Antisemitismus

Geldbuße und Sperre

Rote Karte für den Kölner Fußballverein ESV Olympia Foto: Thinkstock

Der ESV Olympia Köln muss wegen antisemitischer Äußerungen nach dem Spiel gegen den TuS Makkabi Köln eine Geldstrafe von 800 Euro an den Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) zahlen. Zudem wurde der Kapitän der Mannschaft für sechs Wochen gesperrt. Drei mitangeklagte Spieler wurden dagegen freigesprochen.

Das ist das Ergebnis der Verhandlung vor der Spruchkammer des FVM, der höchsten sportgerichtlichen Instanz des Verbandes, am vergangenen Mittwoch. Beantragt hatten das Verfahren sowohl der TuS Makkabi als auch das Präsidium des FVM, das in den antisemitischen Rufen eine besonders schwere Form der Diskriminierung sah.

kreisliga Zu den Vorfällen war es Anfang September unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie in der untersten Kölner Kreisliga gekommen. Obwohl der ESV Olympia die Begegnung mit 3:2 gewonnen hatte, gingen einige seiner Spieler auf die Fußballer von Makkabi los, kurz nachdem der Schiedsrichter das Match beendet hatte. Sie riefen »Free Palestine«, »Free Gaza« sowie »Scheiß Juden« und bedrängten die Makkabi-Kicker auch körperlich. Der daraus resultierende Tumult legte sich erst nach mehreren Minuten.

Zur Verhandlung der Spruchkammer mussten nun vier Spieler von Olympia als Beschuldigte erscheinen. Sie waren von mehreren Zeugen als diejenigen benannt worden, die besonders aggressiv gewesen sein sollen. Doch letztlich konnten nur dem Kapitän des Teams die Rufe »Free Palestine« und »Free Gaza« konkret zugeordnet werden.

diskriminierung Der Vertreter des FVM-Präsidiums forderte schließlich eine Geldbuße von 1200 Euro für den ESV Olympia wegen diskriminierender Äußerungen sowie Sperren von vier Monaten für den Kapitän wegen extremistischer politischer Rufe und jeweils drei Monate für die übrigen angeklagten Spieler wegen aktiver Beihilfe. Die Kammer blieb mit ihrem Urteil deutlich unterhalb dieses Antrags. Zwar sah auch sie die Tatbestände der antisemitischen Diskriminierung und »unzulässiger politischer Äußerungen« als erwiesen an, eine Beihilfe der Mitspieler des Kapitäns mochte sie jedoch nicht erkennen.

Der ESV Olympia hatte die Vorfälle nach dem Spiel gegenüber den Medien bedauert und angekündigt, die betreffenden Fußballer zu suspendieren. Dem folgten jedoch keine Taten.

Berlin

Gedenken zum ersten Todestag von Margot Friedländer

Zum ersten Todestag von Margot Friedländer gibt es auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenkveranstaltung. Berlins Regierender Bürgermeister findet emotionale Worte zum Jahrestag

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Gedenken

»Beklemmende Aktualität«

Charlotte Knobloch und Josef Schuster sprachen zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau

von Vivian Rosen  10.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Andenken

Berlin hat jetzt einen Margot-Friedländer-Platz

Bei der Einweihungszeremonie sagt Cornelia Seibeld (CDU), die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, die »Herzkammer der Demokratie« habe nun eine neue Adresse

 07.05.2026

Deutschland

»Die Jüdische Allgemeine gehört einfach dazu«

Seit drei Generationen ist die Jüdische Allgemeine ein Kompass für die jüdische Welt. Prominente Leserinnen und Leser erzählen, warum ihnen die Zeitung wichtig ist

 07.05.2026