Delmenhorst

Beschädigt und beschmiert

Bild der Verwüstung: Mit roher Gewalt wurde der Grabstein auf dem Delmenhorster Friedhof aus seiner Verankerung gerissen. Foto: Jona Simon

18 beschädigte und beschmierte Steine, davon zehn umgestoßen, lautet die traurige Bilanz, die der Delmenhorster Gemeindevorsitzende Pedro Becerra zieht. In der Nacht zum Sonntag, so die ersten Erkenntnisse der Polizei, haben Unbekannte den jüdischen Friedhof im niedersächsischen Delmenhorst geschändet. »Ein Stein ist möglicherweise nicht mehr zu retten«, sagt Becerra verzweifelt. Als er den Schaden am Sonntagnachmittag besichtigte, fand er einen Trümmerhaufen vor.

»Wir dokumentieren alles, und am Dienstag wurde aufgeräumt. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden in Niedersachsen hatte sofort seine finanzielle Unterstützung zugesagt«, zeigt sich Becerra beruhigt. »Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro, auch historische Grabsteine sind betroffen. Das können wir nicht allein bezahlen«, sagt er.

Am Abend fand eine Mahnwache statt, an der sich mehr als 150 Personen beteiligt haben, darunter der Oberbürgermeister Patrick de la Lanne und Vertreter sämtlicher gesellschaftlicher Gruppen, von Fraktionsvorsitzenden über Religionsgemeinschaften bis hin zum amtierenden Schützenkönig, berichtet Jona Simon, der derzeit seine Frau als Rabbiner in Oldenburg vertritt. ja

Porträt der Woche

Flucht und Ankunft

Manfred Eisner erzählt vom Exil und seinem neuen Leben in einem kleinen Dorf

von Heike Linde-Lembke  24.05.2026

Ausstellung

Dynamik des Schreckens

Die Jewish Claims Conference und die Französische Botschaft in Berlin zeigen bislang verschollene Aufnahmen vom Beginn der Schoa im Vichy-Regime

von Alicia Rust  24.05.2026

München

Intensiver Austausch

Zum zweiten Mal fand in der Israelitischen Kultusgemeinde die Zusammenkunft der Europäischen Rebbetzinnen-Konferenz statt

von Vivian Rosen  24.05.2026

Erinnerung

Ein verlorener Ort der Geborgenheit

Yael Neeman sprach im Jüdischen Gemeindezentrum über das Leben im Kibbuz

von Nora Niemann  24.05.2026

Berlin

Mahnmal für zerstörte Synagoge beschmiert

Die Sachbeschädigung des Mahnmals am Lindenufer sei am Mittwochmorgen über die Internetwache der Polizei Berlin angezeigt worden

 21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Schawuot

Alles Käse

Ob Oreo-Cheesecake, israelischer Käsekuchen oder Napoleon-Torte: Familien verraten ihre Lieblingsrezepte und erzählen, warum milchige Desserts zum Fest unverzichtbar sind

von Christine Schmitt  21.05.2026