ZWST

Enger Zusammenhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Wenn wir in wenigen Tagen mit einem Festakt das 100-jährige Bestehen der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland feiern, dann blicken wir mit Stolz auf diese 100 Jahre zurück.

Die Gründung der ZWST war Pionierarbeit: Soziales Engagement für Bedürftige war damals bitter nötig, aber keineswegs selbstverständlich. Von einem Sozialstaat, wie wir ihn heute kennen, war das Deutsche Reich 1917, am Ende des Ersten Weltkriegs, weit entfernt.

frauenrechte Mit Stolz blicken wir auch auf eine Persönlichkeit wie Bertha Pappenheim, auf deren Anregung hin die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden – wie sie damals hieß – gegründet wurde. In einer Zeit, als für Frauen wie Bertha Pappenheim eigentlich nur die Rolle als »höhere Tochter« vorgesehen war, trat sie für Frauenrechte und Frauenbildung ein. Mit der Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle wurde erstmals die Arbeit der verschiedenen jüdischen Wohlfahrtsorganisationen koordiniert.

Inzwischen ist die Palette der Aufgaben der ZWST deutlich größer geworden als damals. Neben der Jugendarbeit, die weiterhin einen Schwerpunkt bildet, ist auch das Engagement für ältere Menschen und für behinderte Menschen ein wichtiger Bereich. Ob Machane in Gatteo a Mare oder gemeinsamer Seder in Bad Kissingen – die ZWST bietet vielen Menschen Geborgenheit.

kompetenzzentrum Darüber hinaus ist die ZWST Teil des Bündnisses »Aktion Deutschland Hilft« für internationale Katastrophenhilfe. In jüngster Zeit ist die Arbeit mit Flüchtlingen und mit Betroffenen von Antisemitismus hinzugekommen. Das neu gegründete Kompetenzzentrum Prävention und Empowerment leistet hier eine wichtige Arbeit.

Im Kern geht es jedoch damals wie heute um das Gleiche: Zedaka. Es geht darum, füreinander da zu sein. Damit schafft die ZWST einen engen Zusammenhalt in der jüdischen Gemeinschaft.

Daher möchte ich nicht nur herzlich zum Jubiläum gratulieren, sondern mich vor allem bei allen Mitarbeitern der ZWST und allen ehrenamtlichen Helfern aus tiefem Herzen bedanken! Ich wünsche der Zentralwohlfahrtsstelle weiterhin so viele gute Ideen, so viel Leidenschaft für die soziale Arbeit und viel Erfolg!

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Staatsanwaltschaft geht von Judenhass aus

Der 37 Jahre alte mutmaßliche Täter soll aus antisemitischen Gründen gehandelt haben

 18.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 18.09.2026 Aktualisiert

Sukkot

Fast zu Hause

Unsere Autorin flüchtete mit ihren Kindern 2022 aus der Ukraine. In Rottweil begann die kleine Familie ein neues Leben. Zum Laubhüttenfest blickt die Manikeurin auf ihr Ankommen zurück

von Olga Nemchenko  17.09.2026

Jubiläum

Jüdischer Landesverband Sachsen feiert 100-jährige Geschichte

Rund 20.000 Jüdinnen und Juden haben vor dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen gelebt. Bereits vor 100 Jahren wurde eine jüdische Interessenvertretung gegründet

 16.09.2026

Programm

Vernissagen, Workshops und eine Zeitreise ins Berlin von »Babylon Berlin«: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 17. September bis zum 30. September

 16.09.2026

Dresden

Gemeinde feiert Rückkehr mit Konzert und Ausstellungen

Rund 200 Besucher feierten die Rückkehr der jüdischen Gemeinde in ihre Synagoge, die nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit wiedereröffnet werden konnte

 15.09.2026

Bayern

Nach Morddrohung gegen Charlotte Knobloch – jetzt äußert sich die Polizei

Die Hintergründe

 15.09.2026

Audiowalk

Schritte durch die Vergangenheit

Das Junge Theater Köln erzählt die Geschichte des jüdischen Viertels und verbindet dazu Schauspiel und digitale Technik

von Annette Kanis  15.09.2026