Mitzvah Day

50 Projekte in 24 Städten

In 17 Tagen findet der »Mitzvah Day Deutschland« statt. Inzwischen sind bereits 50 Aktionen angemeldet. Bei Angeboten in 24 verschiedenen Orten Deutschlands können Kinder, Jugendliche und Erwachsene am 15. November Gutes tun. Neben den Großstädten Berlin, München oder Köln bieten dieses Jahr auch jüdische Gemeinden in kleineren Städten wie etwa Lörrach Möglichkeiten, eine Mizwa zu erfüllen und anderen Menschen zu helfen.

Die Angebote sind breit gefächert, elf verschiedene Kategorien bietet die Initiative an. Darunter ein Mitzvah Day für Sachensammler, einer, der Sonnenschein in das Leben von Senioren bringen soll, aber auch einen »Verschönerungen«-, einen »Aktiv«- und einen »Spaß«-Mitzvah-Day.

Obdachlose Die Sachensammler nehmen Spenden für Flüchtlinge und Obdachlose entgegen und sortieren diese. Besonders gesucht ist aktuell warme Winterkleidung, zum Beispiel Mäntel und Stiefel, aber auch Spielzeug für Kinder. Einige Gemeinden planen, die Spenden gleich zu den Flüchtlingsunterkünften zu bringen, um sich bei den gemeinsamen Aktivitäten besser kennenzulernen.

Ein weiteres Angebot für Sachensammler organisieren die »Mizwe Makers« in München. Sie freuen sich über alte Brillen in noch gutem Zustand, Sonnenbrillen, Brillengestelle und Etuis und wollen sie an die Organisation »Lunettes sans frontiéres / Brillen ohne Grenzen« weitergeben. Der Verein engagiert sich für Menschen in Afrika. Dort sei der Besuch bei einem Optiker aufgrund der weiten Anreise für die meisten unbezahlbar, und die Kosten einer Brille entsprächen etwa sechs bis acht Monatsgehältern, erklären die »Mitzwe Makers«. Wer sich an dieser Aktion beteiligen möchte, bringt seine alten Brillen entweder direkt vorbei oder kann sie per Post zusenden.

Auch für alle, die am Mitzvah Day besonders Senioren eine Freude machen möchten, gibt es Angebote. Um alleinstehende Senioren kümmert man sich beispielsweise in der Synagogen-Gemeinde Köln. Bei der Aktion von »Bikur Cholim« möchten die Teilnehmer betagte Gemeindemitglieder zu Hause besuchen und mit ihnen Zeit verbringen.

In Frankfurt werden Kindergartenkinder im Senioren-Klub der jüdischen Gemeinde Gebasteltes verschenken, und die IKG Schwaben-Augsburg lädt Senioren des Adolf-Hamburger-Heims in Nürnberg zu israelischem Volkstanz, jiddischen Liedern und Witzen ein.

Buchreparatur Im Rahmen des Mitzvah Day »Verschönerungen« will eine Gruppe in Köln Siddurim und andere Bücher wiederherstellen. Die Buchreparatur ist eine Aktion des Empowerment-Projekts für Menschen mit Behinderung der ZWST. Außerdem möchten die Teilnehmer von der Synagogen-Gemeinde Köln die Wände des Begegnungszentrums in Chorweiler neu streichen.

In Münster will man sich vor allem um die Stolpersteine der Stadt kümmern, sie sollen geputzt und wieder zum Glänzen gebracht werden. Bei der von »Hilel Hub Münster« organisierten Aktion geht es darum, die Erinnerung an den Holocaust zu erhalten. Deshalb wird vor der tatkräftigen Reinigung der Steine auch eine Stadtführung durch das Münster der NS-Zeit angeboten.

Passend zum »Spaß«-Mitzvah-Day möchte die Jüdische Gemeinde im Land Bremen das Projekt »In Touch« der Bremer Universität unterstützen. Sie ermöglicht es Flüchtlingen mit akademischer Ausbildung, Vorlesungen der Uni zu besuchen. Die jüdische Gemeinde heißt die Teilnehmer des Projekts zu einem gemeinsamen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen willkommen.

Lebenshilfe Auch das Jugendzentrum »Oz« der jüdischen Gemeinde Wiesbaden nimmt sich vor, Spaß zu verbreiten. Sie planen, am Mitzvah Day eine Wohneinrichtung der Lebenshilfe zu besuchen. Gemeinsam mit den geistig und körperlich behinderten Menschen möchten sie basteln, spielen und sich unterhalten. Zudem lädt die Gemeinde die Bewohner zu einem Kabbalat Schabbat in der Synagoge ein.

Unter der Kategorie »Aktiv« ruft die Jüdische Gemeinde Saar zur Blutspende auf. Ein Blutspendebus wird vor dem Gemeindezentrum in der Saarbrücker Lortzingstraße stehen. Der Jüdische Frauenbund Saar kündigte zudem an, für jede Blutspende zusätzlich zehn Euro an das »Clearinghouse« für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge zu spenden.

Zahlreiche weitere Aktionen sind geplant und bieten die Möglichkeit, anderen zu helfen. Wer auf der Internetseite (mitzvah-day.de) noch kein für sich geeignetes Projekt entdeckt, kann in Eigeninitiative oder in Zusammenarbeit mit seiner Gemeinde auch noch weitere Angebote organisieren.

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