstechniker – und emigrierte, um seine Frau zu retten

von Anja Bochtler  08.02.2026

Engagement

Grenzenlose Solidarität

Spenden und Gespräche: Die jüdische Community ist schockiert über die dramatische Lage in der Ukraine und hilft – jeder so, wie er kann

von Christine Schmitt  05.02.2026

Gesellschaft

Einfach machen!

Seit dem Jahr 2000 zeichnet die amerikanische Obermayer Foundation ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. So wie am vergangenen Sonntag im Jüdischen Museum in Berlin

von Katrin Richter  05.02.2026