Makkabi Deutschland Games

»Es war einfach grandios«

Makkabi-Deutschland-Präsident Alon Meyer Foto: Rafael Herlich

Makkabi Deutschland Games

»Es war einfach grandios«

Alon Meyer über faire Wettbewerbe, tolle Sportstätten und gemeinsames Beten

von Annette Kanis  15.09.2021 10:34 Uhr

Herr Meyer, das waren ereignisreiche Tage bei den Makkabi Deutschland Games im Rheinland. Sind Sie gut wieder in Frankfurt angekommen?
Ja, sehr gut – glücklich, gesund und munter, alles super.

Wie blicken Sie auf die vier Tage Sport und gemeinsame Erlebnisse in Düsseldorf zurück?
Ich habe ja schon einige Events durchführen dürfen, und es fällt mir wirklich schwer, ein Fazit in wenige Worte zu fassen: Es war bombastisch, grandios, phänomenal, emotional. Vor allem, dass wir nach zwei Jahren endlich einmal wieder physisch zusammengekommen sind, und das bei solch einer großen Veranstaltung, war so bewegend und herzlich. So viele Makkabäer aus der Familie zu sehen und wiederzutreffen, gemeinsam Sport zu treiben bei bestem sonnigen, aber nicht zu warmem Wetter, da waren wirklich alle Voraussetzungen gegeben für ein fantastisches Event.

Wie wurden die diesjährigen Deutschland Games durch die Corona-Pandemie beeinflusst, abgesehen natürlich vom Hygienekonzept und den gegebenen Coronaregeln?
Wir hatten in diesem Jahr mehr Anmeldungen von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen und weniger Mannschaftsanmeldungen als bei den vergangenen Spielen. Aber sie kamen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland. Dadurch war es vielfältiger, diverser, viel breiter gestreut. Der Grund dafür war, dass eine gesamte Mannschaft oft nicht bereit war, aufgrund der Coronaregeln und des Restrisikos eine Teilnahme mit allen möglich zu machen. Jetzt hatten wir rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wenn Corona nicht gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich fast doppelt so viele begrüßen können.

Wie zufrieden waren Sie mit der neuen Spielstätte in Düsseldorf?
Der Sportpark Niederheid war neu für uns, vorher waren wir ja in Duisburg und München zu Gast. Von A bis Z hätte es nicht besser laufen können. Generell haben wir in Nordrhein-Westfalen das Gefühl, dass wir als jüdische Organisation wirklich willkommen sind. Das beginnt beim Land NRW und seinem Ministerpräsidenten Armin Laschet und zieht sich durch bis zu den kleinsten Ortschaften und dem Platzmeister. Die Türen stehen uns immer weit offen, und es wird uns alles so einfach wie möglich gemacht. Die große Sportstätte bot für fast alle der 15 Sportarten ausreichend Platz, außer für das Segeln, Sportschießen und Tennis, die aber in unmittelbarer Nähe stattfinden konnten. Auch für die Bühne, die Nebenveranstaltungen und Workshops waren ausreichend Platz und Raum vorhanden.

Gab es ein persönliches Highlight für Sie?
Hier muss ich noch einmal das Zusammenkommen an sich mit den vielen Menschen erwähnen. Und dann natürlich die Eröffnungsfeier mit dem Feuerwerk zum Schluss. Besondere Momente waren auch, als alle zusammenkamen und die israelische Nationalhymne Hatikwa sangen oder auch die Hawdala gemeinsam gefeiert wurde. Besonders war auch das Freitagabend-Gebet mit Unterstützung der Kippa-Live-Gruppe aus Israel in einer Art Synagoge im Freien. Das war sehr, sehr emotional. Mit 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu singen und gemeinsam zu beten, ist immer etwas ganz Besonderes.

Was steht als Nächstes für die Makkabi-Familie an?
Anfang Dezember findet die 3. Ski Week in Natz/Südtirol statt. Wir bereiten uns damit für die geplanten Makkabi Winter Games im Januar 2023 in Ruhpolding vor – 87 Jahre nach den letzten dieser Art im Jahr 1936. Und dann stehen natürlich auch die Vorbereitungen zur Teilnahme an der Maccabiah 2022 in Israel an.

Mit dem Präsidenten von Makkabi Deutschland sprach Annette Kanis.

Düsseldorf

Das Om im Schalom

Die Jüdische Volkshochschule bietet Kurse an, die Yoga und Judentum verbinden. Das Online-Angebot ist auch offen für andere Gemeinden und Interessenten

von Annette Kanis  13.07.2026

Porträt der Woche

Spezialist für Musicals

Adam Benzwi ist Amerikaner und entdeckte in Berlin die Schlager der 1920er-Jahre

von Gerhard Haase-Hindenberg  12.07.2026

Berlin

Türkisches Unternehmen »Medicana« neuer Träger vom Jüdischen Krankenhaus

Die 270-jährige Tradition des Hauses bleibe bewahrt – Kritik an der Übernahme kommt von Ver.di

 10.07.2026

Entscheidung

Halberstädter Museum für jüdische Kultur wird weiter gefördert

Im Jahr 2001 wurde das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt gegründet. Zum Museum gehören die frühere Mikwe sowie die Synagoge im ehemaligen rabbinischen Lehrhaus, der Klaus. Sie bekommen weiterhin eine Förderung.

 09.07.2026

Speyer, Worms und Mainz

SchUM-Stätten feiern fünfjährigen »Welterbe-Geburtstag«

Vor fünf Jahren erhielten sie wegen ihrer wichtigen Bedeutung für das mittelalterliche Judentum den Welterbe-Titel. Nun feiern die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz die Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste mit einer Veranstaltung in Speyer

 09.07.2026

Gemeindetag

Zusammen füreinander

Vom 17. bis zum 20. Dezember treffen sich Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Berlin – für viele wird es ein lang ersehntes und freudig erwartetes Wiedersehen

von Katrin Richter  09.07.2026

Machanot

Kleine Auszeit

Die Koffer sind gepackt, gut gelaunt fahren die Kinder ins Ferienlager. Doch auch die Eltern haben Pläne, wollen renovieren, verreisen oder finden ein neues Hobby. Wir haben uns umgehört

von Christine Schmitt  09.07.2026

Maccabiah

»Jetzt erst recht«

Die Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland sind hoch motiviert. Für manche ist es nicht das erste Mal, dass sie in Israel dabei sind – bei den Medaillen spielen sie ganz vorn mit

von Sabine Brandes  08.07.2026

Programm

Schostakowitsch, Punk und Nathan in der Schwebebahn: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 9. Juli bis zum 16. Juli

 08.07.2026