Spenden

Ein Projekt macht Schule

Sich blendend unterhalten und dabei anderen helfen – diese Gelegenheit bot sich am Sonntagabend den 180 Gästen, die der Einladung der Frankfurter Gesellschaft der Freunde und Förderer der Krebsbekämpfung in Israel in »Nelson Müller’s Cotton Club« im Ostend gefolgt waren. Dort erwartete sie ein viergängiges Menü und eine temporeiche Bühnenshow mit Tanz, Musik und atemberaubender Akrobatik.

Fast hatte man den Eindruck, per Zeitmaschine in die amerikanischen Südstaaten gereist zu sein, in jene Ära, als die jungen Männer Knickerbocker und Schiebermütze trugen, mit ihren Mädchen Lindy Hop und Twist tanzten und die Grundtonart an jedem Tag der Blues, Soul oder Jazz war. Wenn man die Augen schloss, konnte man sogar für einen Augenblick meinen, Louis Armstrong stehe höchstpersönlich auf der Bühne, um sein bekanntestes Lied »What a wonderful world!« anzustimmen. So täuschend echt konnte einer der Sänger das einzigartig raue Timbre von Thatchmo imitieren.

»hope for life« Doch sollte es an diesem Abend vor allem um diejenigen gehen, für die die Welt von einem Moment auf den anderen nicht mehr wunderbar ist, um jene 300 bis 400 Kinder, die in jedem Jahr in Israel an Krebs erkranken. Schon seit vielen Jahren unterstützt die Frankfurter Gesellschaft der Freunde und Förderer der Krebsbekämpfung in Israel die dortige Israel Cancer Association (ICA).

Besonders angetan ist der Vorstand der 1984 gegründeten Gesellschaft von dem Projekt »Hope for Life«, dem in diesem wie auch bereits in den Jahren zuvor wieder die Spenden und Einnahmen aus dem Ticketverkauf für den »Cotton Club« zufließen sollen. Die Idee dabei ist, Studenten und Lehrer als ehrenamtliche Tutoren für krebskranke Kinder zu gewinnen, damit sie ihnen helfen können, trotz Krankheit und dem zwangsläufig häufigen Fehlen im Unterricht den Schulstoff zu bewältigen.

hausaufgaben Sechs bis zehn Stunden pro Woche verbringen die Tutoren mit ihren Schützlingen, unterstützen sie bei den Hausaufgaben oder hören ihnen einfach wie gute Freunde zu, wenn sie von ihren Ängsten, Sorgen oder Schwierigkeiten mit Mitschülern und Angehörigen berichten.

Studien hätten eindeutig belegt, »wie positiv sich dieser enge, ganz auf Vertrauen basierende Kontakt auf den Genesungsprozess der jungen Patienten auswirkt«, berichtet Orna Knoch vom Vorstand der Frankfurter Gesellschaft. So könnten sogar viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen nach ihrer Genesung wieder in dieselbe Klasse zurückkehren.

Orna Knoch selbst weiß, wie tragisch es ist, wenn ein kleines Kind so schwer erkrankt: Eine ihrer Schulfreundinnen starb mit sieben Jahren an Krebs. Heute sind die Heilungschancen vor allem für junge Patienten enorm gestiegen. Ein Projekt wie »Hope for Life« in Israel sollte weltweit Schule machen.

Leipzig

Kinder greifen koscheres Café an

Sie bewarfen offenbar Mitarbeiter mit Plastikflaschen, beschimpften sie und versuchten, in den Schankraum einzudringen: Die Polizei ermittelt gegen mehrere Kinder und Jugendliche in Leipzig

 08.01.2026

Entführungsfall

Jugendamts-Zeugin im Block-Prozess: »Unglaubliche Belastung«

In dem Hamburger Prozess geht es eigentlich um die Entführung der Block-Kinder. Die hat aber eine jahrelange Vorgeschichte. Eine Jugendamts-Mitarbeiterin schildert eine wichtige Wende im Sommer 2021

von Stephanie Lettgen, Bernhard Sprengel  08.01.2026

Fußball

England als neue Chance? Daniel Peretz verlässt Hamburger SV

Nach der missglückten Leihe zum Hamburger SV geht es für Bayern-Torhüter Daniel Peretz in England weiter. Dort trifft er auf einen deutschen Trainer

 08.01.2026

Trauer

Schöpfer der Todesmarsch-Mahnmale: Hubertus von Pilgrim ist tot

Der Bildhauer Hubertus von Pilgrim ist im Alter von 94 Jahren in Pullach bei München gestorben. Internationale Bekanntheit erlangte er durch sein Mahnmal für die Opfer des Dachauer Todesmarschs vom April 1945

 08.01.2026

Debatte

Schulen legen Namen von Antisemiten und Eugenikerinnen ab

Hedwig Dohm oder Dag Hammarskjöld sind Namen, die Schulen heute gerne tragen. Andere Schulen sind nach Menschen benannt, deren Wirken heute kritischer gesehen wird als in der Vergangenheit

von Pat Christ  08.01.2026

Gegenwart

Jetzt erst recht!

Das Festjahr für jüdisches Leben in Deutschland war ein großer Erfolg. Es wird Zeit, dass nun auch auf europäischer Ebene das reiche jüdische Erbe gewürdigt wird

von Andrei Kovacs, Abraham Lehrer  08.01.2026

Mannheim

Schätze der Synagogalmusik

Die jüdischen Kantoren treffen sich zur Jahreskonferenz und laden zu drei Konzerten ein

von Christine Schmitt  08.01.2026

Programm

Kicken, Karneval, König Salomo: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Januar bis zum 14. Januar

 08.01.2026

Frankfurt am Main

Salomon Korn wird mit Ignatz-Bubis-Preis ausgezeichnet

Salomon Korn erhält den Ignatz-Bubis-Preis. Die Auszeichnung wird am Montag in der Frankfurter Paulskirche überreicht

 07.01.2026