Delmenhorst

Beschädigt und beschmiert

Bild der Verwüstung: Mit roher Gewalt wurde der Grabstein auf dem Delmenhorster Friedhof aus seiner Verankerung gerissen. Foto: Jona Simon

18 beschädigte und beschmierte Steine, davon zehn umgestoßen, lautet die traurige Bilanz, die der Delmenhorster Gemeindevorsitzende Pedro Becerra zieht. In der Nacht zum Sonntag, so die ersten Erkenntnisse der Polizei, haben Unbekannte den jüdischen Friedhof im niedersächsischen Delmenhorst geschändet. »Ein Stein ist möglicherweise nicht mehr zu retten«, sagt Becerra verzweifelt. Als er den Schaden am Sonntagnachmittag besichtigte, fand er einen Trümmerhaufen vor.

»Wir dokumentieren alles, und am Dienstag wurde aufgeräumt. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden in Niedersachsen hatte sofort seine finanzielle Unterstützung zugesagt«, zeigt sich Becerra beruhigt. »Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro, auch historische Grabsteine sind betroffen. Das können wir nicht allein bezahlen«, sagt er.

Am Abend fand eine Mahnwache statt, an der sich mehr als 150 Personen beteiligt haben, darunter der Oberbürgermeister Patrick de la Lanne und Vertreter sämtlicher gesellschaftlicher Gruppen, von Fraktionsvorsitzenden über Religionsgemeinschaften bis hin zum amtierenden Schützenkönig, berichtet Jona Simon, der derzeit seine Frau als Rabbiner in Oldenburg vertritt. ja

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 19 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Andenken

Berlin hat jetzt einen Margot-Friedländer-Platz

Bei der Einweihungszeremonie sagt Cornelia Seibeld (CDU), die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, die »Herzkammer der Demokratie« habe nun eine neue Adresse

 07.05.2026

Deutschland

»Die Jüdische Allgemeine gehört einfach dazu«

Seit drei Generationen ist die Jüdische Allgemeine ein Kompass für die jüdische Welt. Prominente Leserinnen und Leser erzählen, warum ihnen die Zeitung wichtig ist

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Programm

Urbane Ästhetik, cineastische Architektur und späte Aufklärung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 7. Mai bis zum 14. Mai

 06.05.2026

Kino

Am Puls der Zeit

Gegen Polarisierung und Boykott: Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg will den Blick weiten

von Ayala Goldmann  06.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  05.05.2026 Aktualisiert

Unabhängigkeitstag

»Notwendig und ein Wunder«

Die IKG feierte Israels Menschen, Geschichte und Leistungen

von Luis Gruhler  05.05.2026

Gedenken

Ungebeugt trotz der Last

An Jom Hasikaron erinnerte die IKG an die Opfer der Kriege und des antisemitischen Hasses

von Luis Gruhler  05.05.2026